Theater und Orchester Heidelberg
Foto Anna Kolata; Theater, Oper und Orchester GmbH Halle

Djihad Paradise

nach dem Roman von Anna Kuschnarowa in einer Fassung von Ronny Jakubaschk
Thalia Theater Halle, Regie Ronny Jakubaschk

14+

Nominierung JugendStückePreis

im Anschluss Publikumsgespräch

Julian, der in der Schule nur durch Fehlstunden glänzt und dessen Vater tatenlos auf dem Sofa sitzt und Schulden anhäuft, sieht kaum Sinn im Leben. Er hält sich mit krummen Geschäften über Wasser, bis Romea in seine Klasse kommt. Sie ist der Grund, wieder häufiger am Unterricht teilzunehmen und ein besserer Mensch zu werden. Nach anfänglicher Abfuhr verlieben sich die beiden sogar ineinander. Doch Julian kann seinem Glück nicht trauen: Er entkommt dem Milieu nicht und wird wegen Drogenverkaufs ins Gefängnis gesteckt. Dort betet Zellengenosse Murat mehrmals täglich und zitiert aus dem Koran. Julian findet Halt in dieser zunächst befremdlichen Religiosität und ist bald bereit, sein bedeutungsloses Leben für Glaube und Ideologie aufzugeben. Eine Spirale aus Wut und Sehnsucht treibt ihn über die Grenzen seiner Identität hinaus: Julian konvertiert und heißt jetzt Abdel. Er reist nach Ägypten und schließlich in eine entlegene Bergregion Pakistans, um dort für seine Vorstellung des Islams zu kämpfen.

Anna Kuschnarowas Jugendbuch Djihad Paradise erschien 2013 und erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der zum Islam konvertiert, sich radikalisiert und schließlich zum Selbstmordattentäter wird. Regisseur Ronny Jakubaschk begibt sich zusammen mit Schauspielern und Schauspielstudenten auf eine Reise des Verstehens: Was macht die islamistische Terrorgruppe für Jugendliche aus Deutschland so faszinierend? Und was kann sie zurückholen?

Besetzung

Regie Ronny Jakubaschk | Bühne und Kostüme Annegret Riediger | Musik Bastian Bandt | Dramaturgie Sophie Scherer | Mit Sonja Isemer, Enrico Petters, Max Radestock, Marie Scharf, Frank Schilcher, Paul Simon, Florian Stauch

Partner und Sponsoren

  • In Kooperation mit der Forschungsgruppe »Wie Terroristen lernen« des Max-Planck-Insituts für ethnologische Forschung in Halle