Theater und Orchester Heidelberg

The Good Person of Szechwan

A parable by Bertolt Brecht

Collaborative assistance Ruth Berlau and Margarete Steffin
Music by Paul Dessau, arranged by Klaus von Heydenaber

All performances are shown with English surtitles (translation by John Willett)

In the Chinese province of Szechwan, three gods want to demonstrate that there are still people with good hearts. They disguise themselves so nobody will recognize them. Those who were well off enough to share with others, refused to put the three strangers up for the night, except the prostitute Shen Teh who gives them shelter. When she mentions her money troubles, the gods give her a small fortune. She is overwhelmed by their generosity and promises to lead an honourable life. She then buys a small tobacco store. With time, more and more people abuse Shen Teh’s good nature and soon she finds herself in debt. In the face of harsh reality, she cannot keep up being a good person and so slips into the role of Cousin Shui Ta, a ruthless businessman, under whose management the small business flourishes and grows. However, she cannot conceal her absence for much longer. Is she doomed to fail in her attempt to live by the gods’ demands to be a good person and live well?

For the third time, the Hungarian star-director Victor Bodo has come to Heidelberg to stage Brecht’s Parable accompanied by the wonderful music by Paul Dessau. The gods will be played by three Hungarian actors from the Ensemble of the Budapest József-Katona Theatre.

Schauspiel

Der gute Mensch von Sezuan

Parabelstück von Bertolt Brecht

EN
    WiederaufnahmeDi 23.10.2018, 19.30–21.40 Uhr 18.45 Uhr Einführung Marguerre-Saal+

Mitarbeit Ruth Berlau und Margarete Steffin
Die Musik von Paul Dessau wurde arrangiert von Klaus von Heydenaber

Empfohlen ab 14 Jahren

Mit englischen Übertiteln nach der Übertragung von John Willett.
All performances are shown with English surtitles.

Drei Götter wollen in der chinesischen Provinz Sezuan beweisen, dass es noch Menschen guten Herzens gibt. Aber niemand erkennt sie. Alle, die leicht teilen könnten, weil sie es sich leisten können, lehnen es ab, den drei Unbekannten Unterschlupf zu gewähren, nur die arme Prostituierte Shen Te nimmt sie auf. Als sie ihre Geldsorgen offenbart, bezahlen die Götter sie mit einem kleinen Vermögen. Die unverhofft Beschenkte ist überwältigt und verspricht, sich nur noch gut zu verhalten, und kauft einen kleinen Tabakladen. Zunehmend nutzen Schmarotzer Shen Tes Gutmütigkeit aus und sie macht Schulden. Angesichts der harten Realität kann sie nicht gut bleiben. Sie schlüpft in die Rolle des Vetters Shui Ta, der rücksichtslos wirtschaftet und den kleinen Laden zu einem florierenden Unternehmen ausbaut. Doch lange kann sie ihre eigene Abwesenheit nicht geheim halten. Muss der Anspruch der Götter, »gut zu sein und doch zu leben«, in dieser Welt scheitern?
Der ungarische Regie-Star Victor Bodo kommt zum dritten Mal an den Neckar, um Brechts Parabel mit der wunderbaren Musik von Paul Dessau auf die Bühne zu bringen. In den Rollen der Götter sind drei ungarische Schauspieler aus dem Ensemble des Budapester József-Katona-Theaters zu erleben.

Theaterpädagogisches Begleitangebot: Begleitmaterial | Vorbereitung | Nachbereitung

Im Anschluss an die letzte Vorstellung in Heidelberg am 28. November wird Regisseur Victor Bodo den Preis des Internationalen Theaterinstituts (ITI) – Zentrum Deutschland auf der Bühne entgegennehmen. Vorstellungsbesucher sind anschließend herzlich zu einem Sektempfang mit dem Preisträger im Alten Saal eingeladen.

Mit dem diesjährigen Preis des ITI wird der Regisseur Victor Bodo geehrt, der seit gut einem Jahrzehnt auch einem größeren deutschsprachigen Publikum durch Produktionen an den Bühnen in Graz, Köln, Mainz, Heidelberg, Basel oder Hamburg bekannt geworden ist.
In der Begründung des Internationalen Theaterinstituts ITI heißt es zu Recht: »Mit der Vergabe des ITI-Theaterpreises an Victor Bodo möchte das Internationale Theaterinstitut ITI ein kulturpolitisches Zeichen setzen. Denn so sehr wir uns über die Entwicklung einer transnationalen europäischen Kulturlandschaft auch freuen mögen, so kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie vielfach aus Not und als Fluchtbewegung entsteht. Denn Kultur wird in vielen europäischen Ländern marginalisiert – sei es aus ökonomischen oder politischen Gründen. Im Ergebnis sind insbesondere die deutschsprachigen Länder vielfach unfreiwilliger Fluchtpunkt für andernorts bedrohte Künstler. Victor Bodo ist ein herausragender Regisseur, der in Ungarn kaum mehr Arbeitsmöglichkeiten hat.« (Joachim Lux, ITI-Präsident)

