Theater und Orchester Heidelberg

Der Autor*innenpreis des 36. Heidelberger Stückemarkts geht an Teresa Dopler

Am Sonntagabend, 5. Mai 2019, ist der 36. Heidelberger Stückemarkt ausgesprochen erfolgreich zu Ende gegangen. Festivalleitung und Team freuen sich über die große Resonanz des Publikums, das das umfangreiche und diverse Programm so offen und diskussionsfreudig in Anspruch genommen hat: Die Gesamtauslastung liegt bei ca. 98 Prozent; die insgesamt 46 Veranstaltungen wurden von ca. 7.600 Besucher*innen wahrgenommen. Erneut hat sich somit das außergewöhnliche Engagement des Theaters und Orchesters Heidelberg bewährt, das neben dem Repertoirespielplan der fünf Sparten kontinuierlich eine Reihe renommierter Festivals wie den Stückemarkt, das Barock-Fest Winter in Schwetzingen und die Schlossfestspiele ausrichtet und weitere Ausnahmeevents – zum Beispiel das iberoamerikanische Festival ¡Adelante! – veranstaltet.

Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2019 an Teresa Dopler
Zum Abschluss des 36. Heidelberger Stückemarkts wurde Teresa Dopler für ihr Stück »Das weiße Dorf« mit dem Autor*innenpreis ausgezeichnet. Der Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts wird seit 2008 von der Manfred Lautenschläger-Stiftung ausgelobt und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Internationaler Autor*innenpreis für Ömer Kaçar
Ömer Kaçar, Autor aus dem diesjährigen Gastland Türkei, erhielt für »Der Gast« (»Misafir«, Übersetzung aus dem Türkischen von Recai Hallaç) den internationalen Autor*innenpreis. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg finanziert und an einen Autor*eine Autorin des Gastlandes vergeben.

Die Türkei erwies sich als hochspannendes Gastland auf der Höhe der Zeit. Die Stücke und Aufführungen zeigten sehr eindrücklich die Lebendigkeit, Vielfalt und Kraft der Istanbuler Theaterszene auf. So konnte das Publikum erleben, wie breit das Spektrum an Themen und ästhetischen Formen ist, mit denen die Künstler*innen sich dort derzeit ausdrücken und Gehör verschaffen.

Gastland des Heidelberger Stückemarkts 2020 wird Litauen sein, ein in Deutschland noch weitgehend unbekanntes Theaterland, das durch eine lebendige, innovative Szene auf sich aufmerksam macht. Die Kuratorin Giedrė Liugaitė, Schauspielerin und Produktionsleiterin aus Litauens Hauptstadt Vilnius, hat bereits den diesjährigen Stückemarkt miterlebt und erste Kontakte geknüpft. Der 37. Heidelberger Stückemarkt findet vom 24. April bis 3. Mai 2020 statt.

Jugendstückepreis an Kristo Šagor
Der Jugendstückepreis 2019 ging an die Uraufführung von Kristo Šagors „Iason“, das als Auftragswerk für das Staatstheater Braunschweig entstand und von Jörg Wesemüller inszeniert wurde. In der nächsten Spielzeit wird Kristo Šagor selbst „Iason“ am Staatstheater Kassel inszenieren. Der 2012 erstmals vergebene Preis ist mit 6.000 Euro dotiert und wird erneut durch das Heidelberger Unternehmer-Ehepaar Bettina Schies und Klaus Korte gestiftet. Außerdem ist die ausgezeichnete Aufführung im Rahmen der Kooperation bei den Mülheimer Theatertagen NRW „Stücke 2020« zu sehen.

Nachspielpreis an das Hessische Landestheater Marburg
Den diesjährigen Nachspielpreis erhalten das Hessische Landestheater Marburg sowie die Regisseurin Eva Lange für die Inszenierung von Miroslava Svolikovas »Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt«. Die Theaterkritikerin Mounia Meiborg wählte als Kuratorin die nominierten Inszenierungen aus. Der Preis ist undotiert und mit einer Einladung zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin verbunden, wo »Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt«2020 im Rahmenprogramm gastiert.

Mitglieder der Jury
waren in diesem Jahr die Regisseurin Brit Bartkowiak, der Autor und Schauspieler Stefan Hornbach, der Kulturjournalist Andreas Jüttner, die Dramaturgin Maja Zade sowie Jürgen Popig, Leitender Schauspieldramaturg in Heidelberg und Künstlerischer Leiter des Heidelberger Stückemarkts.
Bei der Vergabe des Jugendstückepreises wurden sie von Daria Eltsova, Vivien Gottschall, Anna Helfrich, Manuel Rechsteiner und Jonathan Skorpil unterstützt, theaterbegeisterte Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren aus Heidelberg und Umgebung.

Publikumspreis
Mit dem Publikumspreis wurde der türkische Autor Ömer Kaçar ausgezeichnet, der auch den internationalen Autor*innenpreis gewann. Sein Stück »Der Gast« (»Misafir«, Übersetzung aus dem Türkischen von Recai Hallaç) erhielt die meisten Stimmen der Zuschauer*innen, die im Anschluss an die Lesungen in geheimer Wahl abstimmen konnten. Sowohl die drei Stücke aus dem Gastland Türkei als auch die sechs Stücke des deutschsprachigen Autor*innenwettbewerbs waren für den Publikumspreis nominiert. Stifter der mit 2.500 Euro dotierten Auszeichnung ist der Freundeskreis des Theaters und Orchesters Heidelberg.

Kurzviten der ausgezeichneten Autor*innen

Teresa_Dopler_O_1_SBTeresa Dopler wurde 1990 in Linz geboren und lebt in Wien. Sie studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihr Debütstück »Was wir wollen« wurde 2017 am Landestheater Innsbruck uraufgeführt und war für den Osnabrücker Dramatikerpreis nominiert. Sie erhielt mehrere Stipendien. Ihre Texte erschienen in Literaturzeitschriften und im öffentlichen Rundfunk. Teresa Dopler ist Teilnehmerin bei Forum TEXT und 2019 an der Residency for Emerging Playwrights am Royal Court Theatre.

 

 

 

 

 


Oemer_Kacar_O_1_SBÖmer Kaçar
wurde 1990 in Balıkesir, Türkei geboren. Er studierte Szenisches Schreiben, Radio, Film und Fernsehen an der Universität Kocaeli in İzmit. Ömer Kaçar arbeitet als Autor für Theater, Radio, Fernsehen und Kino.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kristo Šagor wurde 1976 in Stadtoldendorf geboren. Er studierte Linguistik sowie Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Er arbeitet als Autor und Regisseur. Für seine Stücke erhielt Šagor zahlreiche Preise, u. a. den Publikumspreis des Heidelberger Stückemarkts 2001, den Förderpreis des Berliner Kindertheaterpreises 2013 sowie 2008 den Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die beste Regie im Kinder- und Jugendtheater.

Miroslava Svolikova, geboren 1986 in Wien, studierte Philosophie in Wien und Paris, Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien und Szenisches Schreiben beim Dramaforum von uniT Graz. Sie schreibt Dramen wie auch andere Texte, macht Musik und arbeitet als Bildende Künstlerin mit dem Kunstkollektiv CMYC. Für ihre Stücke wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet.

Die Laudationes des Jury können Sie hier nachlesen.