Theater und Orchester Heidelberg
Foto Annemone Taake

Fahrenheit 451

von Ray Bradbury

Aus dem Englischen von Ulrich Fischer

Eine hochtechnisierte Gesellschaft, in der Bücher, Literatur und Philosophie keine Rolle spielen – ihre Lektüre unter Strafe verboten ist: Großbildleinwände füttern die Menschen mit den »richtigen« Inhalten, und wenn doch einmal ein überkommener Bücherfreund aus der alten Zeit dingfest gemacht wird, sorgt die Feuerwehr dafür, dass keine Buchseite mehr übrig bleibt. Hauptfigur Montag ist ein solcher Feuerwehrmann, dessen tägliche Aufgabe im Kampf gegen die aufrührerischen Bücher allein auf das Legen von Feuer ausgerichtet ist. Dass die Feuerwehr einst dazu da war, Brände zu löschen, kann sich kaum einer mehr vorstellen. Die Begegnung mit dem Teenager Clarissa, die Überdosis seiner Frau Mildred mit Schlaf- und Beruhigungstabletten und der gewaltsame Tod einer Bücherfreundin lassen Fragen in Montag wachsen, die ihm das System nicht beantworten kann. Was macht die Menschen wirklich glücklich? Und warum sind Bücher überhaupt gefährlich? Gibt es ein Denken neben der vorgegebenen Linie der Regierung?
Der ungarische Regisseur Viktor Bodó, dessen erste Arbeit in Heidelberg, König Ubu, für den Theaterpreis DER FAUST nominiert war, bringt zum zweiten Mal deutsche und ungarische Schauspieler gemeinsam auf die Bühne und wirft mit seiner außergewöhnlichen Theaterästhetik einen neuen Blick auf den Klassiker der dystopischen Literatur.

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Fahrenheit 451

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Diese Inszenierung ist einer der seltenen Glücksfälle des Theaters, weil einfach alles stimmt«, schreibt Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (12.10.2015): »die Wahl eines packenden Stoffs; das preisverdächtig gut gelungene Bunker-Bühnenbild von Juli Balázs; der Bilderrausch, den die überwältigenden Projektionen mit atemberaubenden Perspektiven und flotten Schnitten ergeben (Video: András Juhász); das Spiel des deutsch-ungarischen Ensembles; und der symphonische Soundteppich, der Ängste genauso klangmächtig heraufbeschwört wie die stellenweise aufkeimend Hoffnung auf ein kleines bisschen Glück.« Fazit des Kritikers: »Muss man diese Produktion gesehen haben? Ja, man muss! Das bestätigt der kräftige Premierenbeifall.«

     

    Mit »verblüffender Ästhetik« nehme die »kluge Inszenierung« das Publikum auf eine »atemberaubende Bilderreise« mit, schreibt Elisabeth Maier in der nachtkritik.de (12.10.2015). Doch das »technisch perfekt inszenierte Medienspektakel« lasse auch Raum für die Darsteller: »Was die Theaterkunst Bodós so besonders macht, ist sein Gespür für die Schauspieler.«

     

    »Eine virtuos inszenierte Bühnenfassung«, die den Klassiker zudem »erstaunlich frisch« zeige, beobachtete Johannes Breckner für das Darmstädter Echo (Echo online, Oktober 2015). Es sei Bodós bisher »geschlossenste Arbeit«, er forme ein »artistisches Kunststück der Regie-Raffinesse«, »ein durchgestyltes Gesamtkunstwerk, das über zwei sehr kurzweilige Stunden immer wieder Überraschungen« biete.

     

    Im Vorfeld der Premiere sprach Heribert Vogt von der Rhein-Neckar-Zeitung mit dem ungarischen Regisseur Viktor Bodó. Das Interview, erschienen am 08.20.2015, können Sie im Online-Angebot der RNZ nachlesen.

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