Theater und Orchester Heidelberg
Probenfoto von Annemone Taake

Der Freischütz

Romantische Oper in drei Aufzügen von Carl Maria von Weber

Libretto von Johann Friedrich Kind nach der Novelle Der Freischütz. Eine Volkssage von Johann August Apel

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Max steht unter Druck. Ein einziger Schuss muss treffen – sonst erringt er die Hand seiner geliebten Agathe nicht. So war es schon immer, so will es die Tradition. Max aber wird das Bangen um seine Liebe zum Albtraum, und er greift zum Pakt mit dem Teufel: In der Wolfsschlucht lässt er sich magische Kugeln gießen, die nach Maxʼ Willen treffen sollen – die siebte aber lenkt der Satan selbst, und dieser hat Agathe im Visier … Die Angst treibt Max in die düster-spukhafte »Wolfsschlucht« seiner Seele, die das Böse schließlich selbst gebiert: Er flüchtet sich in den Betrug, erntet Missgeschick und Qual – auch für seine Liebste. Beinahe zerbricht die sensible, tief mitfühlende Agathe an seinen verzweifelten Irrwegen.
In die Abgründe der Seele steigt Carl Maria von Weber mit seiner Musik, stürzt aus sanfter Anmut kopfüber in die wildeste Dämonie. Und landete damit bei der Uraufführung 1821 selbst einen triumphalen Treffer: »Ins Schwarze getroffen«, berichtete er stolz. Getroffen hatte er offenbar auch den Geist der Gesellschaft: So sehr identifizierte man sich mit dem Werk, dass es zum Inbegriff der deutschen Nationaloper erhoben wurde; in den biedermeierlichen wie den abgründigen Passagen der Oper schien man sich präzise gespiegelt zu fühlen.

Eine Werkeinführung der Musiktheater-Dramaturgin Merle Fahrholz können Sie hier anhören.

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Der Freischütz

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Für Deutschlandradio Kultur besuchte Uwe Friedrich die Premiere und berichtete direkt im Anschluss an die Vorstellung in der Sendung »Fazit« live von seinen Eindrücken. Die Aufzeichnung des Gesprächs vom 31.03.2017 mit Redakteurin Andrea Gerk können Sie hier hören.

     

    Ein »packendes Sozialdrama« habe Sandra Leupold inszeniert, »konzis, lapidar und packend« und mit »feiner Ironie«, freut sich Rainer Köhl in der Rhein-Neckar-Zeitung (03.04.2017). Das Libretto habe die Regisseurin »sehr genau gelesen« und beleuchte das Drama »neu und klug«. »Fein wie die Inszenierung« auch die musikalische Umsetzung: Max Geller zeige einen feinsinnig gestaltenden, »fabelhaften Max«, Hye-Sung Na als Agathe singe mit »großer Reinheit und schönster lyrischer Hingabe«, »herzerfrischend lieblich« Irina Simmes als Ännchen, »krafvoll sonor« und »trefflich singend« James Homann als Kaspar. Lob spendet der Kritiker auch den kleineren Partien und den »trefflichen« Chor. »Sehr dynamisch«, schlank und agil« das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Dietger Holm: »Romantik bei den Wurzeln gepackt«. Trotz einiger Buhs für die blutige Wolfsschluchtszene: »ein großer Premierenerfolg«.

     

    Eine »dichte Inszenierung«, geprägt von der »Personenzeichnung« der Regisseurin und der »Intensität der Umsetzung« beobachtete Claus Walters für die Badischen Neuesten Nachrichten (04.04.2017). Mit »lyrischem« und »pianoreichem« Tenor gestalte Alexander Geller als Max das »Psychogramm eines Verletzten«, auch James Homann gelänge ein »differenziertes Bild des unglücklichen Außenseiters Kaspars«. Mit »warm timbriertem Sopran« gestalte Hye-Sung Na ihre Agathe »ergreifend«. »Sehr konzentriert« und mit »großer Präzision« habe das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Dietger Holm agiert, »bestens vorbereitet« habe der Chor »Beachtliches geleistet«.

     

    Eine »Gesellschaft voller Zwänge, voller Neurosen« zeige Sandra Leupolds Inszenierung, schreibt Frank Pommer in der Rheinpfalz (03.04.2017); das Entscheidene spiele sich »zwischen den Personen« ab, mit denen der Zuschauer mitleide, das Theater verlasse man »ziemlich aufgewühlt«. Mit Alexander Geller, Jomes Homann und Irina Simmes seien »großartige Stimmen am Werk«, stimmlich »sehr präsent« sei auch der Chor, auch kleinere Rollen seien »stimmlich sehr gut besetzt«. Alle Sängerdarsteller hätten sich »zu 100 % auf das Regiekonzept eingelassen«, das in Heidelberg nicht nur gefeiert werde, aber in jedem Fall »schlüssig sei«.

     

    Die Regisseurin fokussiere den Blick auf das »Innenleben der Figuren«, der »ambitionierte Abend« changiere »zwischen Spieloper und Psycho-Drama«. »Ausgezeichnet« und mit »viel tenoralem Ausdruck« spiele und singe Alexander Geller den Max, Hye-Sung Na als Agathe gelängen »schöne Momente«, »quirlige Züge« mit »hell geführtem Sopran« verleihe Irina Simmes dem Ännchen, James Homann leihe der zentralen Figur des Kaspar seinen »gepflegten Bariton«. »Gut aufgelegt« habe sich das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Dietger Holms »sauberem Dirigat« gezeigt. »Viel Beifall für die Musiker.«