Theater und Orchester Heidelberg
Foto Sebastian Bühler

Schauspiel

Wo die Barbaren leben

von Pablo Manzi

Drei Cousins sehen sich nach jahrelanger Funkstille wieder, aber der Friede ihres Treffens bröckelt schneller, als man zusehen kann: Roberto, Gastgeber des Abends und Leiter einer erfolgreichen NGO, ist in die Ermordung einer jungen Frau verwickelt, die eine Gewaltspirale zwischen den Eingeladenen auslöst. Nichts scheint mehr klar zu sein – und die Grenzen der Vorstellungen darüber, wer Freund und wer Feind ist, verschwimmen zusehends. Wo die Barbaren leben untersucht, wie sich der Archetyp eines Feindes herausbildet, der seit jeher Teil der Zivilisationsgeschichte ist. Welche Spuren hinterlässt Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft? Wo leben diese Barbaren eigentlich, vor denen viele sich fürchten und gegen die rechtsnationale Organisationen Stimmung machen? »Niemand hat diese Barbaren gesehen, aber wir haben sie schon benannt.«
Wo die Barbaren leben des chilenischen Theaterkollektivs Bonobo war einer der Höhepunkte des iberoamerikanischen Festivals ¡Adelante! Der Autor Pablo Manzi wurde 2015 als bester chilenischer Dramatiker ausgezeichnet. Wir präsentieren die deutschsprachige Erstaufführung an ungewöhnlichem Ort, aber in passendem Ambiente: im Großen Tropenhaus des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg.

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Wo die Barbaren leben

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • In der Rheinpfalz (26.09.2017) zeigt sich Jürgen Berger erfreut über die Wahl des Spielortes, der »interessanterweise gut zum Text« passe. Hier sei nicht nur der »richtige Ort« gefunden worden, sondern mit Luise Vogt auch eine Regisseurin, »die mit Pablo Manzis Text so raffiniert umgeht, wie er geschrieben wurde«. Manzi stelle »Klischees auf den Kopf« und »spiele mit Erwartungshaltungen«; sein Text verhandele zwar den Rassismus im chilenischen bürgerlichen Milieu, werfe aber zugleich »ein Schlaglicht auf Deutschland«. Wie »wichtig solche Theaterabende« seien, habe sich nicht zuletzt im Ausgang der Bundestagswahl gezeigt.

     

    Pablo Manzis Vorlage habe das »Zeug zum Stück der Stunde«, zum »Zeit-Kommentar auch für die politische Gegenwart der Alten Welt«, urteilt Michael Laages, der für Deutschlandfunk Kultur eine Probe im Tropenhaus des Botanischen Gartens besuchte. Seinen Beitrag, gesendet am 16.09.2017 im Theatermagazin »Rang I«, können Sie im Online-Angebot des Deutschlandfunks nachlesen und hören.

     

    Für SWR4 berichtete Eberhard Reuß am Tag vor der Premiere über die Produktion im Botanischen Garten. Seinen Beitrag, gesendet am 16.09.2017 im SWR4, können Sie hier nachhören.