Faust I und II

Er ist eine unruhige und zutiefst zwiespältige Seele, Dr. Heinrich Faust, Wissenschaftler, berühmteste Theaterfigur der deutschen Literatur: Sein Alltag ist zermürbend und frustrierend, sein Drang nach Wissen und Forschung aufreibend, die Suche nach dem Sinn seines Daseins unbeantwortet. Aber mit dem Status quo seines Lebens will sich Faust auf keinen Fall zufriedengeben – und fordert den Teufel zu einem gefährlichen Pakt heraus: Mephisto muss ihm alle denkbaren, wilden und rauschhaften Wünsche erfüllen – solange, bis er, Faust, glücklich und gestoppt in seiner unbändigen inneren Unruhe zu einem beliebigen Augenblick sagt: »Verweile doch! du bist so schön!« und damit seine Seele endgültig dem Teufel überlässt. Als Prototyp des modernen, emanzipierten, wissensdurstigen Menschen ist Faust natürlich überzeugt davon, dass dieser Moment nicht eintreffen wird, denn Innehalten ist in seinem Denkkosmos nicht vorgesehen und Stillstand ist der Tod. Und so begibt er sich, berauscht vom eigenen Größenwahn, auf eine Reise jenseits aller Moral und Konvention.
Der Leipziger Hausregisseur Philipp Preuß, der zuletzt unter anderem am Schauspiel Frankfurt, dem Residenztheater München und der Schaubühne Berlin inszenierte, verbindet in seinem Heidelberger Debüt Faust. Eine Tragödie mit dem 20 Jahre später entstandenen Faust. Der Tragödie zweiter Teil – und seziert in großem Bilderbogen eine Menschheitsparabel voller Fragen an das Leben der Gegenwart.

Am 17. März 2018 findet anlässlich der Inszenierungen im Musiktheater und im Schauspiel das sparten-übergreifende Symposion Gretchenfragen statt.

  • Regie Philipp Preuß
  • Bühne Ramallah Aubrecht
  • Kostüme Eva Karobath
  • Video Konny Keller