Theater und Orchester Heidelberg
Foto Susanne Reichardt

Schauspiel

Der sechste Kontinent

Eine szenische Installation im Elefantenhaus des Zoos Heidelberg von Lothar Kittstein, Bernhard Mikeska und Maria Schneider

Empfohlen ab 16 Jahren

»Was tun! Was Wichtiges. Was Großes!« Ein Widerhall, im Kopf der renommierten deutschen Performancekünstlerin, die ein aufsehenerregendes, radikales und von einer Großbank üppig finanziertes Kunstprojekt zum sogenannten »Schwerpunkt Afrika« vorbereitet. Ihr Thema: Eine vor etwa hundert Jahren verschollene Tropenmedizinerin, die zur Kaiserzeit in den Dschungel der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika reiste, um dort eine grassierende Tropenkrankheit auszurotten. »Was tun! Was Wichtiges. Was Großes!« – so hallt es auch durch den Fiebertraum der Medizinerin, deren Projekt, entsprungen aus den kolonialen Denkmustern ihrer Zeit, vor dem Scheitern steht. Das historische Material entzieht sich der heutigen Künstlerin, wird widerständig, reibt ihre großen Pläne auf – während die Zeit drängt, bis zur Ausstellungseröffnung, bis zur Erlösung, die nicht kommen wird.

Die neue szenische Installation des Kollektivs RAUM+ZEIT nimmt das Publikum mit auf eine assoziative Reise in eine Zeit, in der die von Europa ausgehende Kolonisation der Welt selbstverständlich schien. Was hat sich seitdem geändert? »Der sechste Kontinent« ist ein Abend über Machtverhältnisse, zwischen Afrika und Europa, Frau und Mann, Kunst und Geld, Mensch und Tier. Mehr Installation als Theaterstück, mit vier Spieler*innen, zeitgleich auf beiden Seiten des Zauns, der üblicherweise die Elefanten von den Besucher*innen, der die eine Welt von der anderen Welt trennt.

Bilder


Videos

Der sechste Kontinent

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • In der Allgemeinen Zeitung (24. September 2019) berichtet Stefan Benz von einer »sehr genau abgezirkelten Raum-Inszenierung«, die »unserem Bild des Schwarzen Kontinents« in einem »Menschenzoo bei Kunst, Kommerz und Kolonialismus« nachspüre. Die Bandbreite der angesprochenen Fragestellungen werde auf der Bühne nicht ausbuchstabiert, jedoch stünden Themen wie Kolonialismuskritik und Rassismus »unübersehbar auf dem Spielfeld«.

Partner und Sponsoren