2x241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger

von der Frankfurter Hauptschule

Uraufführung
Uraufführung
Schauspiel
Zwinger 1
Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2024

Der Maler und Bildhauer Martin Kippenberger veröffentlichte 1986 das wenig bekannte Buch »241 Bildtitel zum Ausleihen für Künstler«. Ausgehend von dieser Idee hat das Kollektiv Frankfurter Hauptschule eine eigene Sammlung von Titeln für Kunstwerke, die es nicht gibt, er- und gefunden und zu einem Text arrangiert. Hoch- und popkulturelle Referenzen verschmelzen, überlagern sich, überfordern und werden zu dialogischen Verwirrspielen, sarkastischen Anrufungen der Nazizeit oder purem Klamauk. Ihre Titeldramatik gewinnt an Aktualität, wenn wir sie als Umgang mit Text denken, wie er momentan bei Memes, Tweets und Captions und damit auf Plattformen wie Instagram, Bluesky und X vorkommt.

Mit »2×241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger« hat die Frankfurter Hauptschule ein böse funkelndes Kulturindustrie-Potpourri zusammengerührt, das 2024 mit dem Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts ausgezeichnet wurde.



Content Note / Hinweis zu sensiblen Inhalten


 

Regie
Musik / Sounddesign
Lichtdesign
Jonah Fellhauer
Videodesign
Cyrill Oberholzer Anna Wohlgemuth
Regieassistenz / Inspizienz
Helen Metzger
Soufflage
Sara Eichhorn

Die Herstellung der Dekorationsteile erfolgt in den Werkstätten des Theaters und Orchesters Heidelberg.

Hier finden Sie eine vollständige Liste aller Mitarbeiter*innen der beteiligten Technischen Abteilungen.

Eine Einführung von Paul Berg können Sie hier hören.

Szenenfotos aus »2x241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger«: Vier Spieler*innen und ein Laib Brot sind zu sehen. Dahinter ist ein großer Karton zu sehen, hinter dem sich Steffen Gangloff versteckt. Rechts davon sind Esra Schreier, Lisa Förster und Katharina Kessler zu sehen. Die drei Spielerinnen stehen bzw. sitzen um eine Biertischgarnitur. Esra Schreier ist in rosa  Kunststofffolie gewickelt. Lisa Förster trägt ein gelbes Schild und Katharina Kessler trägt eine große Deutschlandflagge
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Trailer von Siegersbuschfilm

Der Abend sei »schräg, provokant, manchmal anstrengend und häufig ziemlich lustig« schreibt Michael Abschlag in der Rhein-Neckar-Zeitung (28. April 2025). Zwischen »buntem Zettelkasten« und »besonders abgedrehtem Drogentrip«, verkörpere das Stück »vielleicht so gut wie kein anderes Werk die Reizüberflutung und unterhaltsame Überforderung des digitalen Zeitalters«, denn in ihrer Form erinnerten die Titel mit ihren »Anspielungen und Querverweisen tatsächlich an Memes, Tweets, Posts«.

Mit »gehöriger Verve und Spiellust« würden die vier Darsteller*innen die Titel »deklamieren, rezitieren, singen«, berichtet Martin Vögele im Mannheimer Morgen (28. April 2025). »Erstaunlich stimmig« sei diese »anarchistische, manchmal alberne, oft amüsante Collage«, die »zwischen Dada, absurdem Theater, und Karl-Valentiniade« changiere, bei einzelnen Themenkomplexen – gerade auf den »stachelbewehrten Abfahrten auf der Rechts-Rutsche« auch durchaus »in die Tiefe« gehe.