Theater und Orchester Heidelberg
Screenshot (Ausschnitt)

Die Beleidigten. Belarus(sland)

Drama von Andrej Kurejtschik, deutsche Übersetzung von Georg Dox

    Deutschsprachige Erstaufführung
    Sa 20.03.2021, 20.00 Uhr online auf www.theaterheidelberg.de

Online im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15. – 28. März 2021

Der belarussische Autor Andrej Kurejtschik hat über die aktuellen Ereignisse in Weißrussland ein Theaterstück geschrieben, welches das Ensemble des Theaters Heidelberg als deutschsprachige Erstaufführung in einer Online-Lesung präsentiert.

Unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen im August 2020 und unter dem ersten Eindruck der gewaltigen Protestbewegungen schrieb Andrej Kurejtschik (*1980 in Minsk) in wenigen Wochen sein semi-dokumentarisches Drama »Die Beleidigten. Belarus(sland)«. Es besteht aus sieben ineinander verzahnten Monologen. Alle Personen haben reale Vorbilder. Der Alte ist Alexander Lukaschenko, der seit 1994 autoritär und repressiv regierende Präsident. Der Junge ist Nikolaj, sein jüngster Sohn, den er als seinen Nachfolger betrachtet. Die Neue ist Swetlana Tichanowskaja, die als Präsidenschaftskanidatin gegen Lukaschenko angetreten ist. Der Vogel ist ein ukrainischer Söldner, der in einer Sondereinheit in Belarus kämpft. Die Optimistische ist eine Bürgerrechtlerin, die sich von ganzem Herzen und mit großer Zuversicht für ein neues Belarus einsetzt. Die Direktorin ist die Leiterin einer Wahlkommission, die beim Manipulieren der Wahlunterlagen gefilmt wurde. Und dann gibt es als siebte Figur die Leiche eines jungen Mannes, der am ersten Tag der Proteste von der Polizei getötet wurde. Die Bilder gingen um die Welt.

Durch die Abstraktion der Monologe (ohne Nennung der Namen) ergibt sich das vielstimmige Bild einer Revolution, das über den konkreten Anlass in Belarus hinausweist.