Theater und Orchester Heidelberg
Foto Annemone Taake

Schauspiel

Woyzeck

Dramenfragment von Georg Büchner

    Di 21.03.2017, 19.30 Uhr, 1 Stunde und 15 Minuten 18.45 Uhr Einführung Alter Saal+

Woyzeck ist ein einfacher Mensch. Sein Soldatenlohn reicht bei Weitem nicht aus, um seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind zu ernähren, deshalb bleibt ihm nichts anderes, als sich etwas dazuzuverdienen: Er erledigt niedere Dienste für seinen Vorgesetzten und stellt sich fragwürdigen medizinischen Experimenten zur Verfügung – alles, um seiner Vorstellung vom kleinen, aber glücklichen Leben gerecht zu werden. Für den Hauptmann und den Doktor ist Woyzeck nichts weiter als sozialer Abschaum, mit dem man spielen kann, wie es einem gefällt. Und Woyzeck kann sich nicht wehren, weil die soziale Abhängigkeit ihn unmissverständlich zu einem Mensch zweiter Klasse degradiert. Einzig und alleine Marie gibt ihm Halt in seinem Leben, aber als die ihn mit dem Tambourmajor betrügt, ist er vollkommen alleine auf der Welt – und voller Wahn bereit, alle Verbindungen zu kappen.

Bereits 1836 begann Georg Büchner mit der auf einem historischen Fall basierenden Arbeit an Woyzeck, starb aber zu jung, um es fertigzustellen und hinterließ Woyzeck lediglich als Dramenfragment. Seine Studie über Gewalt, Macht und Wahn inszeniert Brit Bartkowiak, deren Heidelberger Unschuld-Premiere die Spielzeit 2015|16 im Zwinger eröffnete.

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Woyzeck

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • In seiner »unerbittlichen Klarheit« sei dieser Woyzeck »tief ergreifend« – so Martin Vögele im Mannheimer Morgen (13.02.2017). In der Inszenierung von Brit Bartkowiak fächere sich ein »Panoptikum grell gezeichneter Figuren« auf, das aber nicht zu »eitlem bunten Bühnenzauber« gerate, sondern vielmehr »in messerscharfem Kontrast den auf Woyzeck ruhenden Fokus« justiere. »Ausnahmslos glänzend« spiele das Ensemble, besonderen Respekt zollt der Kritiker dem Darsteller des Woyzeck: »Und wie dieser sich plagt und quält, stoisch Demütigungen und Gewalt erträgt, bis sein geistiger und körperlicher Zersetzungsprozess in blanken Wahn und die tödliche Tat umschlägt, ist eine schlichtweg herausragende Schauspielleistung von Dominik Lindhorst-Apfelthaler.«

     

    »Auf phantastische Weise«, mit »grandiosem Spiel«, verkörpere Dominik Lindhorst-Apfelthaler den Woyzeck, bemerkt auch Heribert Vogt in der Rhein-Neckar-Zeitung (13.02.2017). Die bildstarke Inszenierung des Textes in einer »lebensfeindlichen Maschinenhölle« biete einen Theaterabend von »großer sinnlicher Wucht«, die den Besucher vor »menschliche wie soziale Abgründe« führe.