Theater und Orchester Heidelberg
Foto Florian Merdes

Internationales und Kooperationen

Spielzeit 2017|18

Club der Begegnungen

Der Club der Begegnungen des Jungen Theaters Heidelberg setzt in dieser Spielzeit den Theateraustausch mit der Stadt Rehovot fort. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Heidelberg-Rehovot, welche bereits seit 1983 besteht, treffen die verschiedenen Kulturen aufeinander. Während vorletzte Spielzeit der Club Spezial des Jungen Theaters, bestehend aus sieben Jugendlichen, nach Israel reiste, besuchen dieses Mal die israelischen Jugendlichen unsere Stadt.

Gruppe der israelischen und deutschen Jugendlichen während des Besuchs in Israel in der Spielzeit 2015|16.

Besuch in Israel in der Spielzeit 2015|16

Während des Aufenthalts werden sie gemeinsam mit den Heidelberger Jugendlichen in Workshops arbeiten. Bei diesen Workshops unter der Leitung von Musiktheaterpädagogin Magdalena Erhard und Theaterpädagogin Nelly Sautter geht es nach dem Kennenlernen darum, durch theatrale und musikalische Mittel den kulturellen Austausch zu verarbeiten und zu visualisieren. Am Ende des Austausches gibt es eine öffentliche Präsentation des erarbeiteten Materials im Theater. Zudem sind verschiedene Aktivitäten in und um Heidelberg geplant, um den israelischen Gästen unsere Stadt und unsere Theaterkultur näherzubringen.

Wir freuen uns auf diesen Rückbesuch aus Rehovot vom 22. bis 29. Mai 2018!

Dance Company zu Gast in Polen und den Niederlanden

Die Dance Company Nanine Linning / Theater Heidelberg ist am 28.11.2017 mit der Heidelberger Produktion Bacon (Uraufführung) zum 26. Festival Ars Cameralis nach Chorzów (Polen) eingeladen. Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Kraków wird die Chefchoreografin und Künstlerische Leiterin Nanine Linning gemeinsam mit der Company des Theaters und Orchesters Heidelberg dieses erstmals in Polen im Theater Rozrywki Chorzów bei einem der bedeutendsten Festivals für zeitgenössische Kunst und interdisziplinäre Formen vertreten. Mit über 44 Veranstaltungen aus Literatur, Musik, Kunst, Film und Theater in Katowice, Sosnowiec, Mikołow, Chorzów sowie anderen schlesischen Städten gilt das Festival als eine der größten Werkschauen zeitgenössischer Kunst in Polen. Darüber hinaus freuen wir uns, dass Bacon im Rahmen eines Gastspiels am 17.01.2018 ans Theater aan de Parade im niederländischen Den Bosch eingeladen wurde. Somit gastiert die Dance Company Nanine Linning / Theater Heidelberg zum wiederholten Mal in der Geburtsstadt des Malers Hieronymus Bosch, in der sie nicht zuletzt bei der Eröffnung der Ausstellung Bosch 500 im Jahr 2016 mitgewirkt hat.

¡Adelante! geht weiter

Das argentinische Gastspiel Un Poyo Rojo, Sensationserfolg des iberoamerikanischen Festivals ¡Adelante!, kehrte im Oktober 2017 für vier Vorstellungen zurück nach Heidelberg. »Eine explosive und hypnotische Kombination aus Tanz, Humor, Sport, Akrobatik und Sinnlichkeit. (Revista Digital Cabal, 16.7.2016)« titelte die argentinische Presse; über die ausverkauften ¡Adelante!-Gastspiele in Heidelberg schrieb Nachtkritik: »Die Tänzer Luciano Rosso und Alfonso Barón bringen das Publikum zum Toben in dieser Erfolgsproduktion des argentinischen Teatro Físico.«

Wo die Barbaren leben des chilenischen Theaterkollektivs Bonobo war ebenfalls einer der Höhepunkte des iberoamerikanischen Festivals ¡Adelante! Der Autor Pablo Manzi wurde 2015 als bester chilenischer Dramatiker ausgezeichnet. Wir präsentieren in der neuen Spielzeit die deutschsprachige Erstaufführung an ungewöhnlichem Ort, aber in passendem Ambiente: im Großen Tropenhaus des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg. Mit der Premiere wurde am 17.09.2017 die Spielzeit eröffnet.

