Theater und Orchester Heidelberg
Foto Sebastian Bühler

Am Königsweg

von Elfriede Jelinek

Wenn Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek schreibt, reagiert sie auf die Welt, die uns umgibt: klug und wortgewaltig. Ihr allerneustes Stück begann sie am Tag nach Donald Trumps Wahlsieg. Ein Teil des Textes wurde im März 2017 in New York vorgestellt. »Ich schreibe nur, was ich mir vorstelle, und vieles kann ich mir nicht einmal mehr vorstellen«, sagte Jelinek anlässlich der Präsentation in New York. Entstanden ist ein provokanter Kommentar auf den Mann, der Amerika »great again« machen will und die Nachrichtenwelt vor allem durch seine Tweets regiert. Politische Ankündigungen, unflätige Tiraden, beleidigende Worte auf 140 Zeichen. Jelinek schreibt ein modernes »Königsdrama« und thematisiert radikal ihr eigenes Schreiben als Autorin. Was bleibt noch zu sagen angesichts eines Königs, der auf seinem Weg an die Macht alles zerbricht, was ihm im Weg steht. Der Widerstand seiner Gegner lässt ihn wachsen, wie eine Hydra, der immer wieder neue Köpfe wachsen.

Die Uraufführung fand im Oktober 2017 am Schauspielhaus Hamburg statt, bei uns gibt die Regisseurin Mirja Biel im Alten Saal mit ihrer Inszenierung des Textes ihr Heidelberg-Debüt. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch starke ästhetische Setzungen, einen gesellschaftspolitischen Blick und einen vielschichtigen Zugriff auf klassische Stoffe aus. Fünf Schauspielerinnen leihen Jelineks kraftvollem Text ihre Stimmen. Werden die warnenden Stimmen der Seherinnen im modernen Königsdrama erhört oder ereilt sie das gleiche Schicksal wie die griechische Kassandra, deren Prophezeiungen niemand glaubte? Auf der politischen Bühne ist der »König« trotz aller Kritik noch nicht wieder in der Kulisse verschwunden.

Termin

Sa 2 Juni
Zum letzten Mal
19.30–21.20 Uhr > Alter Saal | 18.45 Uhr Einführung

Am Königsweg

von Elfriede Jelinek

Besetzung

Bilder


Videos

Am Königsweg

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Für die Rhein-Neckar-Zeitung (16.04.2018) sah Heribert Vogt ein »weibliches Imperium« zurückschlagen – darstellerisch wie inszenatorisch sei »die reine Frauen-Power am Ruder«. Der Abend oszilliere zwichen »krasser Überzeichnung und dunkler Beklemmung« und fordere zur Auseinandersetzung auf. Getragen werde das »sprachmächtige Stück« vor allem durch das »so intensive wie bedrängende und variantenreiche Spiel« der Schauspielerinnen, denen der Rezensent ein »ganz großes Kompliment« ausspricht.

     

    Das »Stück der Saison« beobachtete Ralf-Carl Langhals für den Mannheimer Morgen (16.04.2018), und in der »zupackenden« Heidelberger Inszenierung von Mirja Biel habe sich das Darstellerinnenquintett mit einer »glänzenden Ensembleleistung« und mit viel »Spiel- und Sarkasmusfreude durch den Bilderreichtum von Monolog und Inszenierung« getobt.

Partner und Sponsoren

  • Mit freundlicher Unterstützung der

     

  • Im Rahmen der Veranstaltungsreihe