Theater und Orchester Heidelberg

Der Heidelberger Stückemarkt richtet seit 1996 den vielbeachteten Autor*innenwettbewerb mit hochdotierten Preisen als Talentförderung für neue Autor:innen aus.

Im deutschsprachigen Autor*innenwettbewerb sind Verlage, Studiengänge und ehemals nominierte Autor:innen vorschlagsberechtigt. Aus deren Einsendungen wählt das Festivalteam sechs Stücke aus. Hinzu kommen neue Stücke aus dem Gastland. Im Rahmen des Festivals werden die nominierten Stücke in Lesungen mit dem Heidelberger Schauspielensemble vorgestellt.
Mit Blick auf eine nachhaltige Förderung neuer Dramatik wurde 2011 außerdem der Nachspielpreis ins Leben gerufen. Hier werden Inszenierungen gezeigt, die einen neuen Blick auf bereits uraufgeführte Stücke werfen. Und auch das Jugendtheater hat im Wettbewerb einen eigenen Schwerpunkt mit dem Jugendstückepreis.

Autor*innenpreis

Aus allen Einsendungen wählt die Dramaturgie des Theaters und Orchesters Heidelberg sechs Theaterautor:innen aus. Ihre noch nicht uraufgeführten Stücke werden in Lesungen vorgestellt. Daraufhin vergibt die Jury den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts. Dieser wird gestiftet durch die Manfred Lautenschläger-Stiftung und ist mit 10.000 Euro dotiert. Außerdem wird die Premiere eines der nominierten Stücke das Festival im Folgejahr eröffnen.

Internationaler Autor*innenpreis

Der internationale Autor*innenpreis, gestiftet durch das Land Baden-Württemberg, ist dotiert mit 5.000 Euro und wird von der Stückemarkt-Jury an eine oder einen der drei nominierten Theaterautor:innen des Gastlandes vergeben.

Jugendstückepreis

Entsprechend dem KinderStückePreis der Mülheimer Theatertage NRW vergibt der Heidelberger Stückemarkt den Jugendstückepreis an eines der drei eingeladenen Jugendtheatergastspiele. Den:die Preisträger:in ermittelt die Jury gemeinsam mit einer Expertenschar von theaterinteressierten Jugendlichen. Die ausgezeichnete Produktion wird im Rahmenprogramm der Mülheimer Theatertage NRW gezeigt.

Nachspielpreis

Der Nachspielpreis ist undotiert und mit einer Gastspieleinladung zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin verbunden. Der Heidelberger Stückemarkt versteht den Nachspielpreis als Ermutigung an jene Theater, die Stücke noch einmal regulär auf den Spielplan zu setzen, welche zu Unrecht wenig beachtet wurden. Neue Stücke drohen oft im Uraufführungshype in Vergessenheit zu geraten – manchmal weil der:die Urheber:in ein:e wenig bekannte:r Jungautor:in ist oder weil die Uraufführung ihnen nicht gerecht wurde. Der Nachspielpreis möchte darum Theater ehren, die das Risiko eingehen, solche Stücke wieder zur Aufführung zu bringen.

Publikumspreis

Alle Theaterstücke des internationalen wie deutschsprachigen Autor*innenwettbewerbs stehen zur Wahl für den Publikumspreis. Durch schriftliche Abstimmung nach jeder Stücklesung hat das Publikum die Möglichkeit, eine Gewinnerin oder einen Gewinner zu wählen.
Diese oder dieser erhält mit der Ehrung ein Preisgeld von 2.500 Euro, gestiftet durch den Freundeskreis des Theaters und Orchesters Heidelberg.

NEU: SWR Hörspielpreis

Erstmals kooperiert der Heidelberger Stückemarkt 2021 mit dem SWR und lobt einen neuen Preis aus: den SWR Hörspielpreis. Er geht an eins der Stücke des Autor*innenwettbewerbs, ist mit 5.000 Euro dotiert und wird vom SWR als Hörspiel produziert. Die Ursendung erfolgt beim nächsten Stückemarkt. Für den Hörspielpreis wird die Jury ergänzt um den Chefdramaturgen beim SWR Hörspiel, Manfred Hess.

Manfred Hess studierte Germanistik, Philosophie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der FU Berlin. Dramaturg am Schauspiel Essen, Ausbildung zum Funkregisseur und ab 1994 Hörspieldramaturg beim Hessischen Rundfunk. Seit 2011 Chefdramaturg beim SWR Hörspiel. Verantwortlich für vielfach preisgekrönte Hörstücke sowie für Großprojekte wie Raoul Schrotts »Die Ilias des Homer«, »Ulysses« nach James Joyce und »Gravity’s Rainbow« nach Thomas Pynchon.