Theater und Orchester Heidelberg
Foto Susanne Reichardt

Schauspiel

Das Spiel von Liebe und Zufall

Komödie in drei Akten von Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux

aus dem Französischen von Sigrid Behrens

mit Musik von Charlotte Brandi

Silvia und Dorante sollen auf Wunsch ihrer Väter heiraten, doch beide sind skeptisch. Arrangierte Ehen sind selbstverständlich vollkommen unzeitgemäß, den idealen Menschen für die Vervollständigung des Lebensglücks findet man so doch keinesfalls. Um den anderen zu prüfen, tauschen beide heimlich die Rollen mit ihren Bediensteten. Lisette übernimmt für Silvia, Arlequin legt sich für seinen Herrn Dorante ins Zeug – und das Chaos ist vorprogrammiert.
Bescheid wissen nur Silvias Vater Orgon und ihr Bruder Mario, der nach Herzenslaune Öl ins Feuer gießt und eine zusätzliche Eifersuchtsintrige anzettelt. Bis sich zum Ende hoffentlich die richtigen Herzen finden, sind jede Menge Hürden zu nehmen …

»Das Spiel von Liebe und Zufall« aus dem Jahr 1730 ist eine Komödie an der Schwelle vom barocken, höfischen Theater zur Aufklärung. Die Leichtigkeit, mit der die Rollen auf den Brettern, die nichts Geringeres als die Welt bedeuten, getauscht werden, lässt die feinen Standesunterschiede bereits langsam bröckeln. Und der allzu wichtig genommene Ernst bei der alles entscheidenden Partnersuche strahlt uns sehr heutig aus der dreihundertjährigen Aufführungsgeschichte an.

Regisseurin Lilli-Hannah Hoepner inszeniert erstmals am Theater und Orchester Heidelberg. Ihr zur Seite steht mit Musikerin Charlotte Brandi eine der derzeit spannendsten Stimmen der Indie-Pop-Szene.

Besetzung

Organisationsleitung Heidelberger Schlossfestspiele Alexander Schilling
Regieassistenz/Abendspielleitung Georg Zahn
Soufflage Sara Eichhorn
Kostümassistenz Greta Hof

Technischer Direktor Peer Rudolph
Technischer Produktionsleiter Jens Weise
Technischer Leiter Schlossfestspiele und Bühnenmeister Rolf Bader
Leiter der Beleuchtungsabteilung Ralf Kabrhel
Licht Andreas Rehfeld, Kristin Rohleder
Leiter der Tonabteilung Alexander Wodniok
Ton Tobias Schirmann, Janusz Zajonz
Leiterin der Kostümabteilung Katharina Kromminga, Kristina Flachs (stellv.)
Kostümbearbeitung Kristina Flachs
Gewandmeisterin Damen Dagmar Gröver
Gewandmeisterin Herren Baika Bettag
Chefmaskenbildnerin Kerstin Geiger, Martina Müller (stellv.)
Abendmaske Ramona Bauer, Caecilia Neuweiler, Daniela Werner
Leiterin der Requisite Lotte Linnenbrügger
Requisite Frank Schwabe
Vorstand des Malersaals Dietmar Lechner
Leiter der Dekorationswerkstatt Markus Rothmund
Leiter der Schlosserei Karl-Heinz Weis
Leiter der Schreinerei Klaus Volpp

Bilder


Pressestimmen

  • Für den Mannheimer Morgen (14. Juni 2021) sah Leon Igel einen »grandiosen, temporeichen Galopp von achtzig Minuten durch die Kulturgeschichte der Liebe«, in dem Regisseurin Lilli-Hannah Hoepner den Originaltext kaum verlasse, aber dennoch »moderne Herzen« erreiche: mit dem »Spiel des fabelhaften Ensembles«, durch die gelungene Neuübersetzung von Sigrid Behrens wie auch mithilfe der »wunderbaren Pop-Musikerin Charlotte Brandi«, die mit ihren Songs dort einspringe, »wo die Emotion der Musik mehr vermitteln kann als bloße Worte«. So schließt der Kritiker: »Für diesen grandios gedankengeladenen und doch vergnüglichen Marivaux bedankt sich das Publikum mit verdientem, starkem Applaus.«

     

    Als »gewitzt und talentiert« habe sich die Regisseurin mit ihrer Inszenierung erwiesen, die »nur so dahin(schnurre)«, berichtet Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (14. Juni 2021). Zum »drolligen« und kurzweiligen Abend trage maßgeblich das »sommertheatertaugliche« Ensemble bei − hier gefielen dem Rezensenten besonders die beiden Damen, denen »Dichter und Dramaturgie« besonders viel »Pointenpfeffer aufs Komödienmenü gestreut« hätten. Den Songs der Komponistin und Musikerin Charlotte Brandi attestiert Oesterreich »Ohrwurmqualitäten« und sah sich fast »geneigt einzustimmen« − spendet dann aber nur »Beifall für alle«.