Theater und Orchester Heidelberg

Tanz

ENDLESS

von Nanine Linning Gastspiel am Stadttheater Ingolstadt

  • Archiv – Spielzeit 2014|15

  • Uraufführung

    Do 19.02.2015, 19.30 Uhr, 1 Stunde und 40 Minuten Stadttheater Ingolstadt

Musik
Henryk Mikołay Górecki Sinfonie Nr. 3 und andere

Zoom in! Menschen unter sich, einander nah und doch so fern, sie umkreisen sich im Spiel von Nähe und Distanz. Zoom in! Körper verschmelzen und lösen sich im sehnenden Verlangen nach Einheit und Harmonie. Zoom in! Anfang vom Ende: Als kleiner Riss beginnt, was auseinander reißt – und wieder kommt die Angst zurück, gänzlich allein zu bleiben. Nach ZERO und Voice Over rundet Nanine Linning mit ENDLESS ihre expressive wie engagierte Trilogie um heutige menschliche Seinswelten ab: Auf die Endlichkeit des Menschen inmitten eines unfassbaren, elementaren Kräftespiels, auf die Auseinandersetzung mit dem sich selbst vergiftenden System »Gesellschaft« folgt die tänzerische Spurensuche an den Ursprung allen Erlebens, in das psychische Zentrum des Mikrokosmos »Mensch«. Unter anderem zur ergreifenden »Sinfonie der Klagelieder« des polnischen Komponisten Henryk Mikołay Górecki und in den visionären Kostümen der international renommierten Haute-Couture-Designerin Iris van Herpen entführen die Tänzerinnen und Tänzer in eine Welt, die so vertraut scheint und doch so fremd bleibt: Geliebter Feind, gehasster Freund und die unergründliche Tiefe des eigenen Selbst …

Schülertexte des Literatur- und Theater-Kurses der Oberstufe des Hölderlin-Gymnasiums aus dem Schuljahr 2013|14, entstanden in Gruppenarbeit und inspiriert durch ENDLESS von Nanine Linning

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ENDLESS

Trailer von Josanne Buiting

Pressestimmen

  • »Ein Triumph« schreibt Eva-Elisabeth Fischer in der Süddeutschen Zeitung (20.12.2013) und berichtet von einer »Applausorgie« bei der Uraufführung. Bei ENDLESS habe sich wieder einmal gezeigt: »Tanz ist – am intensivsten in Duetten – das perfekte Medium, wenn Emotion zur Motion sich wandelt, Einklang oder Dissonanzen in Nuancen sichtbar zu machen.« Im Zentrum von ENDLESS stünden zwei »überwältigende Pas des deux« als Essenz des Abends. Nanine Linning fasse in ihrer Bewegungssprache »intensive Gefühle in klare Linien« und begrenze das Pathos der Musik »durch scharfe Konturen«.

     

    Vom »›Must have seen‹ der Theatersaison 2013/2014« berichtet Ralf-Carl Langhals im Mannheimer Morgen (09.12.2013), von einem »effektvoll und dramaturgisch konsequent« umgesetzten Tanzabend: »Der Sehnsucht nach zwischenmenschlichem Kontakt und harmonischer Zweisamkeit nähert sich die am Gesamtkunstwerk zunehmend erfolgreich abarbeitende Ballettchefin über drei Zugangskanäle – dem visuellen, auditiven und kinetischen – der menschlichen Seele. Und selten ging ihre Drei-Wege-Lehre so plausibel in sensationellen Bildern auf«. Der Kritiker erlebte eine »vor Energie strotzende« und »vor Geschwindigkeitslust fast berstende« Kompagnie, besonders eindringlich, wenn »sich ein seelenvolles Solo des hinreißenden Paolo Amerio, als Pas de deux mit der dahinter allmählich sichtbar werdenden Léa Dubois entpuppt – eine derart symbiotische Synchronie hat man im Ballett schlicht und ergreifend noch nicht gesehen«. Lob des Kritikers auch für die »exzellente Videoarbeit«, und: »Es sind großartige, warme Bilder, die uns durch das einfühlsame Beleuchtungskonzept von Loes Schakenbos mit minimalmusikalischen Sphärenklängen tief in Seele und Gedächtnis dringen. Linning lässt sich Zeit und vieles zu«.

     

    Für die Online-Ausgabe der Deutschen Bühne (09.12.2013) sah Bettina Weber einen Abend über »Gefühlswelten«, doch ohne »klischeehafte Assoziationen«: »Linning erzählt keine platten Geschichten, sie lässt in ihren mittlerweile abstrakter gewordenen Arbeiten viel Interprationsspielraum, ohne belanglos zu werden. Eine dramaturgisch sinnvolle Dramatik erzeugt derweil die zugespielte Musik«. Auch in ENDLESS übertrete Linning mit »spielerischer Leichtigkeit die vermeintlichen Grenzen der Sparte Tanz«, Mode, Videokunst und Lichtdesign verstärkten »perspektivisch den Ausdruck der Bewegungen und entwickeln eine große, suggestive Kraft«. Der Fokus liege in ENDLESS auf den Duetten, die »mit großer Genauigkeit erarbeitet« worden seien, sich konsequent steigerten und »wiederum von diesen organisch-engen, ›Linning’schen‹ Entwürfen« lebten, »in denen Bewegungen synchron und doch gegenteilig, variierend zusammengefügt sind«.

     

    Stefan Benz sah für das Darmstädter Echo (16.12.2013) einen Tanzabend über die »älteste Geschichte der Menschheit, aufs Neue sehenswert in Szene gesetzt«, schreibt von einem »faszinierenden Anblick«, bei dem sich der Tanz unter die »anderen bildnerischen Künste einreihe«: »So berückend schön ist die Liebe noch selten zugrunde gegangen. ›Endless‹ ist (…) Körper- und Bildertheater, das einem die Augen aufgehen lässt.«

     

    Für die Frankfurter Rundschau (09.12.2013) berichtet Sylvia Staude von einem »bildgewaltigen und kostümgewaltigen« Abend mit »exzellenten Tänzern«, zum Beispiel in einem »originellen« Duo, in dem »eine zarte Tänzerin fast am Rücken ihres Partners« klebt, so dass »erst nach einer guten Weile erkennbar ist, wie hinreißend genau sie hinter ihm als sein Schatten tanzt«.

  • Der SWR2 sendete am 09.12.2013 in der Sendung »Kultur aktuell« eine Rezension von Natali Kurth. Den Audiobeitrag können Sie hier hören.

  • Im Vorfeld der ENDLESS-Premiere sprach Natali Kurth für den SWR mit Nanine Linning über ihre neue Arbeit. Den Beitrag, gesendet am 30.11.2013 in SWR2 am Samstagnachmittag, können Sie hier hören.

  • Für das Rhein-Neckar-Fernsehen besuchte RNF-Redakteur Volker Hurrle die Proben zu ENDLESS und sprach mit Choreographin Nanine Linning. Seinen Beitrag, gesendet im RNF am 04.12.2013, können Sie in der Mediathek des RNF sehen.