Probenfoto mit Marie-Therese Futterknecht als Titania von Annemone Taake

Ein Sommernachtstraum

  • Wiederaufnahme
  • Komödie von William Shakespeare

  • Dauer: ca. 2 Stunden und 40 Minuten, eine Pause
  • Marguerre-Saal

Herzog Theseus rüstet zur Hochzeit mit der besiegten Amazonenkönigin Hippolyta. Auf einer Lichtung proben zu diesem Anlass Handwerker »die höchst beklagenswerte Komödie von Pyramus und Thisbe«. Zerstrittene Liebespaare fliehen in den Wald. Dort entfaltet sich die außermenschliche Zauberwelt der Naturgeister. Eifersüchtiger Streit herrscht zwischen dem Elfenkönig Oberon und seiner Gemahlin Titania. Um diese zu bestrafen, lässt Oberon den Kobold Puck eine Wunderblume bringen, durch deren Kraft Titania sich beim Erwachen in die erstbeste Kreatur verlieben muss. Die Nacht lockt ihre eigenen Geschöpfe hervor, lässt die dunkle Seite der Liebe aufscheinen und auch den Ort der Handlung plötzlich ganz anders aussehen, ungebändigt und wild wuchernd. Der neue Tag hingegen macht, was nachtsüber aus den Fugen geriet, wieder vergessen. Oder war alles bloß ein Traum? »Der Mensch ist nur ein Esel, wenn er sich daran macht, diesen Traum zu deuten«, sagt am Ende Klaus Zettel, der Weber, dem in dieser Nacht besonders übel mitgespielt worden ist. Und Recht hat er.

Mit Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Nightʼs Dream, 1595) inszeniert Holger Schultze die berühmteste, motivreichste, zauberhafteste Komödie aus dem großen Shakespeare-Kosmos.

Bilder

Steffen Schortie Scheumann (Puck), Gesa Köhler (Elfe); Foto Annemone Taake
Marco Albrecht (Oberon), Maria Magdalena Wardzinska (Helena), Raphael Gehrmann (Demetrius); Foto Annemone Taake
Raphael Gehrmann (Demetrius), Maria Magdalena Wardzinska (Helena), Marco Albrecht (Oberon); Foto Annemone Taake
Maria Magdalena Wardzinska (Helena), Marco Albrecht (Oberon); Foto Annemone Taake
Steffen Schortie Scheumann (Puck), Marco Albrecht (Oberon); Foto Annemone Taake
Rebecca Mauch (Elfe), David Kirchner (Elfe), Marie-Therese Futterknecht (Titania), Gesa Köhler (Elfe), Steffen Moddrow (Elfe), Olaf Weißenberg (Bohnenblüte, Senfsamen, Spinnweb); Foto Annemone Taake
Sheila Eckhardt (Hermia), Heisam Abbas (Lysander), Marie-Therese Futterknecht (Titania); Foto Annemone Taake
Steffen Gangloff (Zettel), Marie-Therese Futterknecht (Titania); Foto Annemone Taake
Marie-Therese Futterknecht (Titania), Gesa Köhler (Elfe), Olaf Weißenberg (Bohnenblüte, Senfsamen, Spinnweb), Steffen Gangloff (Zettel), Rebecca Mauch (Elfe); Foto Annemone Taake
Heisam Abbas (Lysander), Maria Magdalena Wardzinska (Helena), Sheila Eckhardt (Hermia); Foto Annemone Taake
Gesa Köhler (Elfe), Sheila Eckhardt (Hermia), Marie-Therese Futterknecht (Titania), Steffen Gangloff (Zettel); Foto Annemone Taake
Olaf Weißenberg (Egeus), Raphael Gehrmann (Demetrius), Maria Magdalena Wardzinska (Helena), Sheila Eckhardt (Hermia), Marco Albrecht (Theseus), Heisam Abbas (Lysander), Marie-Therese Futterknecht (Hippolyta), Steffen Gangloff (Zettel); Foto Annemone Taake
Marie-Therese Futterknecht (Hippolyta), Sheila Eckhardt (Hermia), Maria Magdalena Wardzinska (Helena), Marco Albrecht (Theseus), Heisam Abbas (Lysander), Raphael Gehrmann (Demetrius); Foto Annemone Taake
Steffen Gangloff (Zettel), Hendrik Richter (Schnauz), Andreas Uhse (Flaut); Foto Annemone Taake
Friedrich Witte (Schnock), Steffen Gangloff (Zettel), Andreas Uhse (Flaut), Hans Fleischmann (Squenz), Hendrik Richter (Schnauz); Foto Annemone Taake
Probenfoto: Annemone Taake

