Theater und Orchester Heidelberg
Foto Annemone Taake

Hänsel und Gretel

Märchenspiel in drei Bildern von Engelbert Humperdinck

Libretto von Adelheid und Hermann Wette nach dem Märchen von Jacob und Wilhelm Grimm (1810)

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Fortgetrieben vom Zorn der Mutter, laufen Hänsel und Gretel aus ihrem engen, ärmlichen Zuhause hinaus und hinein in den Wald. Ein wundersamer, unheimlicher Wald ist es, voll blühender Melodien, leuchtender Orchesterfarben, düsterer Klänge, ein Wald der Lockungen und Gefahren. Hier begegnen die Kinder ihren Sehnsüchten, Hoffnungen, Ängsten, ihren Beziehungen zu den Eltern und zu sich selbst – in Gestalt wohlwollender Fabelwesen, eines süßigkeitengedeckten Häuschens oder einer Frau, die so böse wie ihr Haus verführerisch ist. Und schließlich können sie mit Mut und Erfindungskraft ihre Angst bezwingen, der Gefangenschaft entkommen und freier zurückkehren, als sie waren.
Ursprünglich für den Hausgebrauch gedacht, wuchs sich Humperdincks »Kinderstuben-Weihfestspiel«, wie er es scherzhaft wagnertümelnd nannte, bald zur abendfüllenden Oper aus. Kein Zufall, zielt es doch auf Ängste, die auch Erwachsenen wohlbekannt sind – vor Lieblosigkeit, sozialer Ausgrenzung oder den Abgründen der Seele. So wurde es eine Oper für jedes Alter, die nicht nur Richard Strauss Entzückensrufe entlockte: »Welch herzerfrischender Humor, welch köstlich naive Melodik, welch prachtvolle Polyphonie, und alles originell!«

Termin

Mo 25 Dezember
18.00–20.30 Uhr > Marguerre-Saal

Hänsel und Gretel

Märchenspiel in drei Bildern von Engelbert Humperdinck

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Hänsel und Gretel

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Eine sehr kluge Neuinszenierung (…) hat die Regisseurin Clara Kalus am Heidelberger Theater vorgelegt, wo die beliebte Oper am Samstag eine begeistert gefeierte Premiere hatte«, schreibt Rainer Köhl in der Rhein-Neckar-Zeitung (26.10.2015). Mit »stimmungsvollen Lichtwirkungen« habe die Bühnenbildnerin Nanette Zimmermann einen »wahren Zauberwald« entstehen lassen, auch die Inszenierung nehme dem Märchenspiel »nichts von seinem Zauber« und zeige sich »lustvoll und spaßig«. »Geglänzt« habe Carolyn Frank in ihrer Doppelrolle: sie sei »allen Aspekten der beiden Partien fesselnd gerecht« geworden. Die beiden Protagonistinnen Hye-Sung Na als Gretel und Elisabeth Auerbach als Hänsel hätten »ganz bezaubernd« gesungen und agiert und »kindlich-naiven Charme und aufgeweckte Spiellust vortrefflich mit sublimer Sangeskunst« verbunden. Auch der »trefflich singende« Kinderchor und das Orchester hätten zur »Zauberstimmung« beigetragen: »Dietger Holm am Pult erzeugte mit den vortrefflich aufspielenden Heidelberger Philharmonikern betörende Klänge, im Piano ebenso wie bei saftig wagnerisch aufgewölbter Dramatik.«

     

    Eine in »jeder Beziehung beeindruckende« Aufführung sah Ludwig Steinbach und berichtet auf Opernfreund.de (26.10.2015), das Regieteam zeige eine Produktion, die »einerseits ausgesprochen psychologisch gehalten ist und Denkanstöße gibt, andererseits aber durchaus auch kindgerecht anmutet«, die Gratwanderung zwischen »anspruchsvollem Musiktheater und Märchenoper« sei vollauf gelungen. »Auf hohem Niveau« zeigten sich die gesanglichen Leistungen und beeindruckend sei auch, »was an diesem gelungenen Abend aus dem Orchestergraben tönte«.

     

    Das Ensemble sei »gut gewählt«, die Besetzung der beiden Hauptrollen »wunderbar«, gesanglich »auf den Punkt«, schreibt Rebekka Sambale in der Rheinpfalz (27.10.2015). Die Inszenierung deute das Stück »psychologisch aus«, es werde aber niemand zum Interpretieren gezwungen: »Mann kann auch einfach schauen. Weil die Bühne (…) in Märchen-Kinder-Traum-Erinnerungen entführt, weil der Sandmann Glitzerkonfetti streut und das Licht (…) nicht nur Tag und Nacht, sondern ebenso Gefühle der Unsicherheit und der häuslichen Wärme schafft.«

     

    »Bildhaft, zügig und mit einnehmendem Sog« sei die Partitur vom Philharmonischen Orchester unter Dietger Holm umgesetzt worden, schreibt Eckhard Britsch im Opernnetz.de (26.10.2015). Regisseurin Clara Kalus habe in dem »altbekannten Stück, das die Spielpläne vorwiegend zur (Vor-)Weihnachtszeit belebt, doch einige Aspekte (gefunden), die tiefer zielen, als es der Theatergänger von der liebenswerten Märchenoper mit den volkstümlichen Melodien gewohnt ist.« Fazit: »Die Kinder haben sich zwar zwischenzeitlich im deutschen Wald verirrt, aber die Inszenierung hat nirgends die Orientierung verloren. Entsprechend wohlwollend wird die Premiere vom Publikum aufgenommen.«

     

    Im Mannheimer Morgen (27.10.2015) schreibt Britsch, Elisabeth Auerbach zeige mit »angenehmem Mezzo« einen feinen Hänsel, Hye-Sung Na eine »große Schwester mit ausgereiftem Sopran«. »Prima« agiere der Kinder- und Jugendchor. Die Produktion gefalle »besonders durch die feine Ausarbeitung und Umsetzung der Regie-Ideen; ein Märchenstück für Jung und Alt«.