Theater und Orchester Heidelberg
Foto Annemone Taake

Schauspiel

Der Steppenwolf

nach Hermann Hesse

    Do 26.10.2017, 19.30–22.00 Uhr, eine Pause 18.45 Uhr Einführung Marguerre-Saal+

für die Bühne eingerichtet von Joachim Lux

Harry Haller ist der Steppenwolf: zerrissen zwischen seiner bürgerlichen und angepassten Seite und der animalischen, unangepassten, kultur- und sozialkritischen Seite, die ihn zum einsamen Wolf macht. Die zwei Seelen in seiner Brust sind für ihn nicht zwei Ausprägungen eines Charakters, sondern zerreißen seine Persönlichkeit tief im Inneren. In einer Stadt, wo er niemanden kennt, will er sich für einige Monate zurückziehen. Der Aufenthalt wird zu einer inneren Suche, zu einem Trip, zu einem verzweifelten Versuch, die sich abstoßenden Seiten aneinanderzukitten. Von Selbstmordgedanken getrieben, trifft er in einem Tanzlokal auf die junge Prostituierte Hermine, die eine merkwürdige Erinnerung an seinen Jugendfreund Herrmann auslöst. Immer weiter ziehen ihn die Gestalten der Nachtwelt an und eines Abends steckt ihm ein Unbekannter einen Zettel zu: »Heut nacht von vier Uhr an magisches Theater – nur für Verrückte – Eintritt kostet den Verstand. Nicht für jedermann. Hermine ist in der Hölle.«

Mit dem inzwischen 90-jährigen Steppenwolf gibt die Regisseurin Bernadette Sonnenbichler ihr Heidelberg-Debüt. Sie inszeniert außerdem am Schauspiel Frankfurt, am Staatstheater Nürnberg und als Hausregisseurin am Düsseldorfer Schauspielhaus.

 

Termine

Mo 27 November
19.30–22.00 Uhr > Marguerre-Saal | 18.45 Uhr Einführung

Der Steppenwolf

nach Hermann Hesse

Mi 13 Dezember
19.30–22.00 Uhr > Marguerre-Saal | 18.45 Uhr Einführung

Der Steppenwolf

nach Hermann Hesse

Weitere Termine
Mi 28 Februar
19.30–22.00 Uhr > Marguerre-Saal

Der Steppenwolf

nach Hermann Hesse

Do 1 März
11.00–13.30 Uhr > Marguerre-Saal

Der Steppenwolf

nach Hermann Hesse

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Der Steppenwolf

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Regisseurin Bernadette Sonnenbichler setze auf unerwarteten Witz und gehe mit dem Stoff »nicht zimperlich um«, was ihm guttue, so Steffen Becker in seiner Rezension auf nachtkritik.de. Der Inszenierung fehle es nicht an »Tiefgang«, die Regisseurin nutze aber »unterhaltsame Einfälle, um den Zuschauern über die Klippen schwer visualisierbarer Teile des Romans (und auch der Bühnenfassung) hinweg zu helfen«. Dabei vermeide der Abend »einen Overkill der an Bildern ohnehin reichen Vorlage«, Sonnenbichler vertraue erfolgreich darauf, »dass die Absurditäten des Stoffes, die psychedelische Stimmung insbesondere des Magischen Theater-Teils von den Schauspielern transportiert werden«. Aus dem »harmonisch aufeinander abgestimmten Ensemble« hebt der Rezensent insbesondere die »glänzend aufgelegte« Katharina Quast und Fabian Oehl als »echten Hingucker« hervor – Marco Albrecht in der Titelrolle wirke als »verletzlicher und hilfesuchender« Haller »authentisch und berührend«.

     

    In der Rhein-Neckar-Zeitung (04.07.2017) sagt Volker Oesterreich der Regisseurin Bernadette Sonnenbichler eine große Zukunft voraus. Ihre Inszenierung gehöre »sicher zu den Höhepunkten der Saison«. Sie zöge die Zuschauer geschickt ins »Magische Theater«, schon beim ersten Auftritt flöge dem Darstellerquintett die »Publikumssympathie« zu. Marco Albrecht spiele die Titelrolle so versiert, »dass man ihn sich auch als Faust oder Mephisto vorstellen könnte«. Sheila Eckhardt sei eine »faszinierende Hermine, mal kokett, dann wieder geheimnisvoll erotisch«, Katharina Quast strahle als Maria die »derberen Facetten der Sinnlichkeit aus«. Raphael Gehrmann und Fabian Oehl beherrschten die »artistischen wie auch die abgründig-gefährlichen Seiten« des stets auch humorvollen Spiels. Der lautstarke Beifall sei »mehr als verdient«.

     

    Bernadette Sonnenbichler meine, man könne über die Rebellion der 68er und ihr Ende in Anpassung und Resignation höchstens noch lachen, so Alfred Huber im Mannheimer Morgen (04.07.2017). Ihre »überbordenden Einfälle« böten reichlich »Gelegenheit, sich den unterschiedlichsten Situationen und Gefühlslagen des Menschseins auszusetzen«. Die Darsteller bewahrten das Publikum vor »dumpfer, tränennasser Rührung«, indem sie ihre Rollen »wohltuend auf Distanz« hielten; vor allem Katharina Quast »brilliere« als »wohl reichste Figur der Aufführung« in ihren vielen Rollen.