Termine

Mi 30 Januar
Unterwegs
19.30–21.40 Uhr > Theater Winterthur

Der gute Mensch von Sezuan

Parabelstück von Bertolt Brecht

Do 31 Januar
Unterwegs
19.30–21.40 Uhr > Theater Winterthur

Der gute Mensch von Sezuan

Parabelstück von Bertolt Brecht

Weitere Termine
Fr 1 Februar
Unterwegs
19.30–21.40 Uhr > Theater Winterthur

Der gute Mensch von Sezuan

Parabelstück von Bertolt Brecht

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Änderungen vorbehalten

Besetzung

Bilder


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Der gute Mensch von Sezuan

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Victor Bodo ist ungeachtet seiner nüchternen Konzeption ein großer Träumer«, schreibt Alfred Huber im Mannheimer Morgen (30.09.2017). »Er versteht es famos, einzelne Figuren in Typen zu verwandeln, die uns zeigen, dass auch Gefühle ein Geschäft sind und keine Himmelsmacht.« Seine Inszenierung verrate beides: »Brechts wirklichkeitsfernen Idealismus und seinen gnadenlosen Blick auf die Realität.« Der Kritiker hebt besonders die darstellerische Leistung von Lisa Förster hervor, die »den barmherzigen Engel auch dann anmutig« spiele, »wenn sie ihr klägliches Lieben empfindsam beschreibt.«

     

    Victor Bodo rhythmisiere und stilisiere das Stück von Anfang bis zum Ende und präsentiere einen »Abend von einem hochartifiziellen Gestaltungswillen«, schreibt Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (02./03.10.2017). Besonders hebt er Klaus von Heydenabers Bearbeitung der Bühnenmusik von Paul Dessau und die »geschickten Klangeffekte von prasselndem Regen oder ploppenden Tropfen«, die »ans Sensorium der Zuschauer« appellieren, hervor. Lisa Förster sei der herausfordernden Doppelrolle Shen Te/Shui Ta »mehr als gewachsen. Hervorragend gelingt ihr der permanente Spagat zwischen gut und schlecht, weiblich und männlich, verliebt und verletzt.« »Einfach göttlich« findet er »dieses Outfit der Kostümbildnerin Ildi Tihanyi.« Sein Resümee: »Alles in allem eine runde Sache«.

     

    »Dieser ideen- und bilderreiche Abend könnte locker in die Theatergeschichte eingehen«, findet Harald Raab auf nachtkritik.de (30.10.2017). Victor Bodo »pfeift auf die reine Lehre des epischen Theaters und lässt emotionsreich agieren« und so gerate ihm »Sezuan nicht zu einem bloß historisch-geographischen Raum«. Er lasse »das komische Potential der Geschichte pointiert ausspielen« und so werde »das Tragische erst durch das Komische deutlich konturiert«. »Das Spiel im Verwirrspiel« sei gerade für die kleineren Rollen ein weites Feld für Charakterkomik«, wobei auf die epische Spezialität Brechts, auf unpersönliche Charaktermasken« verzichtet werde. Platz bleibe außerdem für die poetischen Momente, in denen etwa Shen Te ihrem Liebeserwachen Ausdruck gebe. Lisa Förster beherrsche die »Breite der Gefühlsäußerung in ihrer Prachtrolle als Shen Te äußerst facettenreich«. Die Götter »funktionieren perfekt als Verkörperung von salbadernden Ideologie-Funktionären für das Trugbild von einer heilen Welt«.

     

    Viktor Bodos Regie nehme »den großen Moralisten BB ideologisch nicht so streng«, emotional hingegen »erstaunlich ernst«, meint Stefan Benz im Darmstädter Echo (06.10.2017). Wie Lisa Förster sich von Shen Te in Shui Ta verwandle, »wie sie sich dabei verausgabt, das hat eine umwerfende Wucht«. »Existenziell schmerzhaft« sei es, wie der gute Mensch an seinen bösen Taten leide. »Lisa Förster spielt, als ginge es hier wirklich um was. Als ginge es um alles. Sowas lernt man dann doch nicht in der Schule, sondern nur im Theater.«

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