Niccolò Antonio Zingarelli gilt als der letzte Vertreter der scuola napoletana, jener höchst spannenden und innovativen, gleichwohl weitgehend vergessenen Epoche, aus der wir seit 2011|12 in Form eines chronologischen Längsschnittes wiederentdeckte Meisterwerke vorstellen, meist als Deutsche Erstaufführung. Auf Scarlatti, Porpora, Vinci, Traetta und Jommelli folgt jetzt mit Zingarellis Giulietta e Romeo jenes Werk, das den Gipfel einer fast hundertfünfzigjährigen Entwicklung markiert. Unter den thematisch abgestimmten Konzerten möchte ich an
dieser Stelle besonders das erste Konzert der Lautten Compagney Berlin hervorheben, das Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber mit Tangos von Astor Piazzolla kombiniert. In den Sonaten Bibers wird die im Barock noch sinnliche Verbindung von Gott und Mensch hörbar, während bei Piazzolla die körperliche Sinnlichkeit zwischen Mann und Frau mit fast religiöser Ernsthaftigkeit zelebriert wird. Und mit dieser, im Falle von Romeo und Julia den Tod überwindenden, ernsthaften Liebe schlagen wir auch den Bogen zu den weiteren Premieren der Spielzeit 2016|17, insbesondere zu Georg Friedrich Haasʼ im November 2015 in London Covent Garden mit großem Erfolg uraufgeführter Oper Morgen und Abend, die ihre Zweitinszenierung in Heidelberg erlebt. Sie handelt von der großen Liebe und dem Sterben eines alten Menschen am Ende eines harten, aber erfüllten Leben; gewissermaßen stellen wir Philemon und Baucis dem jungen Liebespaar aus Verona gegenüber.

Ich freue mich auf Ihr Kommen

Ihr Heribert Germeshausen
Operndirektor Theater und Orchester Heidelberg und
Künstlerischer Leiter Winter in Schwetzingen

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