Theater und Orchester Heidelberg

Deutschsprachiger Autor:innenwettbewerb Teil I

Texte von Leo Meier, Miriam V. Lesch und Paula Thielecke

Vorgestellt werden
»zwei herren von real madrid« von Leo Meier (Lesung um 13.30 Uhr),
»Wald« von Miriam V. Lesch (Lesung um 14.30 Uhr) und
»Judith Shakespeare − Rape and Revenge« von Paula Thielecke (Lesung um 16.00 Uhr).

Im Anschluss an jede Lesung findet ein Publikumsgespräch statt.

»zwei herren von real madrid« von Leo Meier

Es lesen Nicole Averkamp, Katharina Quast, Benedict Fellmer, André Kuntze, Jonah Moritz Quast und Hendrik Richter
Einrichtung Michael Letmathe

In einem Wald begegnen sich zwei Herren. Sie hatten vor, die Ruhe der Natur zu genießen und dem Alltag zu entkommen. Sie kommen ins Gespräch und finden heraus, dass sie beide Profifußballspieler sind. Der eine ist Stürmer, der andere Mittelfeldspieler. Was für ein herrlicher Zufall: Sie spielen beide bei Real Madrid. Man kommt ins Gespräch und redet über die ewige Angst vor dem Sterben und über Pokale. Und weil man einander so sympathisch findet, lädt der Stürmer zu einem besinnlichen Weihnachtsfest ins Elternhaus ein. Bei einem unglücklichen Zufall kommt leider überraschend die Mutter des Stürmers ums Leben. Bei ihrer Beerdigung, die durch eine betrunkene Paterin ein wenig entgleist, kommen die beiden Spieler sich näher. Lange bleibt aber die zarte Liebe nicht unentdeckt. Bei einer Pressekonferenz von Real Madrid stehen die neuen Lovers im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Als auch noch herauszukommen droht, dass der Stürmer ein Angebot von Paris Saint-Germain hat, springt ihnen Sergio Ramos zur Seite ─ er philosophiert über seine Sommerferien und die eigene Vergänglichkeit.

 

Leo Meier,
geboren 1995 in Berlin, wuchs in Duisburg auf. Er studierte zunächst Theaterwissenschaft und Philosophie in Bochum und begann 2015 sein Schauspielstudium an der Folkwang Universität der Künste. Nach seinem Abschluss 2019 war er nicht nur im Theater, sondern auch in Film-und Fernsehproduktionen zu sehen. Leo Meier spielt sehr gerne Fußball in seiner Freizeit.

»Wald« von Miriam V. Lesch

Es lesen Marie Dziomber, Daniel Friedl, Andreas Seifert, Olaf Weißenberg und Friedrich Witte
Einrichtung Florian Huber, Jürgen Popig

In Miriam V. Leschs »Wald« findet nichts Geringeres statt als die Rückeroberung Europas durch die Bäume. Es beginnt ganz harmlos damit, dass auf dem Balkon einer Frau eine Buche Wurzeln schlägt. Stadtgärtnerei und Feuerwehr fühlen sich nicht zuständig. Was also tun? Unterbrochen von Bambi, Cäsar und Plinius entwickelt sich eine behutsame und humorvolle Auseinandersetzung mit Themenkomplexen wie Klimaveränderung, Land-/Stadtleben und Naturgeschichte.

 

Miriam V. Lesch,
geboren 1991 in Graz, war von 2012 bis 2015 Regieassistentin am Schauspielhaus Graz und an der Schaubühne Berlin. Seit 2013 veröffentlicht sie regelmäßig Kurzprosa und Lyrik in diversen Literaturzeitschriften. Seit 2015 lebt und arbeitet sie als freischaffende Dramaturgin und Autorin in Wien. Sie ist Mitglied des »Autorinnen*Stammtisch« am Kosmos Theater und der »Companie Filou – Kulturverein für Poesie & Körper«. 2021 war Miriam V. Lesch Stipendiatin der Wiener Wortstätten, der Münchner Theatertexter*innen und der Summerschool Südtirol. Ihr Kurzhörspiel »Was wirklich geschah« wurde beim Ö1 Track 5 Wettbewerb unter die zehn besten Hörspiele des Jahres gewählt und gewann beim Berliner Hörspielfestival 2021 den 1. Preis.

 

»Judith Shakespeare − Rape and Revenge« von Paula Thielecke

Es lesen Marco Albrecht, Johanna Dähler, André Kuntze und Maren Kraus
Einrichtung Theresa Leopold

Es ist nicht leicht, im Schatten eines super erfolgreichen Bruders aufzuwachsen. Doch was, wenn dieser Bruder ausgerechnet William Shakespeare ist? Und der nicht nur super erfolgreich und beliebt ist, sondern auch noch ein grenzüberschreitender Macho? Genau das ist Judiths Schicksal. Doch Judith will sich auch als Autorin durchschlagen und ein Stück schreiben über die Urwälder Europas. Der Theaterdirektor Juri Stein will sie zwar fördern, doch nur, wenn sie über ein Frauenthema schreibt: Vergewaltigung. Denn Frauen schreiben über Gewalt. Widerwillig macht sich Judith daran, dieses Stück zu schreiben, denn schließlich will sie ja groß rauskommen – oder nicht? Wie weit muss man denn eigentlich gehen, um sich in patriarchalen Strukturen durchzusetzen?

 

Paula Thielecke,
seit 1990 aus Berlin Köpenick, ist Regisseurin, Dramatikerin, Schauspielerin, Performancekünstlerin, Moderatorin und BIFI ANNA TANKE. Ihr Stück »Judith Shakespeare – Rape and Revenge« wurde 2021 für den Retzhofer Dramapreis nominiert und ist einer der drei Gewinnertexte der Autor:innentheatertage 2022 am Deutschen Theater Berlin. Bis das Stück ins Kino kommt, beschäftigt sich Paula Thielecke mit Braunkohle, Eisen und Libellen.

Videos

Deutschsprachiger Autor:innenwettbewerb Teil I

Texte von Leo Meier / Miriam V. Lesch / Paula Thielecke // Lesungen und Nachgespräche vom 30. April 2022 hier im Video