Im 12. Winter in Schwetzingen findet der 2011|12 begonnene Zyklus über die scuola napoletana seinen Abschluss. Die Neapolitanische Oper ist eine historisch bedeutsame, bis dato jedoch fast vergessene Schule des Barock. Wir haben den in Deutschland bisher einmaligen Versuch unternommen, diese musikalisch faszinierende Periode in einem auf sieben Spielzeiten angelegten Zyklus systematisch von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende zu untersuchen. Bei den meisten der in diesem Kontext aufgeführten Opern handelte es sich um Deutsche Erstaufführungen in speziell für den Winter in Schwetzingen erstellten Editionen. In Form eines historischen Längsschnittes haben wir diese Epoche durchschritten: von Alessandro Scarlattis Marco Attilio Regolo bis hin zu ihrem chronologisch gesehen letzten Vertreter Niccolò Antonio Zingarelli und dessen Giulietta e Romeo. Zum Abschluss dieses Zyklus kehren wir anlässlich des 250. Todestages zu Nicola Antonio Porpora und seinem Mitridate zurück, der in der Fassung von 1736 seine Deutsche Erstaufführung erfährt. Außerdem widmen wir ein hochkarätiges Symposion im Umfeld der Premiere den Aufführungs- und Rezeptionsbedingungen unbekannter Barock-Opern im heutigen Kulturbetrieb. Das reichhaltige Konzertprogramm enthält ferner unter anderem das fast zeitgleich zu Mitridate entstandene Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, ein Recital von Terry Wey mit Marcello-Kantaten und zwei Konzerte mit der Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner.

Ihr

Heribert Germeshausen
Operndirektor Theater und Orchester Heidelberg
Künstlerischer Leiter Winter in Schwetzingen