Theater und Orchester Heidelberg
Foto Annemone Taake

Who the fuck is Kafka

nach dem Roman von Lizzie Doron

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Bühnenfassung von Lene Grösch und Nick Hartnagel

Lizzie Doron, israelische Schriftstellerin, trifft auf einer Friedenskonferenz in Rom den palästinensischen Filmemacher Nadim Abu Hanis. Trotz tiefsitzender Feindbilder und neurotisch-paranoider Gefühle füreinander entwickeln sie gemeinsame Pläne: Sie will ein Buch über ihn schreiben, er einen Film über sie drehen. Als Jüdin mit High Heels in Ost-Jerusalem? Als Palästinenser im vornehmen Tel Aviver Apartmentgebäude? Von Anfang an ist es eine wechselvolle Freundschaft, die zwischen den beiden entsteht, trotz bester Vorsätze immer begleitet von Vorurteilen und Unverständnis. Ihm hilft meistens Schokolade, sie rettet ihr Humor. Fünf Jahre später ist der Plan zur Hälfte gescheitert. Nadim heißt nur in Lizzie Dorons Roman so, es ist ein Deckname, um seine Identität zu schützen – und sein Film wurde nie fertiggestellt.

Lizzie Doron erzählt in ihrem autobiografischen Roman nicht nur über den Versuch einer Freundschaft, die der Absurdität und scheinbaren Ausweglosigkeit der Lebenssituation in Israel und den palästinensischen Gebieten trotzen will, sie erzählt auch von dem tiefen Eingeständnis, dass die Absurdität einer israelisch-palästinensischen Konstellation immer gewinnen wird. Und dass es keine einfachen Lösungen gibt, weil das Private ohne das Politische undenkbar ist.

Termine

Do 30 November
20.00–21.30 Uhr > Zwinger¹

Who the fuck is Kafka

nach dem Roman von Lizzie Doron

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Who the fuck is Kafka

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Für SWR2 besuchte Eberhard Reuß im Vorfeld der Uraufführungspremiere eine Probe von Who the fuck is Kafka und sprach mit Dramaturgin Lene Grösch und Regisseur Nick Hartnagel. Seinen Beitrag, gesendet am 07.10.2016 im Programm »Kultur Regional« des SWR2, können Sie im Online-Angebot des SWR nachlesen und nachhören.

     

    Regisseur Nick Hartnagel sei ein »respektabeler Balanceakt zwischen Literatur und Theater gelungen«, die szenische Fassung hinterlasse »nachhaltige Eindrücke«, schreibt Alfred Huber im Mannheimer Morgen (10.10.2016). Großen Anteil an seiner »spannungsreichen, heiter-skurrilen Umsetzung« habe die »bemerkenswerte Phantasie« seiner Ausstatter. »Wirkungsvoll zum Einsatz gebracht« würde die schwarz-weiße Comic-Welt durch die »zwei fabelhaft agierenden« Darsteller, Nicole Averkamp und Hendrik Richter.

     

    So wie dem Nahostkonflikt »ohnehin schon lange nicht mehr mit Sprache, Vernunft und Differenzierung beizukommen sei« zeige sich hier der Ansatz des Regieteams, das Thema »ganz anders, erst einmal sinnlich und simpel«, in »intensiver Bildlichkeit« zu präsentieren, so Heribert Vogt in der Rhein-Neckar-Zeitung (10.10.2016). »Gegen die kafkaeske Welt des heutigen Israel setzen vor allem die beiden Schauspieler mit ihrem Hundert-Prozent-Einsatz in der schwierigen Zone zwischen Katastrophe und Comic einen kräftigen Akzent der Vitalität.«