Theater und Orchester Heidelberg
Elias Grandy; Foto Annemone Taake

1. Philharmonisches Konzert

Alfred Schnittke Moz-Art à la Haydn
Wolfgang Amadeus Mozart Flötenkonzert Nr. 1 G-Dur KV 313
Peter Iljitsch Tschaikowsky Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64

Mit traditionellen Formen experimentiert der 1998 verstorbene wolgadeutsche Komponist Alfred Schnittke. Unverkrampft und mit bewusstem Blick auf die Gegenwart verarbeitet er das musikalische Material früherer Epochen. In Moz-Art à la Haydn aus dem Jahr 1977 stellt er zwei Violinen und Streichorchester einander gegenüber. Mozart-Zitate werden in der ironischen Brechung avantgardistischer Techniken wie Polytonalität, Polyrhythmik, Klangerweiterung verarbeitet. Bei alledem dominieren die virtuosen Violinpartien – und im Finale lässt Schnittke den Klassiker Haydn grüßen. Aus künstlerischer Sicht befindet sich Tschaikowsky auf der Höhe seines Erfolgs, als er 1888 die 5. Symphonie komponiert. Seelisch aber schwankt er zwischen Höhenflügen und tiefer Verzweiflung – und so stellt Tschaikowsky auch seiner Fünften ein musikalisches Schicksalsmotiv voran, das alle vier Sätze durchwandert. Der 21-jährige Mozart hatte für seine Schwester Nannerl zum Namenstag eine Überraschung vorbereitet – und ihr ein Flötenkonzert komponiert. Ein Meisterstück, das nichts davon bestätigt, Mozart habe Flöte »nicht leiden« können. Schließlich ist es das einzige original für Flöte komponierte Konzert des Salzburger Genies. Und Musikforscher Alfred Einstein meint: »Es ist von Anfang bis Ende mit Lust und Liebe geschrieben.«

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