Theater und Orchester Heidelberg

Deutschsprachiger Autor:innenwettbewerb Teil II

Texte von Ivana Sokola, Philipp Gärtner und vom DIEZEN kollektiv

Vorgestellt werden
»Pirsch« von Ivana Sokola (Lesung um 13.30 Uhr),
»Hascherl« vom DIEZEN kollektiv (Lesung um 14.30 Uhr) und
»OLM« von Philipp Gärtner (Lesung um 16.00 Uhr).

Im Anschluss an jede Lesung findet ein Publikumsgespräch statt.

»Pirsch« von Ivana Sokola

Es lesen Marco Albrecht, Marie Dziomber, Benedict Fellmer, Maren Kraus und
Jonah Quast
Einrichtung Lene Grösch, Rosa Kohler

Ein Stadtfest, ein Dorffest, eine Kirmes, ein Schützenfest: Jedes Fest hat Regeln. Man tanzt. Man isst. Marinka kehrt nach Jahren in ihren Heimatort zurück – und während das FEST unermüdlich vor sich hin feiert, kommen Erinnerungen hoch, an eine ganz bestimmte Festnacht, seit der Marinka nicht mehr tanzen will. Eine Nacht, die sich schwer in Worte fassen lässt. Nur ein Traum, sagt ihr Bruder. Marinka könne den Umfang der Tat nicht nennen, sagt die Polizistin. Aber Marinka will nicht länger Opfer sein, sondern Jägerin. Gemeinsam mit einem Rudel Hunde nimmt sie eine unerbittliche HATZ auf, um Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen, zwischen Rache und Schuld, zwischen Gnade und Geheul.

 

Ivana Sokola
studierte u. a. Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin, war 2020 zum Festival 4+1 am Schauspiel Leipzig eingeladen und wurde 2021 für ihr Stück »Kill Baby« mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker ausgezeichnet. Zusammen mit Jona Spreter bildet sie das preisgekrönte Autor:innenduo Sokola//Spreter. 2022|23 sind Sokola//Spreter Hausautor:innen am Theater Münster.

»Hascherl« vom DIEZEN kollektiv

Es lesen Lisa Förster, André Kuntze und Sophie Arbeiter
Einrichtung Lene Grösch

Magda und Sascha wünschen sich ein Kind. Da sie ihren Wunsch nur mithilfe einer Eizellspende erfüllen können, fragen sie Magdas Kollegin Marga, ob sie ihnen ihre Eizellen zur Verfügung stellt. Gemeinsam brechen sie nach Österreich auf, um den Eingriff durchzuführen. Einige Monate nach der Befruchtung ist Marga ein regelmäßiger Gast bei Magda und Sascha. Zwischen Neugier, Dankbarkeit und Misstrauen beginnt eine Beziehung, die ihre ganz eigene Dynamik entwickelt. Sascha fühlt sich ausgeschlossen, und beginnt, massenhaft Piroggen zu kochen, um sie für die Zeit nach der Geburt einzufrieren. Marga muss sich überlegen, ob sie der plötzlich im Raum stehenden Verantwortung wirklich gerecht werden kann, während sich Magda ein Leben ohne Marga nicht mehr vorstellen kann. »Hascherl« erzählt feinfühlig von der Entstehung einer Familie, die von Anfang an die eigenen Grenzen überwinden muss.

 

DIEZEN kollektiv
ist ein Kollektiv für Text und Theater, bestehend aus den Autorinnen und Theatermacherinnen Katharina Kern, Lena Reißner und Rosa Rieck. Es fokussiert und fördert einen weiblichen Blick, auf und hinter der Bühne und erforscht die kollektive Praxis des Schreibens auch als Werkzeug gegen die Konkurrenzkultur der Theaterszene.

»OLM« von Philipp Gärtner

Es lesen Johanna Dähler, Katharina Ley, Katharina Quast, Hendrik Richter, Leon Wieferich und Friedrich Witte
Einrichtung Ida Feldmann

»OLM« schickt drei Figuren, deren Charakter und Kommunikationsverhalten unterschiedlicher nicht sein könnten, zu einem Team auf eine abenteuerliche Forschungsexpedition, die zur Metapher wird auf unsere reale Welt am Rand – oder schon mitten in? – der planetarischen Katastrophe. Das Forschungsvorhaben zur Erprobung einer minimalinvasiven Energiegewinnungsanlage führt das Team flussaufwärts bis in ein Höhlensystem, in dem sich der Raum auszudehnen und die Zeit sprunghaft zu verhalten scheint. Schmal ist der Grat zwischen Wissenschaft und Esoterik, Politik und Lobbyismus, Fortschritt und Greenwashing, Mensch und Cyborg. Neben dialogischen Szenen eröffnet Philipp Gärtner eine zweite Ebene: Aus Forschungstagebüchern, Textnachrichten eines Satellitentelefons und Interviewsequenzen spannt er ein spannendes und humorvolles Textgewebe. Mit Unterstützung des Dramatuker:innen-Fonds »Unsere Natur?« vom Berliner Ensemble.

 

Philipp Gärtner
lebt in Berlin und arbeitete nach der Schulzeit, dem Abitur und mehreren abgebrochenen Studien unter anderem als Aushilfe in der ambulanten Jugendhilfe und als Reinigungskraft in verschiedenen Nachtklubs. Seit 2012 ist er als freier Schriftsteller und Regisseur tätig. Er studierte szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und war von 2017 bis 2021 Teil des Leitungskollektivs des Berliner Ringtheaters.

 

 

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Deutschsprachiger Autor:innenwettbewerb Teil II

Texte von Ivana Sokola / DIEZEN kollektiv / Philipp Gärtner // Lesungen und Nachgespräche vom 1. Mai 2022 ab 13.30 Uhr