Victor Bodo zurück in Heidelberg

Der ungarische Regie-Star Victor Bodo kommt zum dritten Mal an den Neckar, um Brechts Parabel Der gute Mensch von Sezuan mit der wunderbaren Musik von Paul Dessau auf die Bühne zu bringen. In den Rollen der Götter sind drei ungarische Schauspieler aus dem Ensemble des Budapester József-Katona-Theaters zu erleben. Die Premiere fand am 29.09.2017 im Marguerre-Saal statt.

Französische Woche Heidelberg

Auch an der Französischen Woche ist das Theater Heidelberg wieder mit einem Gastspiel beteiligt. Zusammen mit dem Montpellierhaus Heidelberg lädt es den französischen Theatermacher Michel Arbatz, der François Villons wichtigstes Werk »Le Testament« in Wort und Gesang vorträgt. Ein kraftvoller poetischer Abend, mit den scharfzüngigen Versen des französischen Dichters aus dem 15. Jahrhundert. Natürlich bieten wir auch bei diesem Abend deutsche Übertitel an! 22. Oktober, 19 Uhr, Zwinger 1.

Musiktheater in Winterthur

Sie sind eine schöne Gewohnheit geworden: Fast alljährlich gastiert die Heidelberger Opernsparte am Theater Winterthur. Nach einem umjubelten Auftakt mit Tosca zur Spielzeiteröffnung 2013|14 (mit Hye-Sung Na, Angus Wood und James Homann in den Hauptrollen) folgte 2014|15 Traettas Ifigenia in Tauride, die im Rahmen des auf sieben Spielzeiten angelegten Zyklus opera napoletana ein Jahr zuvor im Rahmen des Winter in Schwetzingen ihre deutsche Erstaufführung erlebt hatte und von BR Klassik/Deutschlandfunk aufgezeichnet worden war. Le nozze di Figaro wurde zur Eröffnung der Spielzeit 2015|16 gezeigt, erstmals mit Elias Grandy am Pult des Collegiums Winterthur. 2017|18 ist Heidelberg gleich zweimal zu Gast in der schönen Schweizer Stadt bei Zürich. Hänsel und Gretel zum Spielzeitauftakt im September und erneut im Februar mit Don Giovanni, bei dem erstmals auch das Philharmonische Orchester Heidelberg nach Winterthur mitreist.

Rückblick

Interkulturalität und Vernetzung

Mit dem iberoamerikanischen Festival ¡Adelante! im Februar 2017 war die vergangene Spielzeit international wie nie! Dabei steht das Theater und Orchester Heidelberg bereits seit Jahren für ausgeprägte Interkulturalität.

Neben der Tradition des Gastlands beim Heidelberger Stückemarkt, der internationalen Tanzbiennale und der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Schauspielregisseuren wie dem ungarischen Ausnahmekünstler Victor Bodo beweisen unter anderem die vielen Gastspielanfragen aus dem Ausland für Nanine Linnings Choreografien, dass die Arbeit des Theaters und Orchesters Heidelberg zunehmend internationale Früchte trägt. Auch in der Spielzeit 2016|17 gab es eine Gastspiel-Tournee in den Niederlanden– dieses Mal mit Linnings Produktion Silver, deren »furios getanzte Gruppenszenen« von der Presse als »hochvirtuos« gefeiert wurden. Seit 2013 gastieren außerdem jährlich mit großem Erfolg Opernproduktionen am Theater Winthertur – und seit 2015 findet außerdem die Vorauswahl des internationalen Hans-Gabor-Belvedere-Wettbewerbs, eines der weltweit wichtigsten Gesangswettbewerbe, am Theater und Orchester Heidelberg statt – das regelmäßig mit ungewöhnlich hoher Sängerzahl aus dem eigenen Ensemble vertreten ist.

Weiterhin richtet das Theater den Fokus auf die Vernetzung innerhalb der europäischen Theaterlandschaft und nutzt die Mitgliedschaft in den beiden bekannten europäischen Schauspiel- und Musiktheaternetzwerken European Theatre Convention und Opera Europa mit dem Ziel, neue Partnerschaften in Europa zu etablieren.

Das Theater und Orchester Heidelberg lebt Internationalität nicht nur im täglichen Miteinander von 32 Nationalitäten seiner Mitarbeiter, sondern auch in der konkreten Arbeit durch Kooperationen und Festivaleinladungen.

