Die Pest wütet in Verona. Ein erbitterter Bürgerkrieg spaltet die Stadt. Inmitten von Angst und Verhärtung begegnen sich zwei junge Menschen – die Kinder verfeindeter Familien – und verlieben sich. So beginnt die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Weltliteratur: als Aufbegehren gegen eine Welt, die sich im Hass eingerichtet hat.
Mit dieser Geschichte einer radikalen, wagemutigen Liebe eröffnet Bernadette Sonnenbichler ihre Intendanz am Theater & Orchester Heidelberg.
Ergänzt wird Shakespeares Drama durch Texte der Autorin Mithu Sanyal (»Identitti«, »Antichristie«), die den Stoff in unsere Gegenwart holen. Die Inszenierung richtet den Blick auf eine Gesellschaft im Ausnahmezustand – und auf zwei junge Menschen, die sich ihr nicht beugen.
Info
- Ort
- Theater Heidelberg, Marguerre-Saal
- Dauer
- 2 Std. 40 Min. inkl. Pause
- Premiere
- 2. Oktober 2026
- Altersempfehlung
- 16+
Das Stück zeigt auf darstellerischer Ebene wiederholt übergriffiges Verhalten, Kampfhandlungen, Mord und Suizid. In mehreren Szenen werden auf sprachlicher Ebene frauenfeindliche Ausdrücke benutzt, außerdem ist die Sprache teilweise stark sexualisiert. In der Eltern-Kind-Beziehung, die sich durch das Stück zieht, wird auf sprachlicher Ebene emotionale und auf darstellerischer Ebene körperliche Gewalt ausgeübt.
EINFÜHRUNG
von Lovis Fricke
»Die Mauer überflog ich liebesleicht. Kein Stein kann Grenze für die Liebe sein.«
Veranstaltungen
-
Do 5.11.2026, 18:30
Besetzung
Statisterie des Theaters & Orchesters Heidelberg
Live-Musik
Team
Die Herstellung der Dekorationsteile erfolgt in den Werkstätten des Theaters & Orchesters Heidelberg.
Besetzung
Salar Jafari
Kaya Loewe
Henriette Blumenau
Marcus Horn
Gesa Schermuly
Louis Romeu
Martin Wißner
Raphael Rubino
Natalie Hanslik
Marco Albrecht
Simon Mazouri
»Bernadette Sonnenbichler ist ein Saisonstart gelungen, wie man ihn sich nur wünschen kann.«
»Sonnenbichler inszeniert groß, bildstark, musikalisch fein und mit einem bemerkenswert geschlossen agierenden Ensemble. Ihre ›Romeo und Julia‹-Eröffnung ist kein gefälliger Klassikerauftakt, sondern eine entschieden ästhetische Setzung: ein Abend über die Unwahrscheinlichkeit der Liebe in einer Welt, die sich an Feindschaft gewöhnt hat. Und gerade deshalb ein gelungener, großer Beginn für eine neue Heidelberger Intendanz.«
»Zwischen rhythmisch wohl gesetzter, schneller Szenenabfolge verbindet [die Inszenierung] nachvollziehbares, unterhaltsames Spiel mit politischer Rahmung in einer verunsicherten, aufgeregten Gesellschaft. [...]
[Die Heidelberger Inszenierung] bietet kein Teenager-Drama, sondern fragt grundsätzlicher nach den Möglichkeiten von bedingungsloser Liebe. Zugleich aber funktioniert diese Inszenierung zur Freude des Premierenpublikums als unterhaltsames Theaterspiel.«
»Der poetische Ton der Thomas-Brasch-Übertragung des Stücks kontrastiert mit den verspielten Schnoddrigkeiten, die von der ›Identitti‹-Autorin Mithu Sanyal effektvoll in die Spielvorlage gestreut wurden – mit ein paar Spitzen gegen das Patriarchat und das Matriarchat, mit frivolen Verheißungen und den Kommentaren, die den Figuren gestattet werden«