Autor*innenwettbewerb Teil I

Lesungen / Autor*innenwettbewerb / Russo/Wyss/Gibba

Heidelberger Stückemarkt
Heidelberger Stückemarkt
Zwinger 3
13:30 Uhr: »draußen ist wetter (oder die erfindung der straßenverkehrsordnung)« von Caspar-Maria Russo / 14:30 Uhr: »Blaupause« von Leonie Lorena Wyss / 16:00 Uhr: »Doppeltreppe zum Wald« von Lamin Leroy Gibba

»draußen ist wetter (oder die erfindung der straßenverkehrsordnung)«
Die erste Straßenverkehrsordnung wird im Jahr 2022 in einem Städtchen durchgesetzt. Diese Nachricht schlägt in der WG von dagmar, inga und ronda große Wellen. inga und ronda sind begeistert, weil für sie manche Regeln völlig logisch sind. ronda bringt sich beim Ampelbau ein und erhebt Daten für eine App. inga entwickelt Schwebebettreaktoren zur klimaneutralen Energiegewinnung aus Fleischabfällen, weil die Ampeln brauchen Strom. Die von chronischer Bronchitis geplagte dagmar hingegen boykottiert diese »Bedrohung der Solidargemeinschaft«. Sie hat Wichtigeres zu tun: Das Kinderzimmer für den baldig erwarteten Familienzuwachs muss eingerichtet werden. Das Problem: Ihre Partnerin ronda möchte kein Kind. Für dagmar kommt es noch schlimmer, denn inga macht Karriere und arbeitet für die Bürgermeisterin, ronda will raus aus dieser Ehe und dagmar macht sich große Sorgen um ihre Freiheit. Nur eine Konstante bleibt: die Konversation.


»Blaupause«
Blau ist weg. Verschwunden aus der Welt, aus der Wahrnehmung der Protagonistin. Dabei war blau eine so wichtige, eine warme Farbe im Leben der jungen Frau. Verloren gegangen ist nicht nur blau, verloren gegangen ist eine große Liebe an einen zu frühen Tod. Den Prozess der Trauer begleitet die Erinnerung ans Aufwachsen als Mädchen und Frau, als junge queere Person, zwischen dem Chor der pubertierenden Cousinen, dem Entdecken des eigenen Begehrens und der Begegnung mit der großen Liebe. Alles das erzählt Leonie Lorena Wyss in »Blaupause« sehr unterhaltsam, rhythmisch und sprachstark.


»Doppeltreppe zum Wald«
»Unterhaltung ist unsere Währung«. Mit dieser Prämisse werden zwischen moralischen Unklarheiten unterschiedliche Lebensentwurfe in einem safER Space diskutiert und verglichen. Die individuellen Erfahrungen von Schwarzen Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, drehen sich um Identität, Verlust, Rassismuserfahrungen, Empowerment, Sexualität und Verdrängung. Im Puls des Lebens und doch den Tod immer wieder vor Augen, nehmen sich die Personen selbst und gegenseitig als Familienmitglied, queere Person, Künstler*in, Aktivist*in, Freund*in und als Kollektiv wahr – zwischen sexueller Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Unterdrückung. Eine vielleicht glutenfreie Gartenparty.

»draußen ist wetter (oder die erfindung der straßenverkehrsordnung)«
Mit
Sophie Arbeiter Lisa Förster Esra Schreier
»Blaupause«
»Doppeltreppe zum Wald«
Einrichtung
Mit
Dena Abay Dela Dabulamanzi David Zico Gedeon Mfebe Simon Olubowale Sissi Reichenbrugger Edith Saldanha