Theater und Orchester Heidelberg

Schauspiel

Beben

von Maria Milisavljevic

    Zweitaufführung
    Unterwegs

    Mo 17.09.2018, 20.00–21.30 Uhr Guadalajara, Mexiko

Unterwegs nach Mexiko und Kuba

»Beben« zeigt in mehreren Erzählsträngen, wie virtuelle und reale Gewalt zusehends ineinanderfließen, zeigt unsere Gegenwart, in der es dröhnt, in der echtes und virtuelles Kriegsgeräusch sich unentwirrbar vermischen. Während Frau Meller wie immer am Fenster steht und von ihrem Kissenplatz aus die Gewalt auf den Straßen beobachtet, verkriechen sich die Jungen in ihre Games. Kein Hipsterbart und kein Neonschuh-Revival der 80er kann darüber hinwegtauschen, dass die analoge Zeit vorbei ist. Woran kann man sich in diesem unaufhörlichen Dröhnen orientieren? – Aber etwas posten kann man allemal. Und gleichzeitig sind da die mit der echten Kriegserfahrung, wie die Mutter, die kaum sprechen kann, über das was geschehen ist, die mitansehen musste wie ihr Sohn erschossen wurde. Nun sucht sie Versöhnung und Friede in der Begegnung mit dem Täter.

Maria Milisavljevic hat einen poetischen Theatertext geschaffen, der mit zahlreichen Referenzen ein komplexes Bild unserer Gegenwart zeichnet. Die Autorin studierte Englische Kulturwissenschaften, Englische Literatur und Kunstgeschichte. Im Anschluss arbeitete sie als Regisseurin und Dramaturgin an Theatern in Deutschland, London und Toronto und promoviert über das Londoner Royal Court Theatre.

Ihr Stück Brandung, das 2014 beim Heidelberger Stückemarkt gezeigt wurde, gewann 2013 den Kleistförderpreis für junge Dramatik. »Beben« gewann den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2016 und hat nach seiner Uraufführung in Kaiserslautern den 34. Heidelberger Stückemarkt eröffnet.

2018 war »Beben« zu den Mülheimer Theatertagen NRW eingeladen, Maria Milisavljevic war nominiert für den Mülheimer Dramatikerpreis. Im September 2018 reist »Beben« zu Gastspielen nach Mexiko und Kuba.

 

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Beben

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • In der Rhein-Neckar-Zeitung (02.05.2017) schreibt Volker Oesterreich, Regisseur Erich Sidler nutze Milisavljevics Wort-Partitur für ein »stark rhythmisiertes Körper- und Tanztheater« und löse somit das Manko des Textes, keine »greifbaren Charaktere« zu zeichnen, »mit seinem hoch talentierten Ensemble« bravourös. Die Choreografie Valenti Rocamora i Toràs und die »darstellerische Kraft« der Ensemblemitglieder führten den Abend »auf ein höheres Level der Kunst«, die Inszenierung schaffe einen »starken Gegenpol zur virtuellen Scheinwelt«, um die es in der Stückvorlage geht: »So triumphiert die Kraft des Theaters und des Spiels über den neuzeitlichen Illusionismus des digitalen Zeitalters.«