Theater und Orchester Heidelberg
Foto Florian Merdes

Polifemo

Dramma per musica in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

Text von Paolo Rolli

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

im Rahmen des Winter in Schwetzingen

Nicola Antonio Porpora, der im Zentrum des diesjährigen Winter in Schwetzingen steht, gehört zu den wichtigsten Komponisten der Neapolitanischen Schule. Er war darüber hinaus Gesangslehrer Farinellis, des bis heute wohl berühmtesten Kastraten aller Zeiten. Porporas Erfahrung und Feingefühl auf dem Gebiet der menschlichen Stimme machten ihn zum Spezialisten der »Aria di bravura«, die den Sänger in seiner Virtuosität glänzen ließ. Geboren in Neapel, leitete er ab 1733 in London die Opera of the Nobility – das Konkurrenzhaus zu Georg Friedrich Händels berühmtem Haymarket Theatre. Porpora gelang es recht gut, den Deutschen in den Schatten zu stellen – nicht zuletzt mit seiner Oper Polifemo, uraufgeführt im Januar 1735 und eine Perle unter den Unbekannten. Der Librettist verknüpft darin zwei Mythen, die sich um die Gestalt des Polyphem ranken: Während dieser bei Homer als bedrohlicher Gegner Odysseus’ geschildert wird, wandelt er sich in späteren Bearbeitungen, darunter bei Ovid, zum lüsternen Alten, der der Nymphe Galateia ihr Liebesglück mit dem jungen Aci nicht gönnt. Berühmtes Herzstück der Oper ist das Solo des Aci »Alto Giove«, eine der bekanntesten und ergreifendsten Arien für Countertenor.

Besetzung