Theater und Orchester Heidelberg
Peter Lindhorst (Taxifahrer); Foto von Florian Merdes

Weil wir kein Deutsch konnten

Nach einem Buch von Mehrnousch Zaeri-Esfahani

Bühnenfassung von Karoline Felsmann

10+

Iran, siebziger Jahre. Die kleine Mehrnousch hat eine privilegierte Kindheit: Der Vater ist angesehener Chirurg und zusammen mit der Mutter, den beiden älteren Brüdern und der kleinen Schwester lebt Mehrnousch in der schönen iranischen Stadt Isfahan. Als der Krieg ausbricht, beschließt die Familie das Land zu verlassen. 1985 flüchten sie nach Istanbul. Weiter geht es Weihnachten 1985 über das damalige Ostberlin nach Westberlin. Eine Odyssee durch zahlreiche Flüchtlingsheime beginnt. Bis sie von Karlsruhe aus im Frühjahr 1986 eine Wohnung in Heidelberg erhalten und sich endlich ein neues Zuhause schaffen können. In dem Buch 33 Bogen und ein Teehaus erzählt Mehrnousch Zaeri-Esfahani von dieser Flucht und von der ersten Zeit in einer völlig neuen Welt, in der man sich fremd fühlt, aber auch viele kuriose Dinge erlebt, weil man weder mit der Sprache noch mit der Kultur vertraut ist. Mehrnousch Zaeris Bruder, der bekannte Illustrator Mehrdad Zaeri, wird mit seinen Bildern Teil der Bühne werden. Diese wahre Geschichte in der Inszenierung von Franziska-Theresa Schütz nimmt die Zuschauer mit auf eine poetische Reise.

Besetzung

Bilder

Weil wir kein Deutsch konnten

Pressestimmen

  • Die dpa (Christian Jung, 16.02.2014) berichtet von der Uraufführung, ein »ernstes Thema« sei hier von Regisseurin Franziska-Theresa Schütz »mit viel Witz, Emotionen und Spannung« auf die Bühne gebracht worden, »besondere Intensität« habe die Bühne durch die Zeichnungen von Mehrdad Zaeri gewonnen. Vor allem das junge Publikum sei von der Premiere »begeistert« gewesen.

     

    »Auch wer in seinem Leben das Glück hatte, selbst nie fliehen, seine Habseligkeiten in einen Koffer packen und in die Fremde ziehen zu müssen, weiß nach diesem Theaterstück, was es bedeutet, alles aufzugeben und sich unendlich fremd zu fühlen.«, berichtet Sabine Scheltwort in der Rhein-Neckar-Zeitung (17.02.2014) von der Uraufführung im Zwinger3. Der Dramaturgin Karoline Felsmann sei das »Kunststück gelungen«, aus Mehrnousch Zaeris Vorlage ein »ebenso komisches wie trauriges Stück zu machen, das seinen schweren Inhalt mit Leichtigkeit transportiert«. Der Arbeit der Regisseurin Franziska-Theresa Schütz sei anzumerken, dass dieser Stoff sie besonders berührt habe, so seien ihr auch besonders »berührende Bilder« gelungen, ihre Inszenierung gebrauche aber nicht den »moralischen Zeigefinger« sondern sei mit einer »Prise Ironie« gewürzt und auf »poetisch leise Art« unterstützten die Bühnenbilder des Zeichners Mehrdad Zaeri die Erzählung. Fazit der Rezension: »Weil wir kein Deutsch konnten« sei ein »unbedingt empfehlenswertes Stück zum Lachen und zum Weinen für alle Kinder und Jugendlichen ab 10 Jahren, ganz gleich welcher Herkunft.«

  • Für SWR2 besuchte Annette Lennartz die Uraufführungspremiere. Ihren Beitrag, gesendet am 28.02.2014 im SWR2 Journal am Mittag, können Sie hier hören.