Der zerbrochne Krug

von Heinrich von Kleist

Schauspiel
Marguerre-Saal

Marthe Rull zieht vor Gericht. Letzte Nacht wurde ihr Tonkrug zerbrochen, nach einem Übergriff im Zimmer ihrer Tochter Eve. Zurück blieb deren Verlobter Ruprecht, der aber felsenfest behauptet, ein anderer habe den Krug zerstört. Und Eve, die sich wüste Beschimpfungen anhören muss und plötzlich im Verdacht steht, ihren Verlobten kurz vor seiner Einberufung zum Militär betrogen zu haben. Den Fall aufklären soll Dorfrichter Adam, unter strenger Beobachtung durch den überraschend angereisten Gerichtsrat Walter. Dabei ist Adam selbst der Täter, der Eve unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bis in ihr Zimmer verfolgte, um sie zu sexuellen Gefälligkeiten zu zwingen …

Das Regie-Duo Katharina Schmidt und Roman Konieczny inszeniert erstmals am Theater und Orchester Heidelberg und befragt Kleists »Lustspiel«, uraufgeführt 1808, auf seine Aktualität in Zeiten von #MeToo.


Content Note / Hinweis zu sensiblen Inhalten

von Heinrich von Kleist
Einführung 18:45 Uhr
Es gibt eine Pause.

von Heinrich von Kleist
Einführung 18:45 Uhr
Es gibt eine Pause.

von Heinrich von Kleist
Einführung 18:45 Uhr
Es gibt eine Pause.

von Heinrich von Kleist
Einführung 18:15 Uhr
Es gibt eine Pause.
Bühne und Kostüme
Live-Kamera
Elisa Svensson Paul Liedvogel
Lichtdesign
Ralf Kabrhel
Live-Sound
Lorenzo Westermann Tobias Schirmann Emanuel John
Dramaturgie
Theaterpädagogik
Walter, Gerichtsrat
Adam, Dorfrichter
Licht, Schreiber
Frau Marthe Rull
Eve, ihre Tochter
Veit Tümpel, ein Bauer
Ruprecht, sein Sohn
Frau Brigitte

Band

Elektronische Orgel, Gesang
E-Gitarre, Gesang
Josie Stickdorn Vanessa Jung
Schlagzeug, Gesang
Lisa Wilhelm Enya Specht
Regieassistenz
Corinna Reichle
Inspizienz
Joris Freisinger
Soufflage
Sarah Kreß
Probencover
Henner John
Bühnenbildassistenz
Chantal Navina Mathes
Kostümassistenz
Hannah Schäfer, Clara Akemi Wilkening
Kostümhospitanz
Lisa Wende
Dramaturgieassistenz
Orina Vogt

Die Herstellung der Dekorationsteile erfolgt in den Werkstätten des Theaters und Orchesters Heidelberg.

Hier finden Sie eine vollständige Liste aller Mitarbeiter*innen der beteiligten Technischen Abteilungen.

Eine Einführung von Maria Schneider können Sie hier hören.

Bitte akzeptieren Sie Cookies, um diesen Inhalt anzuzeigen.

Trailer von Siegersbusch

»Frauenpower ohne Ende« und »volle theatrale Breitseite […] gegen das Unrecht«, schreibt Heribert Vogt in der Rhein-Neckar-Zeitung (20. Oktober 2025). Das Regieduo Katharina Schmidt und Roman Konieczny unternehme mit seinem »beklemmenden« wie »quirligen und bunten« Abend viel, um Eve als »komplexes Zentrum des Stücks«, als »gefühlsreiche wie lebenspralle Jugendliche« zu zeigen und »aus der Opferrolle herauszuführen«: hier mache sie dem Täter praktisch selbst den Prozess, unterstützt von einer »wunderbaren Frauen-Liveband«. Bei der Premiere gab es dafür »Jubelapplaus«, nach Handy-Messung des Kritikers mit 101 Dezibel.

»Wirkung und Botschaft verfehlt diese sehr sehens- und hörenswerte Inszenierung nicht«, so Martin Vögeles Fazit im Mannheimer Morgen (21. Oktober 2025). Die Heidelberger Fassung rücke »den Fokus deutlich in Richtung Eves«, von Nele Christoph mit »durchdringend klarer, kraftvoller Sensibilität« gezeichnet; Steffen Gangloff als ihr Antipode reüssiere mit »vierschrötiger Ruchlosigkeit und jovialem, männerbündischem Charisma«, das Ensemble zeige im »kompetenten Spiel Lautheit mit differenzierten Zwischentönen«. »Kein geringes Ereignis« sei auch die »hochkarätig besetzte« Band als »integraler Bestandteil« des Abends.

Das Regieteam habe einen »einsteigertauglichen ›Krug‹« inszeniert, der »Kleists Dramaturgie auskostet«, schreibt René Zipperlen in der Badischen Zeitung (27. Oktober 2025). Dem Kritiker gefällt der »tolle[n] 60er-Soul-Pop und wilde[n] Punk der starken Frauenband«; der »tölpelhafte Dorfrichter« dürfe zwar »schwitzen und schreien wie Louis de Funès«, es gebe aber auch »subtile Momente langer Stille und großer Spannung zwischen Opfer und Täter«.