Theater und Orchester Heidelberg

Schauspiel

Der Prozess

nach Franz Kafka

    Do 14.03.2019, 19.30–22.10 Uhr, eine Pause 18.45 Uhr Einführung Marguerre-Saal+

Bühnenfassung von Lene Grösch und Moritz Schönecker

Empfohlen ab 15 Jahren

Ein Mensch wird verhaftet und erfährt keinen Grund. Ein Mensch wird vom Untersuchungsgericht einbestellt, aber zum Verhör kommt es nicht. Ein Mensch wird angeklagt und weiß nicht warum. Denn das Gericht agiert im Geheimen und in dieser Welt kann der Mensch seine eigene Anklageschrift nicht einsehen. Und je mehr sich der Mensch verteidigen will, desto enger ziehen sich die bürokratischen Schlaufen eines unbarmherzigen, undurchschaubaren und entmenschlichten Gesellschaftssystems zu. Der Mensch heißt Josef K. – und »Der Prozess«, entstanden 1914 bis 1915, ist neben »Die Verwandlung« Franz Kafkas weltweit bekanntestes Werk. Die Erfahrung eines Individuums, hilflos einem System ausgeliefert zu sein und die Mechanismen weder zu verstehen noch gegen sie angehen zu können, gehört zu den Urängsten innerhalb moderner Massengesellschaften und lässt die potenzielle Willkür totalitärer Staaten zum theatralen Albtraum werden.

»Der Prozess« wird von Moritz Schönecker auf die Bühne gebracht, der in Heidelberg bereits mit seiner Inszenierung »Unterwerfung« nach Michel Houellebecq eindrucksvoll sein Talent für Romanadaptionen bewiesen hat.

Theaterpädagogisches Begleitangebot: Probenklasse | »Mal gucken!« | Begleitmaterial | Vorbereitung | Einführung | Nachbereitung

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Der Prozess

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Für SWR2 besuchte Daniel Stender die Premiere. Seine Rezension, gesendet am 4.3.2019 im SWR2-Magazin »Journal am Mittag«, können Sie hier nachhören.

     

    Im Mannheimer Morgen (4.3.2019) will Eckhard Britsch nicht behaupten, der »ambitionierte« wie »überfrachtete« Abend sei gescheitert: »Wenn doch, dann wenigstens auf phantasievoll-anspruchsvollem Niveau, das mehr Ratlosigkeit als Stringenz beim Premienpublikum hinterlässt«. Das Ensemble »glänze mit individueller Zeichnung der Kafka-Personen«, herausragen würden Sophie Melbinger mit einem »großen, bemerkenswerten Auftritt« als Josef K. sowie Sambujang Touray, dessen »schlicht und eindringlich vorgetragener Monolog« zu den »Höhepunkten des Abends«gehöre.

     

    Für die Rhein-Neckar-Zeitung (4.3.2018) sah Heribert Vogt eine »so herausfordernde wie polarisierende« Aufführung. Schöneckers »aufwendige, knallfarbige und brüllende Inszenierung« sei ein »flammendes Plädoyer gegen die als unmenschlich gebrandmarkte Abschiebepraxis von Flüchtlingen in unserer Gegenwart«. Die Schauspieler leisteten »großartig Groteskes« in wechselnden Rollen, »herausragend« sei Sophie Melbinger als Josef K. »Insgesamt ein lange anhaltender theatraler Dauerbeschuss des Publikums, der gewohnte Sichtweisen in Schutt und Asche legt sowie insbesondere die Vorstellungsbilder von Kafka und von der Abschiebepraxis sprengt.«