Theater und Orchester Heidelberg
Foto Annemone Taake

Der Mann aus Oklahoma

von Lukas Linder

»Sucht. Nicht. Nach. Mir.« – So lauten die letzten, hastig dahin gekritzelten Worte, die Freds Vater seiner Familie auf dem Küchentisch hinterlässt, bevor er sich aus dem Staub macht. Traumatisch, könnte man meinen, und für den Jungen ist es das auch – doch nicht für die Mutter, die schnell Trost gefunden hat bei Herrn Ehrlicher, einem fitten Sportler und bekennenden Erotomanen. Fred dagegen macht sich auf die Suche nach dem verlorenen Vater. Und als er ihn eines Tages ganz zufällig und buchstäblich im Vorbeigehen hinter einem Fenster der pompösen Villa seines Altersgenossen Chris zu erkennen glaubt – doch nur kurz, denn schon ist er wieder verschwunden – nehmen die Ereignisse an Fahrt auf. Dabei kommt Fred nicht nur seiner Klassenkameradin Astrid näher und gewinnt einen echten Freund hinzu, nein: Am Ende findet er sogar das Geheimnis vom Mann aus Oklahoma heraus. Eine klassische Vater-Sohn-Erzählung, angereichert durch groteske, archetypisch-märchenhafte Überzeichnungen und Räuberpistolen, aus denen Raymond Chandler grüßt.

Lukas Linder, geboren 1984 in Uhwiesen in der Schweiz, studierte Germanistik und Philosophie in Basel und realisierte Theaterprojekte in der freien Szene. Er nahm am Autorenlabor des Schauspielhauses Düsseldorf teil und war Hausautor am Theater Biel Solothurn. 2015 erhielt er den Kleist-Förderpreis sowie den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts für Der Mann aus Oklahoma. Die Uraufführung ist war 9. Juni 2015 im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen, die Zweitaufführung eröffnet den Heidelberger Stückemarkt.

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Der Mann aus Oklahoma

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Eine »eindrucksvolle Inszenierung«, ein »spritziges Jugendstück mit Tiefgang«, ein »überwiegend komischer Abend mit ernsten Untertönen« – so beschreibt Heribert Vogt für die Rhein-Neckar-Zeitung (02.05.2016) die Eröffnungspremiere des Stückemarkts in der Regie von Robin Telfer. Die Schauspieler gestalteten allesamt ihre »absurd zugespitzten Rollen mit Klasse« – Steffen Gangloff mit »krassen Höhepunkten« und »großartig« Fabian Oehl, der den 13-jährigen Helden im »Labyrinth zwischen Kindheit und Männerphantasien« gezeigt habe.

     

    Regisseur Robin Telfer habe das »muntere Spiel, in dem die Welt der Pubertierenden und Erwachsenen kurios aufeinandertreffen, flott inszeniert und manche der amüsanten Dialoge pointenreich« auf die Bühne gebracht, schreibt Alfred Huber im Mannheimer Morgen (02.05.2016).

     

    Ein »kleines, verträumtes, nicht ungewitztes Stück« beobachtete Judith von Sternburg für die Frankfurter Rundschau (02.05.2016). Der Autor habe die Geschichte »dramaturgisch im Griff, überfordert das Publikum nicht, bietet im Unterhaltsamen Abgründe an« − daher der »verständliche Erfolg« seines Stücks.