Foto Klaus Fröhlich
Junges Theater

Human Being Parzival

Mi 8.02.2012, 11.00 Uhr
  • ab 13 Jahren
  • frei nach Eschenbach & Wagner von Bernhard Studlar
  • Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2001
  • Beginn: 11.00 Uhr
  • Dauer: 1 Stunde und 30 Minuten
  • Zwinger 3

Der achthundert Jahre alte Parzival-Stoff ist Grundlage für die Neubearbeitung der berühmten Geschichte des jungen, naiven, aber wilden und mutigen roten Ritters. Parzival bedeutete im Mittelalter »durch das Tal«, und so macht der Junge seinem Namen alle Ehre, indem er keine Gefahren scheut, unerschrocken jedem Abenteuer folgt und seinem Traum, Ritter zu werden, nachgeht. Seine alleinerziehende Mutter glaubt, sie könne ihn beschützen, wenn sie ihn von der Welt fern hält. Aber eines Tages »kommt er in das komplizierte Alter, wo man sich nicht mehr darauf verlassen kann, dass er macht, was man will«. Und so muss sie ihren geliebten Sohn ziehen lassen. Nach einigen Umwegen, wie die Liebe zu einer Frau beispielsweise, wird Parzival ein ganz besonderer Ritter, dem alle Regeln egal sind, der sich durchsetzt, Schmerz und Glück am eigenen Leib erfährt und skrupellos Menschen tötet. Unbekümmert gelangt er an die Gralsburg und wird dort einer Reifeprüfung unterzogen. Er versagt und wird fortgeschickt, ohne verstanden zu haben, was er eigentlich falsch gemacht hat. Herzensbildung ist gefragt im Leben, das muss er leidvoll erfahren, bevor er eine zweite Chance erhält. Wie aus einem ungestümen Raufbold ein geknickter Held und schließlich doch noch ein echter Ritter wird, erzählt Bernhard Studlar in seiner aktuellen Bearbeitung des bekannten Heldenepos.

Human Being Parzival war am 23. März 2012 zum »KUSS«-Festival nach Marburg eingeladen. Die Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche ist das zentrale Festival für Kinder und Jugendliche in Hessen. Einmal im Jahr werden dort ca. 20 Produktionen aus dem In- und Ausland gezeigt. Außerdem vergibt eine Jury für die beste Produktion den Marburger Kinder- und Jugendtheaterpreis.

Besetzung

Bilder

Human Being Parzival
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Pressestimmen

  • „Human Being Parzival“ von Bernhard Studlar ist die Geschichte von einem Sohn, der auszieht, um letzten Endes ein guter Mensch zu werden. Bis dahin allerdings ist der Weg in der ersten Inszenierung der neuen Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters Zwinger3, Franziska-Theresia Schütz, keineswegs gradlinig. Ihr ist es wichtig, zu zeigen, dass sich Jugendliche irren dürfen und nicht immer auf ihre allwissenden Eltern oder andere Erwachsene hören müssen. Eigene Erfahrungen müssen sein, und neben dem Verstand hat das Gefühl besondere Bedeutung, herzig ausgedrückt in Parzivals Liebe zu Condwiramurs. (…)

    Felix Jeiter spielt seinen jungen Parzival nuancenreich als ziemlich verpeilten und tollpatschigen Jungen, der aber aus seinen Fehlern lernt. Wie im echten Vers-Epos von Wolfram von Eschenbach bekommt er, der schließlich auf der Gralsburg vollends scheitert, eine zweite Chance, dank der er Schritt für Schritt die Reifeprüfung besteht. Bernhard Studlar, der Autorenpreisträger des Heidelberger Stückemarkts 2001, hat die Handlung des mittelalterlichen Romans sehr ansprechend auf die jugendliche Perspektive verdichtet. Musikalische Zitate aus Wagners „Parsifal“, arrangiert von Alexandra Holtsch, begleiten das Epos. Im ebenso stimmigen Bühnen- und Kostümbild von Gregor Wickert am schönsten zu beobachten ist die Harmonie und Spielfreude, mit der Massoud Baygan, Joanna Kapsch als alte und David Grimaud, Elisabeth Hütter, Horia-Dacian Nicoara und Sibel Polat zusammen mit Felix Jeiter als neue Ensemblemitglieder in die neue Spielzeit starten.

    Rhein-Neckar-Zeitung, Carmen Oesterreich, 12.10.2011
  • Phantastisches Jungstheater – Human Being Parzival als Glanzleistung beim Theaterfest
    Endlich mal eine Aufführung, die den Bedürfnissen der Jungs - statt wie sonst der Mädchen - in hohem Maße entsprach. (…) Die (…) bei der Kinder- und Jugendtheater-Woche gezeigte Inszenierung von Franziska-Theresa Schütz ragte aus dem Angebot des diesjährigen KUSS-Festivals heraus. So viel "Äktschen" und Abenteuer und zugleich Tiefgang und Rätselhaftigkeit sah man seit Jahren auf dem Marburger Theater selten. Mit so einer Jugendtheater-Produktion aber könnte man glatt dem Kino junge Zuschauer abspenstig machen!
    Die Story ist die des spätmittelalterlichen Klassikers. Den jugendlichen Zuschauern war sie weitgehend unbekannt und rätselhaft. Das sah man den Gesichtern deutlich an. Die Umsetzung des Jungen Theater Heidelberg aber ist grandios heutig. Die Ersetzung des Helden-Schwertes mit einer E-Gitarre, die Spiegelwand, Flirten und Selbstdarstellerposen kannten die Heranwachsenden bestens aus ihrer eigenen medial geprägten Welt. Das an ein massives Schiff erinnernde Bühnenbild von Gregor Wickert erlaubte vielfältige Interaktionen zwischen Protagonist und Gruppe. (…) Die sieben Schauspieler verkörperten - bis auf den Hauptdarsteller Felix Jeiter als Parzival - allesamt großartig mehrere Rollen. Im Unterschied zu den meisten historischen Klassikern waren die Parts der drei Schauspielerinnen keineswegs dekorativ sondern gleichgewichtig und tragend.
    Das zurecht ohne Pause gespielte Abenteuer-Stück über 90 Minuten war randvoll mit Spannung, Humor und "Action". Die Zuschauer reagierten mehrheitlich mit enthusiastischem Applaus auf dieses erfrischende Jugendtheater-Erlebnis.
    marburgnews.de, Jürgen Neitzel, 24.3.2012

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