Theater und Orchester Heidelberg

Ode

von Thomas Melle in der Regie von Rafael Sanchez; Schauspiel Köln

    Nominierung Nachspielpreis
    Gastspiel

    Mi 04.05.2022, 18.00–20.15 UhrMit Publikumsgespräch Marguerre-Saal+

Wie frei ist die Kunst? Was kann, was darf, was muss sie sein? Ist sie staatstragend oder subversiv, safe space oder gefährlich?
Es beginnt mit einer Vernissage, auf der die etablierte Künstlerin und Professorin Fratzer ihre neuste Schöpfung präsentiert: eine soziale Plastik, ein Nichts, das sich erst durch die Reaktionen des Publikums verwirklicht. Der Titel ist eine Provokation: »Ode an die alten Täter«. Zehn Jahre später greift der Performer und Regisseur Orlando die Geschichte auf und will sie mit einer Theatergruppe auf die Bühne bringen. Die Mittel, die ihm dafür geeignet scheinen – Nacktheit, stereotype Darstellung, das Nachspielen von Gewaltexzessen – werden von den anderen aufs Schärfste abgelehnt. Und während der Auseinandersetzungen erstarkt die rechte Bewegung, im Stück als »Wehr« bezeichnet, und gewinnt an Macht. Sie ist es, die nun definiert, was Kunst ist und wozu sie dienen soll – nämlich zur Brauchtumspflege und zur Stärkung der nationalen Identität. Der letzte Teil, den Thomas Melle eigens für das Schauspiel Köln geschrieben hat, endet mit der Zertrümmerung jeglicher Gewissheiten: im Delirium.
Die Uraufführung von Thomas Melles »Ode« war 2019 am Deutschen Theater Berlin.

Besetzung

Regie Raphael Sanchez
Bühne Thomas Dreissigacker
Kostüme Maria Roers
Musik Cornelius Borgolte
Video Nazgol Emami
Licht Michael Frank
Dramaturgie Sibylle Dudek

Mit Paul Basonga, Nikolaus Benda, Nicola Gründel, Benjamin Höppner, Yvon Jansen, Rebecca Lindauer, Kei Muramoto