Theater und Orchester Heidelberg
Foto Arno Declair

Versetzung

von Thomas Melle in der Regie von Brit Bartkowiak, Deutsches Theater Berlin

Ronald hat alles. Privat kann ihm seine Frau Kathleen wunderbare Neuigkeiten mitteilen. Und beruflich steht er kurz davor, Schütz, der in Ruhestand geht, als Direktor zu beerben. Ronald ist ein Lehrer, wie man ihn sich wünscht: authentische Respektsperson und bewunderter Kumpeltyp in einem – von den Schülern geliebt und den Kollegen gebraucht, mit Respekt bei den Eltern und Wertschätzung beim Chef. Er ist charismatisch, intelligent und redegewandt. Aber Ronald trägt ein Geheimnis in sich. Eine Krankheit, die seine Vergangenheit bestimmt hat und seine Zukunft bedroht.

Nach dem autobiografischen Roman Die Welt im Rücken, in dem er vom Leben mit seiner eigenen manisch-depressiven Erkrankung erzählt, injiziert Thomas Melle das gleiche Schicksal nun der Hauptfigur von Versetzung. Auf der Projektionsfläche von Ronalds bipolarer Störung stellt er in diesem Auftragswerk für das Deutsche Theater Berlin allgemeingültige Fragen nach Zurechenbarkeit und Teilhabe, Verantwortung und Vertrauen, Erfolg und Ansehen. Wie reagiert eine von Leistungsdruck und Gesundheitswahn geprägte Gesellschaft, wenn eines ihrer Mitglieder sich für sie als scheinbar ungesund erweist? Und will man im Zweifel lieber Täter oder Opfer sein?

Nominiert für den Mülheimer Dramatikerpreis 2018

Besetzung

Regie Brit Bartkowiak | Bühne Johanna Pfau | Kostüme Carolin Schogs | Musik und Sounddesign Joe Masi | Chor-Einstudierung Bernd Freytag | Licht Marco Scherle | Dramaturgie David Heiligers

Mit Christoph Franken, Michael Goldberg, Daniel Hoevels, Judith Hofmann, Helmut Mooshammer, Linn Reusse, Wiebke Mollenhauer, Caner Sunar, Birgit Unterweger