Videos

Ein Sommernachtstraum

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Ästhetisch, komisch, gut« findet Volker Oesterreich die Inszenierung von Holger Schultze, der Shakespeares Komödie mit »großem Aufwand und viel Gespür für ästhetischen Klamauk« im »symbolistischen Bühnenbild« von Marcel Keller auf die Bühne gebracht habe. Eine »Liste der Pluspunkte« zählt der Kritiker in der Rhein-Neckar-Zeitung (06.03.2017) auf, darunter die »beeindruckende Besetzung« mit Gästen und aus dem Ensemble. Zudem lasse der Abend »dem Sprachklang den nötigen Nachhall«, auf »Video- oder Dekonstruktions-Schnickschnack« werde verzichtet; und: »Es wird zwar auf die komödiantische Tube gedrückt, aber das Ding fliegt nie aus der Kurve.« »Nochmals reingehen!« lautet schließlich die Empfehlung zum Schluss der Rezension.

     

    Man könne bei dieser Komödie Spaß haben, freut sich Stefan Benz im Darmstädter Echo (11.03.2017), vor allem wenn man den Sommernachtstraum »so liebevoll im Detail« angehe wie hier Regisseur Holger Schultze, der den »alten Zauber« des Klassikers mit »unverbrauchter Lust« entfache. Aus dem »erstaunlich homogenen Ensemble« könne man kaum einen Darsteller hervorheben; neben Steffen Schortie Scheumann nennt der Kritiker zwar noch Marco Albrecht als Oberon und Theseus, bemerkt aber, in dieser »sorgfältig gezeichneten Inszenierung« käme jeder der Schauspieler zum Zug, »ohne auftrumpfen zu müssen«.

     

    Der Abend biete durchaus »schauspielerische und dramaturgische Glanzlichter, die ihre Beachtung« verdienten, urteilt Markus Mertens im Mannheimer Morgen (06.03.2017). Dazu zählt der Rezensent die darstellerischen Leistungen von Steffen Gangloff (»ein Zettel von wilder Rage und drangvoller Passion«) und von Steffen Schortie Scheumann (als Puck »mit verwegener Attitüde«) sowie den Bühnenraum: »Wenn sich Marcel Kellers Drehbühne samt violetten Gummiband-Dickicht um Titania zu einem festen Kokon schnürt, erzeugt visuelle Imposanz Handlungsmagie.«

     

    Eines der »schönsten Bilder des Abends« ist für Jürgen Berger die »bedröppelt« dastehende Laienschar der Handwerker am Ende ihres Auftritts vor der Athener Oberschicht. Zuvor hatten die »linkisch übermotivierten Laiendarsteller« als »komische Tölpel brilliert« und für die »größten Lacher des Abends« gesorgt, allen voran Steffen Gangloff, der einmal mehr im komischen Fach habe »glänzen« können, wie Berger in der Rheinpfalz (09.03.2017) berichtet. Im Mittelteil der Komödie habe Marcel Kellers »grandioses Raumbild« eines »mysteriösen Waldes« aus vertikal gespannten Gummibändern überzeugt, in dem später die »Feenkönigin im Zentrum der Verknotung wie eine Bienenkönigin in einer eigens für sie verketteten Wabe« schwebe – auch das ein »sehr schönes Bild«.