European Theatre Convention

Im Rahmen ihrer Jahreskonferenz unter der Überschrift »Destination Europe? European drama – a chance for intercultural dialogue« verabschiedeten alle Mitgliedstheater der ETC im November 2015 die Charta der European Theatre Convention.

Charter of the European Theatre Convention

Life in Europe and around the world at the beginning of the twenty-first century is marked by uncertainty, rapidly emerging new trends and challenges, increasing complexity and a growing threat of violent extremism. Our diverse modern society, which is influenced by globalization and reflected in demographic changes, affects our individual and organizational lives, and impacts our reflections, forms of self-expression and interactions with each other.

The European Theatre Convention (ETC) and its member theatres offer public spaces to question and reflect on social developments with artistic means. This includes addressing the individual and collective duty to have openness towards others, towards the foreign and the unknown, without restrictions for participation. Theatre as an aesthetic medium reinforces pluralism and helps transmit democratic values. Freedom of expression and the freedom of art are unconditional values and basic human rights in our democratic societies.

Within the ETC and in our member theatres, we collaborate with and support artists and creative professionals from all cultures and creeds. With our work, projects and joint actions, we strive to nourish a diverse notion of Europe based on diverse traditions, opinions and dialogue.

In adhering to the aims of the ETC, all member theatres confirm and ensure within the framework of this Charter their commitment to:
1) The responsibility of the arts and humanities to envision an open and equal Europe now and in the future
2) The fight against any actions, behaviours and speech linked with intolerance, anti-Semitism, racism and xenophobia, thereby strengthening our day-by-day work for democracy
3) The diversity of cultural expression and the fundamental human rights of freedom and tolerance that our democratic societies are built upon in order to foster an atmosphere of respect and mutual trust.

The ETC Charter has been endorsed by all ETC member theatres on 13 November 2015, in Parma, Italy.

 

ETC-Members

Austria > Landestheater Linz (Linz), Schauspielhaus Graz (Graz). Belgium > Théâtre de Liege (Liege). Bosna i Hercegovina > International theater festival (MESS) (Sarajevo). Croatia > Croatian National Theatre (Zagreb), Zagrebacko Kasaliste Mladih (Zagreb), Gavella City Drama Theatre (Zagreb). Cyprus > THOC – Cyprus Theatre Organisation (Nicosia). Finland > Helsingin Kaupunginteatteri (Helsinki). France > Théâtre de la Manufacture CDN de Nancy (Nancy). Germany > Deutsches Theater (Berlin), Theater an der Parkaue (Berlin), Staatstheater Braunschweig (Braunschweig), Theater Dortmund (Dortmund), Theater & Orchester Heidelberg (Heidelberg), Badisches Staatstheater Karlsruhe (Karlsruhe), Schauspiel Leipzig (Leipzig), Hessisches Staatstheater Wiesbaden (Wiesbaden). Georgia > Kote Marjanishvili State Drama Theatre (Tbilisi). Hungary > Pesti Magyar Színház (Budapest). Italy > Fondazione del Teatro Stabile di Torino (Torino), Teatro Cargo (Genova), Teatro Koreja (Lecce), Fondazione TeatroDue Parma (Parma), Teatro Metastasio Stabile della Toscana (Prato). Kosovo > National Theatre of Kosovo (Prishtinë). Luxembourg > Théâtre d’Esch (Esch-sur-Alzette), Les Théâtres de la Ville de Luxembourg – Le Grande Théâtre de Luxembourg (Luxembourg). Norway > Det Norske Teatret (Oslo). Romania / Roumanie > Teatrul National ‚Marin Sorescu‘ Craiova (Craiova), Teatrul National Timisoara (Timisoara), Centrul Cultural ‘Jean Bart’ (Tulcea). Serbia > Sombor National Theatre (Sombor). Slovakia > Slovenské Narodné Divadlo (Bratislava). Slovenia > Slovene National Drama Theatre (Ljubljana), Slovene National Theatre Maribor (Maribor), Slovene National Theatre Nova Gorica (Nova Gorica). Switzerland > Théâtre des Osses – Centre dramatique Fribourgeois (Givisiez). The Netherlands > De Toneelmakerij (Amsterdam). Turkey > Devlet Tiyatrolari Genel Müdürlügü (Ankara). Ukraine > Molodyi Drama Theatre (Kiev), New Drama Theatre Pechersk (Kiev). United Kingdom > Belarus Free Theatre (London).