Theater und Orchester Heidelberg

Theater digital

Deutschsprachiger Autor*innenwettbewerb Teil II

Texte von Raphaela Bardutzky, Wilke Weermann und Patty Kim Hamilton

    So 02.05.2021, 13.30–16.30 UhrMit Publikumsgespräch Video-Stream auf dringeblieben.deEintritt frei!

Vorgestellt werden
»Fischer Fritz« von Raphaela Bardutzky (Lesung um 13.30 Uhr),
»Hypnos« von Wilke Weermann (Lesung um 14.30 Uhr) und
»Peeling Oranges« von Patty Kim Hamilton (Lesung um 15.30 Uhr).

»Fischer Fritz« von Raphaela Bardutzky

Es lesen Steffen Gangloff, Hans Fleischmann, Maria Magdalena Wardzinska

Fritz, Urbayer, war mal Fischer. Jetzt ist er Rentner, neigt zu Stürzen und hat kleinhirninfarktbedingte Artikulationsprobleme. Nicht mal seine After Eights kann er noch auspacken. Franz, sein Sohn, ist Friseur und Städter, beides von Herzen. Jetzt muss er sich zwischen
potentiellen Pflegevarianten entscheiden. Die Wahl fällt auf Piotra, Live-in-Pflegekraft aus Polen, die eigentlich von Bali oder wenigstens Vietnam träumt. Jetzt landet sie im bayrischen Hügelland. Ob der Vater mit einer Polin klarkommt? Zwischen Rummykub, Tierdokus und Geranien erzählt Raphaela Bardutzky durch und durch empathisch und sprachgenau von Figuren wie auf einer Raumstation. Ein Alltag im Weltall zwischen »Guten Tag« mit polnischem Akzent und stur-beseeltem »Griaß God«.

 

Raphaela Bardutzky
arbeitet als Script-Consultant und Drehbuchlektorin im Art-House-Filmbereich. 2016 gründete sie das Netzwerk der Münchner Theatertexter*innen mit, außerdem gehört sie zum Autor*innen- und Leitungsteam der Theaterserie »Münchner Schichten«, die 2019 am Münchner HochX Theater zu sehen war. Ihr Stück »Wüstling« wurde 2017 mit dem Münchner Literaturstipendium ausgezeichnet.

»Hypnos« von Wilke Weermann

Es lesen Nicole Averkamp, Lisa Förster, Hendrik Richter, Andreas Uhse, Leon Wieferich

Im Zugabteil, Rauschen. Und da ist diese Stimme, schlecht zu hören durch das Bordradio. »Bitte, wachen Sie auf«. Immer wieder wird die Stimme durch die Mitreisenden oder das Bordpersonal unterbrochen, verschwimmt wie die Landschaft hinter den Fenstern. »Warum wollen sie dich davon abhalten, mehr zu erfahren? Warum halten sie dich davon ab, aufzuwachen?« Hypnos heißt die Stimme. Eine neue Technologie, welche mit im Koma liegenden Menschen kommunizieren kann. Seit Jahren liegt die Frau hier schon, dies ist die letzte Möglichkeit, sie zu erreichen, sie zurückzuholen. Der Text zeichnet ein atmosphärisches Bild des Graubereichs zwischen Leben und Tod. Gefangen in einem Zugabteil befindet sich die Komapatientin auf einer Fahrt zwischen Traum und Wirklichkeit. Wo wird die Reise hingehen?

 

Wilke Weermann
wurde 1992 in Emden geboren. 2014 begann er sein Regiestudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Im selben Jahr wurde sein erstes Drama »Abraum« für den Retzhofer Dramapreis nominiert, um dann 2016 mit dem Hauptpreis des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik ausgezeichnet zu werden. 2019 erhielt er das Hans-Gratzer-Stipendium. Weermann ist ebenfalls tätig als Regisseur.

»Peeling Oranges« von Patty Kim Hamilton

Es lesen Agnes Decker, Thu Trang Dong, Melanie Lyn, Lieko Schulze

Nach längerer Abwesenheit kehrt Jae nach Oregon zurück, in das Haus, in dem ihre Mutter Umma lebt und ihre jüngere Schwester Luna. Luna steht am Beginn ihres erwachsenen Lebens, Jae ist sich selbst schon ganz nahe. Umma breitet ihre Erwartungen an die Töchter ganz im Erbe der verstorbenen Großmutter wie einen Teppich über den beiden aus. »Peeling Oranges« handelt von den Geschichten dreier Frauen mit koreanischen Wurzeln in Amerika, von ihren Geistern, ihrer Familie und ihren Erinnerungen. Auf der Suche nach Aufbruch, nach Zukunft, nach sich selbst. Patty Kim Hamilton schafft eine multisensorische Atmosphäre mit dem sanften Fluss, in dem ihre Figuren miteinander agieren. Ihr Schreiben arbeitet an der Fläche von Körpern, Familie, Sprache und Heilung.

 

Patty Kim Hamilton
ist Autorin und Performance-Künstlerin und befindet sich im Abschluss ihres Masters für Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. »Peeling Oranges« erhält eine spezielle Erwähnung bei den Autorentheatertagen 2021 am Deutschen Theater Berlin. Ihr Stück »ICH HÄTTE GERN ZU MEINER LEBZEIT KEIN KRIEG (I don’t wanna experience war)« wird am Stadttheater Bremerhaven 2021 zur Uraufführung kommen.

Termin

So 2 Mai
Theater digital
13.30–16.30 Uhr > Video-Stream auf dringeblieben.de | anschl. Publikumsgespräch

Deutschsprachiger Autor*innenwettbewerb Teil II

Texte von Raphaela Bardutzky, Wilke Weermann und Patty Kim Hamilton

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