Moderato

4. Kammerkonzert / Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 4 D-Dur op. 83 / Paul Juon: Trio-Miniaturen / Dmitri Schostakowitsch: Sonate für Viola und Klavier op. 147

Konzert
Alter Saal

Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 4 D-Dur op. 83

Paul Juon: Trio-Miniaturen

Klarinette
Klavier

Dmitri Schostakowitsch: Sonate für Viola und Klavier op. 147

Klavier
Julia Brusentsova

Die vier Sätze des 4. Streichquartetts entstanden 1949, in einer Zeit, in der Dmitri Schostakowitsch unter dem Druck des stalinistischen Regimes seine großen Orchesterwerke zurückstellte und sich in die intimere Welt der Kammermusik zurückzog. Diese Haltung der inneren Emigration prägt das Streichquartett spürbar. Ohne jedes Pathos entfaltet es einen lyrischen, melancholischen Ton, nur gelegentlich aufgehellt von leichtfüßigen, fast tänzerischen Momenten. Im Finale treten Melodien jüdischer Volksmusik hervor – einer der Gründe, warum Schostakowitsch das Werk erst nach Stalins Tod veröffentlichte.

Aufgrund seiner zahlreichen Kammermusikwerke war der Moskauer Komponist Paul Juon als »russischer Brahms« bei der zeitgenössischen Musikkritik bekannt. Gerne experimentierte er mit neoklassizistischen Techniken à la Strawinsky. Seine Trio-Miniaturen aber sind noch ganz in der Spätromantik zu Hause.

Dmitri Schostakowitsch litt an Lungenkrebs, an einer Lähmung der Beine und Hände – die letzten Lebensjahre sind für ihn eine Qual. Fast unmöglich ist das Komponieren, dennoch schreibt er unter diesen Umständen in kürzester Zeit die Sonate für Viola und Klavier – sein musikalisches Testament.