Theater und Orchester Heidelberg

Theater digital

Deutschsprachiger Autor*innenwettbewerb Teil I

Texte von Anna Gschnitzer, Fabienne Dür und Svenja Viola Bungarten

    Sa 01.05.2021, 13.30–16.30 UhrMit Publikumsgespräch Video-Stream auf dringeblieben.deEintritt frei!

Vorgestellt werden
»Einfache Leute« von Anna Gschnitzer (Lesung um 13.30 Uhr),
»Gelbes Gold« von Fabienne Dür (Lesung um 14.30 Uhr) und
»Maria Magda« von Svenja Viola Bungarten (Lesung um 15.30 Uhr).

»Einfache Leute« von Anna Gschnitzer

Es lesen Lisa Förster, Sophie Melbinger, Katharina Quast, Hendrik Richter, Esra Schreier, Leon Maria Spiegelberg

Ist uns allen schon vor unserer Geburt ein Platz in dieser Welt zugewiesen und durch die soziale Herkunft festgelegt? Inwieweit bestimmen die Verhältnisse, in die wir hineingeboren werden, unsere Zukunft? Das fragt sich auch Alex. Als Kind wurden ihr die Unterschiede zwischen einem privilegierten Leben und dem ihrigen deutlich vor Augen geführt. Für sie schienen manche Ziele unerreichbar. Es blieb nur eins – mit aller Kraft aus diesem bescheidenen Milieu zu entfliehen und alles hinter sich zu lassen. Und es sieht ganz so aus, als hätte es funktioniert. Jetzt, zwanzig Jahre später, arbeitet sie als Kuratorin in einem Museum für zeitgenössische Kunst. Aber der Eindruck, nicht dazuzugehören, verschwindet einfach nicht. Immer fühlt sie sich wie eine Hochstaplerin und nicht als Teil der sogenannten Elite. Die Herkunft nicht zu verleugnen und gleichzeitig den eignen Platz zu finden, scheint unmöglich.

 

Anna Gschnitzer
wurde 1986 in Innsbruck geboren. Aufgewachsen ist sie in Südtirol, lebt und arbeitet in Wien. An der Universität für angewandte Kunst in Wien schloss sie ihr Bachelorstudium der Sprachkunst ab und anschließend ihr Masterstudium der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Wien. Anna Gschnitzer ist Mitbegründerin von theaterkollektiv bureau und des KünstlerInnenkollektivs Studio Furio.

»Gelbes Gold« von Fabienne Dür

Es lesen Johanna Dähler, Sheila Eckhardt, Nicole Averkamp, Olaf Weißenber

Kurz vor ihrem Studienabschluss in der Großstadt kommt Ana zurück in ihre Heimat, zurück in ihre Vergangenheit – zu ihrer Familie und zu ihrer alten Schulfreundin Juli, welche die Kleinstadt nie verlassen hat. Doch hier bei ihrem Vater, der den Imbiss »Zum Gelben Gold« betreibt, hier, wo »diese Stille, diese Weite« auf die Enge der Kleinbürgerlichkeit trifft, sind die Uhren nicht stehengeblieben. Modernisierungsmaßnahmen in der Gegend bedrohen die Existenz des Vaters und dessen Freundin. Julis sicheren Hafen mit Mann, Haus und Job gibt es auch nicht mehr. Und warum ist Ana überhaupt zurückgekommen? Alle Vier stecken sie in der Krise. Müssen sie sich am Ende doch mit dem Gedanken an eine ganz andere Zukunft anfreunden, als jener, die immer sicher schien? Liebevoll beschreibt Dür in ihrem Stück das Gefühl vom Heimkommen und Erwachsengewordensein, von Lebenskrisen und Entscheidungen.

 

Fabienne Dür
wurde 1993 in Berlin geboren. Sie studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2018 erhielt sie den Sonderpreis des Kinder- und Jugendtheaterpreises des BMFSFJ. Aktuell ist Fabienne Dür für den berliner kindertheaterpreis 2021 des Grips Theaters Berlin nominiert.

»Maria Magda« von Svenja Viola Bungarten

Es lesen Sheila Eckhardt, Lisa Förster, Sophie Melbinger, Christina Rubruck, Esra Schreier,
Leon Maria Spiegelberg

Maria, Magda und Hildie: drei junge Frauen in einem katholischen Internat für schwer erziehbare Mädchen, irgendwo in Deutschland, tief im Wald. Ihre Mitbewohnerinnen – das lernt Maria, die Neue, schnell – glauben felsenfest an Übersinnliches an diesem Ort, der feinsten Stoff für Albträume liefert. Hexenkinder, Nonnen im 13er-Pack und Gott höchstpersönlich spuken voller Eigendynamik durch die Gehirne der Mädchen. »Frage nach dem, was nicht erzählt wurde!« wispert es – und
genau das tun sie, selbstbewusst, beharrlich, feministisch: Wie kann man der Geschichte der Mächtigen widerstehen? War die unbefleckte Empfängnis eine Vergewaltigung? Und warum um Gottes willen ist seit zwei Monaten Mirjam verschwunden?

Svenja Viola Bungarten
hat mit »Maria Magda« einen im besten Sinne provozierenden und mit weiblichem Empowerment
aufgeladenen Theatertext vorgelegt, der im Juni 2021 am Theater Münster uraufgeführt wird. Bungarten, derzeit Hausautorin am Theater Koblenz, wurde mit ihren vielfach ausgezeichneten Stücken unter anderem zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen, ist Mitglied des Ministeriums für Mitgefühl und hat das Kollektiv »Die Antagonistinnen« gegründet.

Termin

Sa 1 Mai
Theater digital
13.30–16.30 Uhr > Video-Stream auf dringeblieben.de | anschl. Publikumsgespräch

Deutschsprachiger Autor*innenwettbewerb Teil I

Texte von Anna Gschnitzer, Fabienne Dür und Svenja Viola Bungarten

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