Theater und Orchester Heidelberg

Franz Mazura

Zurück

wurde in Salzburg geboren und studierte Gesang an der Musikakademie in Detmold. Sein Debüt wurde durch die Kriegsjahre des Zweiten Weltkriegs hinausgezögert und erfolgte 1949 als Bassist am Staatstheater Kassel. Es folgten Festengagements in Kassel, Mainz, Braunschweig und Mannheim, wo er über 20 Jahre lang arbeitete. 1980 wurde Mazura zum Kammersänger ernannt, 1990 zum Ehrenmitglied des Nationaltheaters Mannheim. Er gastierte bei den Salzburger Festspielen 1960 als Cassandro in Mozarts La finta semplice und sang dort 1970 den Pizarro im Fidelio. Franz Mazura wird als hervorragender Wagner-Interpret geschätzt, wobei der Alberich in Der Ring des Nibelungen als seine Glanzrolle gilt. Weitere Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren der Scarpia in Tosca, der Jochanaan in Salome oder der Moses in Schönbergs Moses und Aron. Seit 1972 gastierte Mazura wiederholt an der Opéra National de Paris. Er wirkte dort 1979 in der Uraufführung von Alban Bergs Lulu in der von Friedrich Cerha neu bearbeiteten dreiaktigen Fassung in der Rolle des Dr. Schön mit. Der Sänger trat auch an der Staatsoper Wien, am Teatro Colón Buenos Aires, an den Opern von San Francisco, Brüssel, Nizza und Straßburg auf. Seit 1980 ist er Mitglied der New Yorker Metropolitan Opera, an der er die Partien des Dr. Schön in Lulu, des Klingsor wie des Gurnemanz in Parsifal, des Alberich in Der Ring des Nibelungen, des Rangoni in Boris Godunow, des Creon in Oedipus Rex von Strawinsky, des Doktors in Wozzeck, des Frank in der Fledermaus, des Flint in Benjamin Brittens Billy Budd und des Geisterboten in Die Frau ohne Schatten sang. 1984 trat er an diesem Haus in einem Galakonzert zum 25-jährigen Jubiläum von Leonie Rysanek mit Szenen aus Wagner-Opern auf. Einen der größten Erfolge seiner Karriere feierte Franz Mazura beim Israel Festival 1974 im antiken Theater von Caesarea mit der Partie des Moses in Moses und Aron. Wiederholt hatte er erfolgreiche Auftritte in den 1980er und 1990er Jahren bei den Bayreuther Festspielen als Klingsor in Parsifal. In Bayreuth hörte man ihn zudem als Biterolf in Tannhäuser, als Marke in Tristan und Isolde und als Alberich, Wanderer und Gunther im Ring-Zyklus. 1991 nahm er an der deutschen Erstaufführung der Oper Der Meister und Margarita von York Höller am Opernhaus Köln teil. In den letzten Jahren war er vor allem als Schigolch in Lulu auf namhaften internationalen Opernbühnen zu erleben, so unter anderem in New York, München, Paris sowie Toulouse und gastierte außerdem an der Opéra de Lyon, der Mailänder Scala und bei den Wiener Festwochen.