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Dokumentarisches Theater in der Ukraine. Dokumentarische Installation

Sa 06.05.2017, 18.00 Uhr

  • Uraufführung
  • Gastspiel
  • Russisch auf Ukrainisch von Anton Romanov, PostPlayTeatre Kiew

    Wo ist Osten? von Natalia Vorozhbyt und Alik Sardarian
    Theatre of Displaced People Kiew, Regie Georg Genoux, Alik Sardarian

  • Wo ist Osten? in ukrainischer und russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

    anschließend Publikumsgespräch
  • Beginn: 18.00 Uhr
  • Dauer: 2 Stunden
  • Zwinger

Wo ist Osten?

Monolog Nr. 1 von Natalia Vorozhbyt | Die Ware von Alik Sardarian

Ein Stück, bestehend aus zwei Monologen. Vor zweieinhalb Jahren wurde die Dramatikerin Natalia Vorozhbyt beauftragt, ein Drehbuch über den Kampf im Flughafen Donezk zu schreiben. Seitdem reist sie durch die Kriegsgebiete im Osten der Ukraine. Ihr Selbstverständnis als Frau wird durch diesen Krieg erschüttert. In ihrem Monolog Nr. 1 versucht Natalia Vorozhbyt, ihre Rolle als Frau neu zu definieren und lässt dabei Stimmen aus dem Osten der Ukraine zu Wort kommen. Nur ihre Ironie und ihr beißender Humor können sie dabei retten. In Die Ware schildert Alik Sardarian seine Erfahrungen als Soldat und Sanitäter in Debaltzeve, das im Februar 2015 von Einheiten der Separatisten und Russischen Armee eingekesselt wurde – eine der heftigsten und grausamsten Schlachten im Osten der Ukraine. Ein Augenzeugenbericht, der die Grausamkeit, den Ekel, den Humor und die seltsame Menschlichkeit des Krieges fast physisch spürbar näher bringt.

Theatre of Displaced People entwickelt seit Januar 2015 in verschiedenen ukrainischen Regionen dokumentarische Theaterprojekte und soziale Initiativen sowie internationale Projekte mit Partnern in Deutschland, England, Polen und weiteren Ländern. Die gazeta.ua kürte die Theatergruppe zur »Wichtigsten Errungenschaft des Ukrainischen Theaters 2015«.

 

Im Rahmen des Stückemarkts ist im Zwinger eine von Marcel Keller kuratierte Installation dokumentarischer Ausschnitte aus den Arbeiten des PostPlayTeatre Kiew zu sehen. Darunter auch Auszüge aus der Produktion The Case of 26th February, eine kaleidoskopische Zusammenstellung erlebter Erinnerung an die Annektierung der Krim, die vom PostPlayTeatre gesammelt und arrangiert wurde. Mit dieser Arbeit versuchen auch Galina Dzikaeva und Anton Romanov ihr eigenes Schicksal zu bewältigen. Die russische Regierung räumte den Theatermachern aus Simferopol mit der Annektierung der Krim nur wenige Stunden Zeit ein, die Halbinsel zu verlassen. Jetzt leben die beiden in Kiew und haben sich dem PostPlayTeatre angeschlossen.

Am 06. Mai eröffnet Anton Romanov den Nachmittag zum dokumentarischen Theater mit der eigens für den Heidelberger Stückemarkt entwickelten Performance Russisch auf Ukrainisch.

Termin

Sa 06.05.2017, 18.00 Uhr

Regie Georg Genoux, Alik Sardarian | Mitarbeit Maxim Nakonechnyi | Mit Alik Sardarian, Natalia Vorozhbyt

Gefördert durch Szenenwechsel, ein Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts ITI