Theater und Orchester Heidelberg
Foto Sebastian Bühler

Schauspiel

Kluge Gefühle

von Maryam Zaree

  • Archiv – Spielzeit 2017|18

  • Uraufführung

    PremiereFr 20.04.2018, 20.00–21.30 Uhr Zwinger 1+

AutorenPreis des Heidelberger Stückemarkts 2017

Tara ist Anwältin für Asylrecht und hat alles im Griff, glaubt sie. Sie datet sich durch das Internet und hält kurze, angemessene Besuche bei ihrer Mutter Shahla aus. Sie ist klüger als ihr Therapeut: »Ich denke, es hat etwas mit der Vergangenheit zu tun, und die ist doch vergangen, also lassen wir sie hinter uns und rennen nach vorne.« Bis ihre Mutter verschwindet – um etwas öffentlich zu machen, wovon nicht einmal ihre Tochter wusste. Im Internet stößt Tara auf den Livestream, in dem Shahla über ihre Folterung als schwangere Frau im iranischen Gefängnis aussagt. Nichts davon hatte sie gewusst. Von da an muss Tara stehen bleiben, zurückschauen und lernen, die Gegenwart mit neuem Blick wahrzunehmen.

Maryam Zaree wurde in Teheran (Iran) geboren. Sie wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte Schauspiel an der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg. Bekannt wurde sie durch die Hauptrolle im Kinofilm Shahada von Burhan Qurbani. Sie spielte in verschiedenen europäischen Filmproduktionen, unter anderem in I am not him von Tayfun Pirselimoğlu. Zudem ist sie Gastschauspielerin an verschiedenen Theatern, unter anderem am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspiel Hannover, an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Ballhaus Naunynstraße. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin arbeitet Maryam Zaree außerdem als Autorin und Regisseurin.

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Kluge Gefühle

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Durch »kluge Konzentration auf die Figuren« schaffe Osthues‘ Inszenierung »die Erweiterung des Selbstfindungsdramas zum weltpolitischen Familiendrama«, bemerkt Detlev Baur in der deutschen Bühne (online, 21.04.2018). In der »sorgfältigen und runden Inszenierung« werde »sehenswertes, anregendes Theater« geboten.

    In der Rhein-Neckar-Zeitung (23.04.2018) schreibt Heribert Vogt, die Regisseurin Isabel Osthues arrangiere Zarees Vorlage »mit schnellen harten Schnitten, entsprechend den Brüchen in Taras Biographie«. Nach und nach lege die Inszenierung die »physischen und psychischen Verwundungen frei«, bis schließlich der »ganze Schrecken« vor Augen stehe.

    Es sei eine »kleine große Geschichte, die da in Heidelberg präsentiert wird«, lobt Jens Frederiksen in der Allgemeinen Zeitung (24.04.2018), und umgesetzt werde sie »mit Engagement und sachlichem Ernst«.

    Für die Süddeutsche Zeitung (25.04.2018) beobachtet Cornelia Fiedler eine Autorin, die in ihrer Vorlage »bewusst auf Humor und auf ein eher beiläufiges Erzählen« setze. Sie kenne die »Sprachlosigkeit und deren Folgen«, sei sie doch selbst als Tochter von Oppositionellen in einem iranischen Gefängnis zur Welt gekommen. Mit ihrer »unverblümten Art« sei Maryam Zaree als Autorin eine »Entdeckung«.