Foto Klaus Fröhlich
Junges Theater

Schwestern

So 2.10.2011, 15.00 Uhr
  • Premiere
  • ab 9 Jahren
  • Eine Geschichte über das Abschiednehmen von Theo Fransz
  • Aus dem Niederländischen von Monika The
  • Beginn: 15.00 Uhr
  • Dauer: 1 Stunde
  • Zwinger 3
Mathilde und Zus sind Schwestern, Seelenverwandte, die nie weit genug weg und nie eng genug beieinander sein können. Sie streiten, weinen, lachen zusammen, reden über alles und passen aufeinander auf. Doch einmal hat Mathilde nicht auf ihre Schwester aufgepasst: Zus wurde von einem Zug überfahren und ihre Schwester fühlt sich dafür verantwortlich. Schlaflos ist Mathilde nun, weil sie nicht aufhören kann daran zu denken. Wo soll sie hin, mit all ihrer Liebe, mit den Schuldgefühlen und der Verzweiflung? Sie braucht Zeit für ihre Trauer, egal was die Eltern sagen. Nacht für Nacht bekommt sie nun von Zus Besuch. Sie spielen wieder ihre alten Lieblingsspiele und reden, um Mathildes Schmerz zu überwinden, die Schuldgefühle zu verarbeiten und neuen Lebensmut zu finden. Am Ende kann Mathilde mit dem Verlust umgehen und loslassen, denn in ihrer Erinnerung lebt die Schwester weiter. Der niederländische Theatermacher Theo Fransz setzt im Wechselspiel zwischen Tragik und Komik dem Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen die Kraft der Erinnerung entgegen. »Für die meisten ist der Tod ein Tabu, weil er uns an unsere eigene Endlichkeit erinnert. Und davor haben wir Angst, weil wir das nicht kontrollieren können, weil niemand weiß, was danach kommt«, so der Autor. Er löst die Schuldfrage so wunderbar versöhnlich auf, dass man am Ende nicht vor Trauer, sondern vor Erleichterung weinen möchte.

Besetzung

Bilder

Schwestern
Schwestern5888700
Schwestern5901700
Schwestern5957700
Schwestern6013700
Schwestern6023700
Schwestern6073700
Schwestern6127700
Schwestern6216700
Schwestern6300700

Pressestimmen

  • (…) In Corinna Preisbergs aktionsgeladener Inszenierung laufen Sibel Polat als zart besaitete, mädchenhafte Mathilde und Joanna Kapsch als quirlige, clowneske Zus rasch zur Hochform auf. Wobei die Wesensunterschiede der Schwestern schon durch die typgerechten Kostüme von Syzzy Syzzler deutlich hervorgehoben werden, deren Bühnenbild mit leicht überdimensionierten Möbeln die Schauspielerinnen zudem optisch kleiner und kindlicher erscheinen lässt. Ob Mathilde und Zus in der 40. und letzten Nacht ihres Zusammentreffens nach dem Unfall nun miteinander wetteifern, wer die fantasievollsten Schimpfwörter weiß, ob sie auf makabre Weise „Sterben“ oder sehr witzig „Schönmachen“ spielen, ob Prinz Zus in Supermanpose die unterm Tisch schmachtende Prinzessin Mathilde befreit oder ob beide einen hinreißenden Rap über uncoole „Obereinmischer“-Eltern skandieren – stets faszinieren Präzision und Intensität des virtuosen Zusammenspiels von Sibel Polat und Joanna Kapsch. Bei aller Turbulenz hat die Inszenierung aber auch einfühlsam gestaltete stillere Momente, in denen Mathildes Ängste zur Sprache kommen und Zus andeutet, dass der Ort, dem sie entgegengeht, schön, ohne Schrecken und von wunderbarer Musik erfüllt ist. Schließlich sieht Mathilde ein, dass sie Zus nicht verlieren wird, wenn sie die Schwester endlich gewinnen und gehen lässt. (…)
    Rhein-Neckar-Zeitung, Monika Frank, 5.10.2011
  • Behutsam nähert sich das tragikomische Stück "Schwestern" für Kinder und Jugendliche ab neun Jahren im Heidelberger Zwinger 3 dem Umgang mit einem schweren Verlust. (…)
    Zwischen übergroßen Möbelstücken auf Syzzy Syzzlers Bühne geben Kapsch und Polat die beiden Mädchen mal zauberhaft kindlich, dann wieder frech-fordernd, arbeiten sich spielerisch immer wieder neu an das Sterben heran, bis Mathilde schließlich den Unglückstag rekonstruieren und die entscheidende Erkenntnis gewinnen kann: Sie trifft keine Schuld. Erscheint das Leben nach dem Unfall auch weiterhin ungeschönt qualvoll, so wird es zumindest allmählich annehmbar. Subtil und altersgerecht führt Regisseurin Corinna Preisberg ihr Publikum an die Verzagtheit der hinterbliebenen Schwester, die unter der einen schmerzhaften Erinnerung viele andere, schöne Erinnerungen erst wieder neu entdecken muss.
    Mannheimer Morgen, 6.10.2011

Downloads