Theater und Orchester Heidelberg
Foto Sebastian Bühler

Schauspiel

Faust

Mit Motiven aus Faust II
von Johann Wolfgang von Goethe

  • Archiv – Spielzeit 2017|18

  • PremiereSa 17.02.2018, 19.30–23.30 Uhr, eine Pause 18.45 Uhr Einführung Marguerre-Saal+

Empfohlen ab 16 Jahren

Er ist eine unruhige und zutiefst zwiespältige Seele, Dr. Heinrich Faust, Wissenschaftler, berühmteste Theaterfigur der deutschen Literatur: Sein Alltag ist zermürbend und frustrierend, sein Drang nach Wissen und Forschung aufreibend, die Suche nach dem Sinn seines Daseins unbeantwortet. Aber mit dem Status quo seines Lebens will sich Faust auf keinen Fall zufriedengeben – und fordert den Teufel zu einem gefährlichen Pakt heraus: Mephisto muss ihm alle denkbaren, wilden und rauschhaften Wünsche erfüllen – solange, bis er, Faust, glücklich und gestoppt in seiner unbändigen inneren Unruhe zu einem beliebigen Augenblick sagt: »Verweile doch! du bist so schön!« und damit seine Seele endgültig dem Teufel überlässt. Als Prototyp des modernen, emanzipierten, wissensdurstigen Menschen ist Faust natürlich überzeugt davon, dass dieser Moment nicht eintreffen wird, denn Innehalten ist in seinem Denkkosmos nicht vorgesehen und Stillstand ist der Tod. Und so begibt er sich, berauscht vom eigenen Größenwahn, auf eine Reise jenseits aller Moral und Konvention.
Der Leipziger Hausregisseur Philipp Preuss, der zuletzt unter anderem am Schauspiel Frankfurt, dem Residenztheater München und der Schaubühne Berlin inszenierte, verbindet in seinem Heidelberger Debüt Faust. Eine Tragödie mit dem 20 Jahre später entstandenen Faust. Der Tragödie zweiter Teil – und seziert in großem Bilderbogen eine Menschheitsparabel voller Fragen an das Leben der Gegenwart.

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Faust

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Einen Abend »für Fortgeschrittene«, eine »ungewöhnliche« Faust-Inszenierung verfolgte Volker Oesterreich für die Rhein-Neckar-Zeitung (19.02.2018). Regisseur Philipp Preuss habe ein »eigenwilliges, bildmächtiges und ganz aufs Atmosphärische getrimmte Experiment« mit »vielen Momenten voller Magie« auf die Bühne gebracht. Wer bereit sei, sich auf »entschleunigte Inszenierungskunst« einzulassen, könne dem »polarisierenden Abend einiges abgewinnen«.

     

    Im Mannheimer Morgen (19.02.2018) bemerkt Ralf-Carl Langhals, Regisseur Philipp Preuss breche in seiner Inszenierung mit »bildungsbürgerlichen Übereinkünften« zu Goethes Drama. Dies jedoch nicht als »Rabauke oder Zertrümmerer« sondern als »beherzter Freileger unliebsamer Wahrheiten«: »Trotz aller Längen, Zumutungen und Unbequemlichkeiten: ein mutiges Unterfangen, ein großer Abend für Heidelberg, eine neue Farbe im Spielplan – und ein Regisseur, den man sich wird merken müssen.«