Theater und Orchester Heidelberg

Musiktheater

Die heilige Ente

Ein Spiel mit Göttern und Menschen.
Oper in einem Vorspiel und drei Akten von Hans Gál

  • Archiv – Spielzeit 2019|20

  • Podiumsgespräch um 17.00 Uhr
    PremiereSa 07.03.2020, 19.30–22.20 Uhr, eine Pause 18.45 Uhr Einführung Marguerre-Saal+

Textdichtung von Karl Michael von Levetzow und Leo Feld

Empfohlen ab 15 Jahren

Ein Augenblick der Unachtsamkeit bringt den armen Kuli Yang in arge Bedrängnis. Während eines verbotenen Blicks auf Li, die Gattin des Mandarins, wird ihm die Ente gestohlen, die er bei Hofe abzuliefern hat. Yang droht die Todesstrafe, da gehen die Götter dazwischen und vertauschen die Häupter von Kuli und Mandarin. Dergestalt gelingt es Yang, sein Leben zu retten, die Liebe Lis zu genießen und restriktive Gesetze aufzuheben. Aber als er auch noch die Götter abschaffen will, wird es denen zu bunt! Sie heben den Tausch auf, dennoch wird nichts mehr so sein, wie es vorher war. Und wo ist eigentlich die Ente abgeblieben?

Mit der »heiligen Ente«, am 29. April 1923 am Städtischen Theater Düsseldorf uraufgeführt, konnte der Österreicher Hans Gál einen Sensationserfolg feiern. Doch nach Gáls Vertreibung durch die Nationalsozialisten geriet die Oper in Vergessenheit. Nach einer Fassung für Kinder (Köln, 2007) und einer Produktion für Klavier und Ensemble (Berlin, 2012) wird »Die heilige Ente« nun am Theater und Orchester Heidelberg zum ersten Mal seit 1933 wieder als großes Bühnenwerk in Erscheinung treten, inszeniert von der jungen Regisseurin Sonja Trebes, die unter anderem am Staatstheater Kassel, dem Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und dem Theater Osnabrück arbeitete. Die musikalische Leitung dieser Opernausgrabung liegt in den Händen des stellvertretenden Generalmusikdirektors Dietger Holm.

Am Tag der Premiere findet bereits um 17.00 Uhr ein Podiumsgespräch zu Hans Gál und seiner »Heiligen Ente« im Alten Saal statt. Über Leben und Werk Hans Gáls gibt seine Tochter Eva Fox-Gál im Gespräch mit Operndirektorin Ulrike Schumann Auskunft.
Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Theaterpädagogisches Begleitangebot: Probenklasse | Mal gucken! | Begleitmaterial | Vorbereitung | Einführung 

Besetzung

Studienleitung Johannes Zimmermann
Musikalische Einstudierung Suwon Kim, Claudio Novati, Johannes Zimmermann
Regieassistenz und Abendspielleitung Amna Shadad
Inspizienz und Leiterin der Statisterie Sandra Wisotzki
Bühnenbildassistenz Bettina Ernst
Bühnenbildhospitanz Lore Ricker
Kostümassistenz Naomi Kean
Kostümhospitanz Alissa Schaaf
Dramaturgiehospitanz Amöna Treichel
Erstellung der Übertitel Ulrike Schumann
Übertitelinspizienz Martin Becher, Viktoria Karl, Florian Lang

Technischer Direktor Peer Rudolph
Technischer Produktionsleiter Jens Weise
Bühnenmeister Brandon Ess
Leiter der Beleuchtungsabteilung Ralf Kabrhel
Leiter der Tonabteilung Alexander Wodniok
Ton Luisa Sachs, Konstantin Springer
Leiterin der Kostümabteilung Katharina Kromminga, Kristina Flachs (Stellv.)
Kostümbearbeitung Kristina Flachs
Gewandmeisterin Damen Dagmar Gröver
Gewandmeisterin Herren Katja Ulrich
Chefmaskenbildnerin Kerstin Geiger, Martina Müller (Stellv.)
Abendmaske Sara Bökenkamp, Amelie Broich, Martina Müller, Laura Stumpf, Jovana Elena Ruf
Leiterin der Requisite Lotte Linnenbrügger
Requisite Laurenz Micke, Jürgen Wilz
Vorstand des Malersaals Dietmar Lechner
Theaterplastikerin Anne Schneider
Leiter der Dekorationswerkstatt Markus Rothmund
Leiter der Schlosserei Karl-Heinz Weis
Leiter der Schreinerei Klaus Volpp

Bilder


Videos

Die heilige Ente

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Man darf das Theater Heidelberg und seine Operndirektorin Ulrike Schumann mit dieser Ausgrabung eines Opernfeuerwerks als heroisch bezeichnen«, so das Fazit von Bernd Künzig, der für SWR2 die Premiere besuchte. Seine vollständige Rezension, gesendet am 9. März 2020 in der Sendung »SWR2 am Morgen« können Sie im Online-Angebot des SWR oder hier nachhören.

     

    Bernd Feuchtner attestiert dem Haus eine »bravouröse Ensembleleistung« und dem Philharmonischen Orchester Heidelberg unter Dietger Holm eine »großartige Leistung«, die so lange vergessene Musik »in einer derart überzeugenden Einstudierung zu präsentieren«. Auf klassikinfo.de (9. März 2020) schreibt er weiter, Regisseurin Sonja Trebes habe »witzige szenische Situationen geschaffen«, in denen die »menschlichen Konflikte« klar dargelegt würden − die Wiederentdeckung sei zu einem »überaus lohnenden Theaterabend« geworden.

     

    In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (12. März 2020) zieht Jesper Klein folgendes Fazit: »Dietger Holm führt das Philharmonische Orchester kundig durch die Partitur. Die Musik glitzert und strahlt, einige Melodien gehen direkt ins Ohr, ein Wiederaufleben von Gáls Musik kann man sich nur wünschen.«

     

    »Ein besonderer Premierenabend«, heißt es ebenso von Jesper Klein in der Rhein-Neckar-Zeitung (9. März 2020), denn »tatsächlich ist diese Heidelberger Produktion die erste große szenische Inszenierung des Stücks seit 1933 – kaum zu glauben!«

     

    Auch Manuel Brug findet in seiner Kritik in Die Welt (10. März 2020) anerkennende Worte für die »souveräne Stabführung« von Dirigent Dietger Holm, unter der sich die »reizvolle Partitur (…) so poetisch wie farbenfroh« entfaltet. Die Inszenierung von Sonja Trebes charakterisiert Brug als »munter« und »aufgeräumt unaufgeregt«.