Theater und Orchester Heidelberg

Musiktheater

Einführungsmatinee zu Mitridate

Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora

  • Archiv – Spielzeit 2017|18

  • Deutsche Erstaufführung
    So 19.11.2017, 11.00–14.00 Uhr, eine Pause Alter Saal+

In der von Operndirektor Heribert Germeshausen moderierten Einführungsmatinee ist u. a. der Interpret der Titelrolle, Counter David DQ Lee, zu Gast, der weltweit an den großen Opernhäusern auftritt, so an der Mailänder Scala, am Theater an der Wien, am Gran Teatre del Liceu Barcelona. Ferner wirken Countertenor Ray Chenez, die Sopranistin Katja Stuber sowie das künstlerische Leitungsteam um den Dirigenten Felice Venanzoni und den Regisseur Jacopo Spirei mit.

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Mitridate

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Was für eine Musik!« staunt Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (01.12.2017). Mitridate erweise sich als »würdiger Schlussstein« in der Serie der neapolitanischen Opern. Die »erstaunlich expressiven Accompagnati« und die Instrumentation mit Holzbläsern gäben dem Werk eine besondere Farbe. Die häufigen Duett-Passagen zeichneten die Figuren über das Stereotype hinaus als echte Charaktere. Ins Zentrum stelle Porpora die »Liebeshändel«, die Gefühle der Protagonisten spiegele er »genüsslich« in seiner Musik. Ein »faszinierendes Rollenporträt« zeichne David DQ Lee, Yasmin Özkan gebe ihrer Semandra »hinreißende Wärme und Koloraturensicherheit«, Katja Stuber zeige ihre »farbenreiche Stimme« mit »sauberer Höhe«. Bravi habe es auch für die Musiker des Philharmonischen Orchesters gegeben, die Felice Venanzoni mit Wert auf »Farbenreichtum und starkes Espressivo« »überzeugend« geleitet habe. Heribert Germeshausen, der sich mit dieser Produktion als Operndirektor verabschiede, um die Intendanz der Oper Dortmund zu übernehmen, habe hier »deutliche Spuren« hinterlassen, an die »man sich gerne erinnert«.

     

    Für die Frankfurter Rundschau (01.12.2017) besuchte Judith von Sternburg den »ambitionierten und sehr gelungenen siebenteiligen Zyklus ›Opera napoletana‹« und merkt an, hier mache das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Leitung von Felice Venanzoni deutlich, wie problemlos es sich auf alte Musik einstellen könne. Das Ensemble setze »Glanzpunkte« vor allem mit den beiden großen Counter-Partien: Als »eindrucksvoller Charaktercounter, schneidend, füllig und beweglich« zeige sich David DQ Lee, »ihm ebenbürtig« Ray Chenez als Sifare. »Überzeugend« hätten sich auch Yasmin Özkan und Katja Stuber präsentiert.

     

    Susanne Benda freut sich in der Stuttgarter Zeitung (01.12.2017) über die Ensembleleistung. David DQ Lee in der Titelrolle gehöre »zu den besten unter den technisch in Extreme getriebenen Sängern«, Ray Chenez überzeuge im »weich-gefühlvollen Piano«, Katja Stuber gebe eine »glänzende Ismene« und Yasmin Özkan verleihe der Semandra ihren »feinen Sopran«. Alle Sänger würden an diesem Abend deutlich machen, dass »der singende Mensch nicht nur von außen (nämlich von starren Formeln und Affekten in der Musik) bewegt wird, sondern dass er selbst von innen bewegt wird und diese Bewegung ausdrückt. Hinreißend!«

     

    Die Oper verdiene »eine Reise ins schmucke Rokokotheater« wegen ihrer »abwechslungsreichen, emotional aufgeladenen« Musik, die das Herz vieler Barock-Fans »höher schlagen« lasse, meint Lotte Thaler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (02.12.2017). Das Philharmonische Orchester Heidelberg setze diese unter Felice Venanzoni »mit kurzweiliger Taktung und starken Akzenten« um, außerdem höre man »Arien von stupender Virtuosität (…) majestätische Arien, die sich zu Szenen erweitern, Arien mit Solo-Oboe oder Solo-Cello, aber auch introvertierte, liedhafte Arien in Moll, schönste Duette, eine ausgewachsene Chorszene am Schluss«. »Voraussetzung« für all das sei »allerdings ein exzellentes Gesangsensemble«.

     

    »Erstaunlich prall und süffig« sei Porporas Musik, und Felice Venanzoni spiele das mit Philharmonischen Orchester »vorbehaltslos« aus, so Hans-Günter Fischer im Mannheimer Morgen (01.12.2017). »Vorzüglich« würden David DQ Lee und Ray Chenez als die »Schwetzinger Pendants« von Senesino und Farinello singen. Noch mehr ist der Rezensent aber von Yasmin Özkan eingenommen, die ihre »Ziertöne sanft schimmern« ließe und »extrem gefühlvolle« Duette mit ihrem Bräutigam gestalte.

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