Foto Annemone Taake

La traviata

  • Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi

  • Uraufführung am 06. März 1853, Teatro La Fenice, Venedig

    In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

  • Dauer: 2 Stunden und 30 Minuten, eine Pause
  • Marguerre-Saal

»Ich wünsche neue, große, schöne, abwechslungsreiche, kühne Stoffe. Kühn bis zum Äußersten, neu in der Form, und dabei gut komponierbar.« Die Erneuerung, nach der Giuseppe Verdi Anfang der 1850er-Jahre suchte, fand er im Menschen: im vielschichtig ausgeleuchteten menschlichen Wesen in seiner gesellschaftlichen Verankerung. Mit dem zeitgenössischen Stoff der Traviata hielt er dem Publikum gar einen direkten Spiegel vor: Violetta Valéry, eine gefeierte, schwindsüchtige Kurtisane der Pariser Halbwelt, erlebt, als sie Alfredo Germont kennenlernt, erstmals eine wirkliche Liebesbeziehung. Fortan lebt sie nur noch in ihrer Liebe – doch das erlaubt die Gesellschaft nicht: Weil ihre Beziehung die ganze Familie kompromittiere, fordert Vater Germont von Violetta, Alfredo zu verlassen. Bereits den Tod vor Augen, beugt sie sich dem väterlichen Druck und stirbt bald darauf einsam und verarmt. Mit größter Schärfe und Zartheit zugleich beschreibt Verdi die gesellschaftliche Doppelmoral, unter der der Einzelne zusammenbricht. In der Konfrontation brillanten Konversationstons und innigster Seelensprache zeichnet er die Einsamkeit einer Frau, die daran zerbricht, dass eine Gesellschaft ihre Wünsche und Begierden an ihr stillt und sie aus ebendiesem Grund verstößt.

Bilder

Jesus Garcia (Alfredo Germont) (Bildmitte), Chor und Extrachor, Statisterie; Foto Annemone Taake
Jesus Garcia (Alfredo Germont), Rinnat Moriah (Violetta Valéry); Foto Annemone Taake
Rinnat Moriah (Violetta Valéry), Jesus Garcia (Alfredo Germont), Chor und Extrachor; Foto Annemone Taake
Jesus Garcia (Alfredo Germont), Rinnat Moriah (Violetta Valéry), Chor und Extrachor; Foto Annemone Taake
Rinnat Moriah (Violetta Valéry), Jesus Garcia (Alfredo Germont); Foto Annemone Taake
James Homann (Giorgio Germont), Ipča Ramanović (Baron Douphol), Jesus Garcia (Alfredo Germont), Rinnat Moriah (Violetta Valéry); Foto Annemone Taake
Irina Simmes (Violetta Valéry), Jesus Garcia (Alfredo Germont); Foto Annemone Taake
Irina Simmes (Violetta Valéry), Jesus Garcia (Alfredo Germont); Foto Annemone Taake
Irina Simmes (Violetta Valéry), James Homann (Giorgio Germont), Jesus Garcia (Alfredo Germont), Statisterie; Foto Annemone Taake
Irina Simmes (Violetta Valéry); Foto Annemone Taake
Irida Herri (Annina), Irina Simmes (Violetta Valéry); Foto Annemone Taake
Zachary Wilson (Baron Douphol), Irina Simmes (Violetta Valéry), Jesus Garcia (Alfredo Germont), Irida Herri (Annina); Foto Annemone Taake

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LA TRAVIATA

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Höchstes Lob für die Heidelberger Inszenierung von Eva-Maria Höckmeyer (»bahnbrechende Neudeutung«) und die musikalische Umsetzung (»ausgezeichnetes Niveau« des Sängerensembles) findet Rezensent Ludwig Steinbach im Opernfreund.de (13.10.2014). Fazit seiner Kritik: »Erneut eine regelrecht preisverdächtige Produktion, zu der man dem Theater der Stadt Heidelberg und allen Beteiligten nur aufs Herzlichste gratulieren kann. Hier haben wir es mit einer der besten Umsetzungen des Werkes in letzter Zeit zu tun. Der Besuch der Aufführung wird dringend empfohlen!«

     

    Es sei »bemerkenswert gut musiziert« worden, schreibt Eckhard Britsch im Opernnetz.de (13.01.2014). Der Junge Dirigent Lahav Shani habe Orchester, Sänger und großen Chor »sehr sicher« geführt. Rinnat Moriah als Violetta habe ihren »Koloratursopran mit unbedingter Sicherheit leuchten« lassen und Jesus Garcia die Partie des Alfredo »überzeugend und mit einigen attraktiven Passagen« gezeigt; auch die kleineren Rollen seien »gut und angemessen besetzt«, der Chor »wirkungsvoll und stabil« agiert.

     

    Für das Darmstädter Echo (22.10.2014) berichtet Rainer Köhl von einem »dichten, kühlen Kammerspiel in ästhetischen Bildern«. Höhepunkt des Abends war für den Kritiker Sopranistin Irina Simmes als Violetta, gefesselt habe die »Intensität und Unbedingtheit ihrer Darstellung« wie die »fast überirdische Schönheit ihrer Stimme«. Mit »Schmelz und schöner Lyrik« habe Jesus Garcia den Alfredo gestaltet. »Zündenden Drive und Glut« habe das Orchester unter Lahav Shani entwickelt.

     

    In der Rhein-Neckar-Zeitung (20.10.2014) berichtet Rainer Köhl von der ersten Vorstellung mit Irina Simmes als Violetta und zeigt sich überaus begeistert: Ihre Darstellung sei zum »eigentlichen Höhepunkt des Abends« geworden, ihre »absolut hochkarätige Leistung« müsse »keine internationale Vergleiche« scheuen.