Theater und Orchester Heidelberg

Schauspiel

Zwischenraum (Istanbul − Heidelberg)

Rechercheprojekt von Zinnure Türe

    Uraufführung

    Fr 15.03.2019, 20.00–21.40 UhrMit Publikumsgespräch Zwinger 1+

Übersetzung aus dem Türkischen von Tunçay Kulaoğlu
In deutscher Sprache mit türkischen Übertiteln

Empfohlen ab 16 Jahren

Die Arbeitsbedingungen von Theaterschaffenden in der Türkei verschlechtern sich rapide. »Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für deutsche Künstler, sich solidarisch zu zeigen«, schrieb Can Dündar in der »Zeit«. Denn Theater werden geschlossen, Proben- und Aufführungsräume stehen plötzlich nicht mehr zur Verfügung, Subventionen werden zum Teil auf null heruntergekürzt, Theaterstücke verboten. Viele verlassen ihre Heimat, darunter vor allem auch große Teile der Bildungsschicht. »Brain-Drain«, Talentabwanderung, nennt sich dieser Vorgang – im Gegensatz zu »Brain-Gain«, der Zuwanderung von talentierten und gebildeten Menschen. Mit der Frage, wie diese Form von Migration die Welt verändert, setzt sich die türkische Schauspielerin und Regisseurin Zinnure Türe in ihrem Uraufführungsprojekt auseinander. Es basiert auf Interviews, die Zinnure Türe in Deutschland und in der Türkei geführt hat.

Zinnure Türe wurde 1981 in Tettnang als Tochter türkischer Gastarbeiter geboren. Im Alter von drei Jahren zog sie mit ihrer Familie in die Türkei, wo sie aufwuchs und ein Bachelor-Studium in Stadtplanung sowie 2009 bis 2012 ihren Master in Schauspiel an der Kadir Has Universität absolvierte. In ihrer Arbeit beschäftigt sich Zinnure Türe mit der türkischen Lebenswirklichkeit und reflektiert Themenfelder wie die Rolle der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft, staatliche Einflussnahme auf Stadtentwicklung sowie Flucht und Migration. Aktuell ist eine öffentliche künstlerische Auseinandersetzung mit diesen Themen in der Türkei mit Repressionen verbunden.

 

Am 15. März findet im Anschluss an die Vorstellung ein Nachgespräch im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus statt.

Theaterpädagogisches Begleitangebot: »Mal gucken!« | Nachgespräch

Termine

Di 9 April
20.00–21.40 Uhr > Zwinger 1

Zwischenraum (Istanbul − Heidelberg)

Rechercheprojekt von Zinnure Türe

Mi 10 April
20.00–21.40 Uhr > Zwinger 1

Zwischenraum (Istanbul − Heidelberg)

Rechercheprojekt von Zinnure Türe

Weitere Termine
Sa 27 April
18.30–20.10 Uhr > Zwinger 1

Zwischenraum (Istanbul − Heidelberg)

Rechercheprojekt von Zinnure Türe

Mi 15 Mai
20.00–21.40 Uhr > Zwinger 1

Zwischenraum (Istanbul − Heidelberg)

Rechercheprojekt von Zinnure Türe

Do 16 Mai
Zum letzten Mal
20.00–21.40 Uhr > Zwinger 1

Zwischenraum (Istanbul − Heidelberg)

Rechercheprojekt von Zinnure Türe

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Zwischenraum (Istanbul – Heidelberg)

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Für das Deutschlandradio beobachtete Christian Gampert die Premiere und berichtete im Anschluss live im Magazin »Fazit« des Deutschlandfunk Kultur. Den Beitrag des Kritikers im Gespräch mit Eckhard Roelcke, gesendet am 1.3.2019, können Sie im Online-Angebot des Deutschlandradios nachhören.

     

    Daniel Stender besuchte die Premiere für den Südwestrundfunk. Seine Rezension, gesendet am 2.3.2019 im SWR2-Magazin »Journal am Mittag«, können Sie hier nachhören.

     

    Die vier Darsteller hätten die von Zinnure Türe collagierten Interviews »wirkungsvoll als so multiple wie schillernde Individualwelten« auf die Bühne gebracht, berichtet Heribert Vogt in der Rhein-Neckar-Zeitung (4.3.2019). Türes Inszenierung sprenge vor allem »Klischee-Vorstellungen im deutsch-türkischen Verhältnis« und mache den »Blick frei auf die so konkrete wie unterschiedliche Lebenswirklichkeit der Menschen aus der Türkei in ihrer ganzen Zerrissenheit«. Für den Rezensenten ein Theaterabend, der »Appetit auf mehr Türkei machte« – so beim Heidelberger Stückemarkt.

     

    Die Autorin und Regisseurin zeige eine Gesellschaft, »die nirgendwo wirklich zu Hause zu sein scheint«, beschreibt Sebastian Koch im Mannheimer Morgen (6.3.2019). Dabei sei es Zinnure Türe gelungen, die Motive und Entscheidungen der Protagonisten mit »starken« Darstellern nachvollziehbar zu machen. Die erzählten Schicksale regten zum Nachdenken an, machten betroffen – seien alleine Grund genug, das Stück anzuschauen.