Theater und Orchester Heidelberg
Foto Sebastian Bühler

Musiktheater

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Opera napoletana VII

Libretto von Filippo Vanstriper (1. Fassung) und Colley Cibber (2. Fassung), nach der tragédie Mithridate (1672) von Jean Racine

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Er war ein misstrauischer Mensch. Um sich abzuhärten, lebte er in seiner Jugend allein in der Wildnis, und gegen einen möglichen Giftmordanschlag wappnete er sich über Jahre hinweg mit der gezielten Einnahme kleiner Dosen tödlicher Substanzen: Mithridates VI. (ca. 134 v. Chr. – 63 v. Chr.), König von Pontos. Auch zu seinen Söhnen Sifare und Farnace hatte er ein zwiespältiges Verhältnis: In der Oper schreckt er nicht davor zurück, ihnen die jeweiligen Angetrauten streitig zu machen und hierfür selbst das göttliche Orakel zu manipulieren. Doch schlussendlich siegen Liebe und Treue und auch der Vater kann in seinem Tode die Missgunst überwinden.

Die letzten Tage des Königs Mithridates sind Gegenstand zahlreicher Opern, von denen Mozarts Vertonung die bekannteste ist. Nicola Antonio Porpora (1686–1768) widmete sich einige Jahrzehnte vor dem Salzburger Wunderkind diesem Stoff und schuf gleich zwei Fassungen: Eine für Rom (1730) und eine für London (1736), mit der er Georg Friedrich Händel direkte Konkurrenz machte und die wir als Deutsche Erstaufführung auf die Bühne bringen werden.

Anlässlich des 250. Todestages von Nicola Antonio Porpora wird mit Mitridate der 12. Winter in Schwetzingen eröffnet und der auf sieben Spielzeiten angelegte Zyklus der opera napoletana beendet.

Termine

Sa 16 Dezember
19.30–22.30 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Di 19 Dezember
19.30–22.30 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Weitere Termine
Do 28 Dezember
19.30–22.30 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Do 11 Januar
19.30–22.30 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen | 19 Uhr Einführung

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Sa 13 Januar
19.30–22.30 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen | 19 Uhr Einführung

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Mo 15 Januar
19.30–22.30 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen | 19 Uhr Einführung

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

So 28 Januar
15.00–18.00 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen | 14.30 Uhr Einführung

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Fr 9 Februar
Zum letzten Mal
19.30–22.30 Uhr > Rokokotheater Schloss Schwetzingen | 19.00 Uhr Einführung

Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

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Änderungen vorbehalten

Besetzung

Bilder


Pressestimmen

  • »Was für eine Musik!« staunt Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (01.12.2017). Mitridate erweise sich als »würdiger Schlussstein« in der Serie der neapolitanischen Opern. Die »erstaunlich expressiven Accompagnati« und die Instrumentation mit Holzbläsern gäben dem Werk eine besondere Farbe. Die häufigen Duett-Passagen zeichneten die Figuren über das Stereotype hinaus als echte Charaktere. Ins Zentrum stelle Porpora die »Liebeshändel«, die Gefühle der Protagonisten spiegele er »genüsslich« in seiner Musik. Ein »faszinierendes Rollenporträt« zeichne David DQ Lee, Yasmin Özkan gebe ihrer Semandra »hinreißende Wärme und Koloraturensicherheit«, Katja Stuber zeige ihre »farbenreiche Stimme« mit »sauberer Höhe«. Bravi habe es auch für die Musiker des Philharmonischen Orchesters gegeben, die Felice Venanzoni mit Wert auf »Farbenreichtum und starkes Espressivo« »überzeugend« geleitet habe.

     

    Für die Frankfurter Rundschau (01.12.2017) besuchte Judith von Sternburg den »ambitionierten und sehr gelungenen siebenteiligen Zyklus ›Opera napoletana‹« und merkt an, hier mache das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Leitung von Felice Venanzoni deutlich, wie problemlos es sich auf alte Musik einstellen könne. Das Ensemble setze »Glanzpunkte« vor allem mit den beiden großen Counter-Partien: Als »eindrucksvoller Charaktercounter, schneidend, füllig und beweglich« zeige sich David DQ Lee, »ihm ebenbürtig« Ray Chenez als Sifare. »Überzeugend« hätten sich auch Yasmin Özkan und Katja Stuber präsentiert.

     

    Susanne Benda freut sich in der Stuttgarter Zeitung (01.12.2017) über die Ensembleleistung. David DQ Lee in der Titelrolle gehöre »zu den besten unter den technisch in Extreme getriebenen Sängern«, Ray Chenez überzeuge im »weich-gefühlvollen Piano«, Katja Stuber gebe eine »glänzende Ismene« und Yasmin Özkan verleihe der Semandra ihren »feinen Sopran«. Alle Sänger würden an diesem Abend deutlich machen, dass »der singende Mensch nicht nur von außen (nämlich von starren Formeln und Affekten in der Musik) bewegt wird, sondern dass er selbst von innen bewegt wird und diese Bewegung ausdrückt. Hinreißend!«

     

    Die Oper verdiene »eine Reise ins schmucke Rokokotheater« wegen ihrer »abwechslungsreichen, emotional aufgeladenen« Musik, die das Herz vieler Barock-Fans »höher schlagen« lasse, meint Lotte Thaler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (02.12.2017). Das Philharmonische Orchester Heidelberg setze diese unter Felice Venanzoni »mit kurzweiliger Taktung und starken Akzenten« um, außerdem höre man »Arien von stupender Virtuosität (…) majestätische Arien, die sich zu Szenen erweitern, Arien mit Solo-Oboe oder Solo-Cello, aber auch introvertierte, liedhafte Arien in Moll, schönste Duette, eine ausgewachsene Chorszene am Schluss«. »Voraussetzung« für all das sei »allerdings ein exzellentes Gesangsensemble«.

     

    »Erstaunlich prall und süffig« sei Porporas Musik, und Felice Venanzoni spiele das mit Philharmonischen Orchester »vorbehaltslos« aus, so Hans-Günter Fischer im Mannheimer Morgen (01.12.2017). »Vorzüglich« würden David DQ Lee und Ray Chenez als die »Schwetzinger Pendants« von Senesino und Farinello singen. Noch mehr ist der Rezensent aber von Yasmin Özkan eingenommen, die ihre »Ziertöne sanft schimmern« ließe und »extrem gefühlvolle« Duette mit ihrem Bräutigam gestalte.

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