Theater und Orchester Heidelberg

Schauspiel

Unschuld

von Dea Loher

  • Archiv – Spielzeit 2015|16

  • PremiereDo 01.10.2015, 20.00 Uhr, 1 Stunde und 55 Minuten Zwinger 1+

Die blinde Absolut tanzt jung und schön für Männer, deren Blicke sie nur spüren kann. Der Bestattungsunternehmer Franz liebt seine Leichen mehr als seine Frau. Deren diabeteskranke Mutter namens Zucker hegt ihre Amputationen und träumt davon, Tankstellen anzuzünden. Frau Habersatt sucht reuig Vergebung für Taten, die sie gar nicht begangen hat. Der stumme Helmut schweigt still, während seine Frau professionell über die Unzulänglichkeit der Welt philosophiert. Und gleich in der allerersten Szene sehen Elisio und Fadoul, zwei illegale Einwanderer, tatenlos zu, wie eine Frau im Meer ertrinkt. Sie alle sind sich keiner Unschuld bewusst – und eröffnen voll gesellschaftlicher Poesie die testamentarischen Fragen nach Schuld und Sühne, die Dea Loher zielsicher inmitten der glaubensarmen Unübersichtlichkeit der Gegenwart platziert.
Mit Unschuld hat die erfolgreichste deutschsprachige Dramatikerin ihrer Generation einen Theatertext geschrieben, der mit intelligenter Lust und sensibler Wucht die großen Fragen des Lebens aufwirft. Ihre schrägen und liebenswerten Figuren verfehlen gekonnt ihr eigenes Leben – und würden trotzdem niemals auf die Idee kommen, die Hoffnung aufzugeben.

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Unschuld

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Unschuld

    Der »Reigen aus sanften Psychopathen und skurrilen Außenseitern« habe »nichts von seinem Zauber verloren, der Loher Ende der 90er Jahre zur Erfolgsautorin für ein Jahrzent machte«, schreibt Ralf-Carl Langhals im Mannheimer Morgen (05.10.2015). Das Nachspielen von Stücken, das Heidelberg regelmäßig pflege, sei nicht nur ehrenvoll, der Besuch der Heidelberger Inszenierung, in der die Regisseurin und ihre Bühnenbildnerin »der Autorin treu« blieben, sei auch »lohnenswert«. Fazit des Rezensenten: »Ein famoser Abend, der der Frage nach Schuld oder Unschuld an den Verhältnissen ein wenig die Schwere nimmt.«