Theater und Orchester Heidelberg

Junges Theater

Verschwommen

Stückentwicklung

12+

Wer ist mehr wert? Ein Mädchen oder ein Junge? In Afghanistan wird diese Frage ganz eindeutig beantwortet: Männer haben die Macht und Frauen dienen; Jungen sind mehr wert.
Sie dürfen im Gegensatz zu vielen Mädchen draußen herumtoben, alleine unterwegs sein und benötigen keinen Aufpasser. Aber es gibt noch ein drittes Geschlecht in diesem Land, die sogenannten Bacha Poshs – Mädchen, die als Jungen verkleidet aufwachsen. Diese Mädchen nehmen »männliches« Verhalten an, spielen bis zur Pubertät Jungs, um frei zu sein. Wie sieht das bei uns in Westeuropa aus? Gibt es hier tatsächlich in allen Bereichen Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern? Und gibt es noch mehr als nur Mann und Frau?
Vielleicht etwas dazwischen oder ganz anderes?

Ausgehend von dem Phänomen der Bacha Poshs begibt sich das Ensemble mit Regisseurin Natascha Kalmbach auf eine Forschungsreise durch die Welt der Frau-Mann-Bilder. Der Spielort der Stückentwicklung, ein altes Schwimmbad, in dem viel bloße Haut zu sehen war, eignet sich als Ausgangspunkt zur Erforschung der Fragen: Wie sehr bestimmt mein Körper, wer oder was ich bin? Was möchte ich sein? Was kann ich werden?

Theaterpädagogisches Begleitangebot: Probenklasse | »Mal gucken!« | Begleitmaterial | Nachgespräch | Nachbereitung 

Besetzung

Bilder


Pressestimmen

  • Im Mannheimer Morgen (25.9.2018) sieht Martin Vögele hier die »nobelste Aufgabe« des Theater erfüllt: Dem Zuschauer Fragen mitzugeben, »die nachhallen und möglicherweise neues Bewusstsein schaffen«. Regisseurin Natascha Kalmbach verhandele mit ihren Darstellern Gedanken und Diskurse zu »Rollenbildern, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung« in einer lockeren Folge »gut gespielter Szenen und Performances«. Das Stück stelle aber nicht nur »wichtige Fragen«, es mache dem Zuschauer auch Mut.

     

    Eine »großartige Ensembleleistung« habe das Publikum bei der Premiere gefeiert, berichtet Ingeborg Salomon in der Rhein-Neckar-Zeitung (25.9.2018). Besonders erfreut ist die Kritikerin darüber, dass es der Regisseurin hier »bestens gelungen« sei, aus ebenso »tiefgründigen wie heiklen« Themen ein »kluges und witziges Stück« mit anrührenden Momenten zu entwickeln, ohne Absturz in Plattitüden oder Peinlichkeiten − eine »besondere Leistung«. »Sehr empfehlenswert« sei dieses Stück nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, denen das Team die Botschaft sende: »Traut euch, so zu sein, wie ihr seid!«